OBWALDEN: Kantonsratspräsident suchte verzweifelt sein Töffli

Willy Fallegger erlebte am gestrigen Donnerstag bange Stunden an seiner letzten ordentlichen Sitzung als Kantonsratspräsident. Selbst der Justizdirektor geriet ins Schwitzen.

Christoph Riebli
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Da hatte er es wieder: Kantonsratspräsident Willy Fallegger mit seinem «vermissten» Töffli vorm Rathaus. (Bild: Christoph Riebli (Sarnen, 1. Juni 2017))

Da hatte er es wieder: Kantonsratspräsident Willy Fallegger mit seinem «vermissten» Töffli vorm Rathaus. (Bild: Christoph Riebli (Sarnen, 1. Juni 2017))

Christoph Riebli

christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch

«Etwas will ich noch wissen», sagte Willy Fallegger (SVP, Alpnach) am Ende der gestrigen Sitzung – seiner letzten ordentlichen als Kantonsratspräsident. «Wer hat mein Töffli geklaut?»

Mit dem fuchsschwanzbehangenen Gefährt mit der Nummer OW 1 – symbolisch für den höchsten Obwaldner – war Fallegger nämlich am Morgen von Alpnach zum Rathaus nach Sarnen aufgebrochen. Eine Spritztour für den 58-Jährigen, hatte er doch am Wochenende noch der Zwei-Pässe-Fahrt des Töffliclubs Kolbenhobler Innerschwiiz politisches Geleit gegeben: «Drei Stunden sind wir gefahren. Vom Flugplatz Alpnach bis Sarnen durfte mich niemand überholen. Den Glaubenberg hinauf sind dann alle an mir vorbeigezogen, weil mein Töffli nicht aufgemotzt ist.» Trotz Schmerzen ums Sitzleder hatte er durchgebissen und so auch seine Töfflibuebe-Zeit hochleben lassen: «Als ich jung war, hatte ich genau so ein rotes Töffli, ein Pony», schwärmte Fallegger gestern auf dem Rathausplatz. Das jüngst erstandene Gefährt hatte Fallegger mit einer Kette gesichert bei der Ratshausbrücke geparkt. In der Morgenpause brach dann plötzlich Hektik aus: Sein Töffli war weg! Gleich gesellte sich Sicherheits- und Justizdirektor Christoph Amstad dazu. Nach einem Telefonanruf des Chefs Richtung Foribach war klar: «Also die Polizei hat kein Töffli abgeschleppt heute.» Die Pause ging zu Ende, und an Fall­egger nagten die Zweifel. Auch die Mittagspause brachte keinen ermittlungstechnischen Durchbruch. Überraschend schnell verliess Fallegger abends nach getaner Arbeit den Ratssaal. So schnell, dass er Parteikollege Hans Unternährer dabei ertappte, wie dieser das Objekt seiner Begierde aus einem weissen Transporter holte. Der Dieb war überführt – die Fraktion erlaubte sich einen Jux, durchtrennte dafür sogar die schwere Eisenkette. Danach war die Welt wieder in Ordnung, wie das Bild beweist. So drehte Fallegger gleich noch einige Runden auf dem Dorfplatz.