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OBWALDEN: Kantonsmarketing braucht mehr Geld

Härtere Konkurrenz und weniger attraktive Objekte erschweren die Arbeit der Standort­promotorinnen. Jetzt wollen sie personell aufstocken.
Christoph Riebli
Fahnenschwinger am Älplerjubiläum in Alpnach. (Bild: Robert Hess / Grafik Markus von Rotz)

Fahnenschwinger am Älplerjubiläum in Alpnach. (Bild: Robert Hess / Grafik Markus von Rotz)

200 000 Franken pro Jahr mehr (total 500 000 Franken) soll der Kanton Obwalden ab 2016 bis 2020 für seine Vermarktung bezahlen. Das möchte der Verein Standort Promotion in Obwalden (IOW), der seit 2006 im Rahmen eines Leistungsauftrags das Kantonsmarketing – inklusive Wirtschaftsförderung – betreibt. Damals betrug der Kantonsbeitrag 200 000 Franken, mit steigender Tendenz in den Folgejahren (siehe Grafik).

Trotz der laufenden Verzichtsplanung des Kantons zeigt sich die Regierung in ihrem Bericht an den Kantonsrat einsichtig: Zwingend notwendig sei die erhöhte Marketingaktivität, etwa durch den «erheblich verstärkten» Standortwettbewerb zwischen den Kantonen oder auch wegen der «abgeflachten Wirkung der Steuerstrategie». Zudem seien es Ausgaben, die in einem höheren Umfang Mehreinnahmen generierten. Die Standortpromotion habe nicht «nur imagemässig, sondern auch finanziell massgeblich zu einer positiven Weiterentwicklung des Kantons beigetragen» (2011 und 2012 je mit 1,5 Mio. Franken mehr Steuersubstanz; 2013 2 Mio.; 2014 1,8 Mio.). Trotzdem: «Im Sinne der aktuellen finanziellen Situation» soll der Beitrag 2016 400 000 Franken und dann bis 2020 jährlich 450 000 Franken betragen, schlägt die Regierung dem Kantonsrat zuhanden der Sitzung vom 27. Mai vor.

Geld für zusätzliche Vollzeitstelle

Doch weshalb wird die Vermarktung des Kantons ständig teurer? «Der Ansiedlungsprozess wird deutlich aufwendiger», sagt IOW-Geschäftsführerin Martha Bächler. Konkret soll durch die Aufstockung des Kantonsbeitrags eine zusätzliche Verkaufsstelle geschaffen werden. So soll es möglich sein, weiter Leute anzusiedeln. Zwar bloss einige wenige pro Gemeinde und Jahr, doch zur merklichen Verbesserung der Steuersubstanz. Aktuell stehen der Geschäftsstelle dafür 3,2 Vollzeitstellen zur Verfügung.

Doch alle Kantone versuchten attraktiv zu sein, «der Kampf um Zielkunden wird immer härter», meint Bächler. Zudem zögerten diese oftmals mit dem Zuzug infolge Unsicherheiten in der schweizerischen Gesetzgebung (Pauschalbesteuerung, Erbschaftssteuer, Unternehmens­steuerreform III). Auch sei im Kanton das Angebot von attraktiven Parzellen oder Wohnobjekten gesunken. «Dadurch braucht es höhere Anstrengungen.» Dann heisse es Kontakt halten und dranbleiben: «Das ist knallharter Verkauf und ein längerer Prozess. Was in einem Jahr aufgegleist wird, kann oft erst im nächsten Jahr ‹geerntet› werden», so Bächler.

So oder so ein Gewinn

Trotz veränderter Rahmenbedingungen gibt sich Martha Bächler kämpferisch. «Unser Ziel ist klar, auch weiterhin die Vorgaben des Kantons und somit unsere Kostenbasis mit Faktor 2 oder gar 3 an zusätzlichen Steuergeldern zu übertreffen.» Selbst wenn man kostenneutral arbeiten würde, bedeutete dies noch stets einen Gewinn für den Kanton: «Die Neuangesiedelten zahlen ja jedes Jahr Steuern.» Besonders wichtig sei es deshalb, «dass der Kunde, der zu uns kommt, von Obwalden begeistert ist. Das Schlimmste wäre, wenn er nach einem Jahr wieder gehen würde.»

Aktuell zählt der Verein IOW 139 Mitglieder. Mit 370 000 Franken beteiligen sich Dritte aus der Privatwirtschaft am Budget. Dieses beträgt fürs laufende Jahr 670 000 Franken, was gleichzeitig Zielvorgabe für neue Steuereinnahmen ist.

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