Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBWALDEN: Karl Vogler will die politische Mitte stärken

Am 18. Oktober werden der National- und der Ständerat von Obwalden gewählt. Für den Sitz in der Grossen Kammer hat Amtsinhaber Karl Vogler (CSP) in der Person von SVP-Kandidat Daniel Wyler einen Konkurrenten erhalten.
Karl Vogler, CSP, 59, Lungern, Rechtsanwalt und Notar. (Bild: Keystone)

Karl Vogler, CSP, 59, Lungern, Rechtsanwalt und Notar. (Bild: Keystone)

Lungern Wenn er heim nach Bürglen fährt, in sein Anwaltsbüro nach Kerns, oder wenn er in den Zug Richtung Bern steigt: Überall strahlen Karl Vogler Gesichter von Wahlplakaten entgegen – die Köpfe der drei Ständeratskandidaten und auch der Kopf seines Herausforderers, SVP-Nationalratskandidat Daniel Wyler. Nur sich selbst sieht er nicht: Karl Vogler strahlt nirgends von Plakaten. «Mir widerstrebt das. Es ist einfach nicht meine Art», sagt der 59-Jährige.

Präsent sein, aber nicht penetrant

Dass er diesmal als Bisheriger in den Wahlkampf steigt, hat damit nichts zu tun. Auch vor vier Jahren, bevor er Christoph von Rotz (SVP) aus der Grossen Kammer drängte, waren keine Kari-Plakate auf den Obwaldner Matten zu sehen. Gänzlich aus dem Wahlkampf raushalten kann und will er sich trotzdem nicht. «Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, als würde ich die Wahlen auf die leichte Schulter nehmen. Ich nehme jeden Wahlkampf ernst.» Es sei aber schon so: Als Bisheriger habe man einen gewissen Bekanntheitsgrad und müsse die eigene Person nicht mehr so stark in den Vordergrund stellen. «Es ist ein Abwägen: Natürlich möchte man wahrgenommen werden. Aber es darf nicht zu penetrant sein.»

«Keine Wischiwaschi-Politik»

Ein Abwägen: Besser könnte man auch Karl Voglers politischen Alltag in Bern kaum beschreiben. Er, der immer wieder – und nicht ohne Stolz – herausstreicht, dass er in verschiedenen politischen Analysen stets exakt in der Mitte angesiedelt wird, fühlt sich vor allem auf der Suche nach einem Konsens wohl. Mit markigen Worten die Konfrontation suchen: Das liegt ihm nicht. Die fortschreitende Schwächung der Mitteparteien macht ihm mitunter Sorgen: «Mittepolitik erfolgreich zu verkaufen, ist ganz, ganz schwierig», bedauert er. «Dabei bin ich überzeugt, dass eine politische Polarisierung dem Erfolgsmodell Schweiz abträglich ist.» Mittepolitik sei – anders als von einigen SVP-Exponenten immer wieder proklamiert – «keine Wischiwaschi-Politik, sondern die Suche nach einem Konsens».

Knapp 50 Vorstösse hat er in der vergangenen Legislatur im Parlament eingebracht, rund hundertmal stand er als Kommissions- oder Fraktionssprecher am Rednerpult. Für einen, der erst seit vier Jahren in Bern politisiert, sind das ausgesprochen hohe Werte. Politische Gegner können ihm – wie in einem Parlament notwendig und üblich – allerlei vorhalten. Mangelnden Fleiss und fehlendes Engagement kann ihm aber niemand vorwerfen. «Ich denke, ich bin schon sehr präsent im Parlament», sagt Karl Vogler. Allein ein 10-Minuten-Votum als Kommissionssprecher brauche mehrere Tage Vorbereitungsarbeit. «Da muss man absolut sattelfest sein, weil jeder und jede im Parlament mir während der Debatte Fragen stellen kann.»

An die Schaltzentralen in Bern gelangen

Auch die Anliegen des Kantons Obwalden hat Karl Vogler immer wieder nach Bern getragen: Stichworte sind etwa die Mittelleitplanke auf der A 8, das Schneesportzentrum oder der Hochwasserschutz. Allerdings geschieht diese Arbeit eher im Hintergrund. Auch dies sei oft ein Balanceakt, ein Abwägen: Vorstösse werden zwar in der Öffentlichkeit und den Medien stärker wahrgenommen, führen aber oft nicht zum gewünschten Ergebnis. «Ein Telefon oder eine E-Mail an die richtige Stelle in der Verwaltung kann unter Umständen wesentlich mehr bringen als ein Vorstoss», erklärt Vogler. Ein Gespräch unter vier Augen mit Personen an den «Schaltzentralen» in Bern wird dagegen in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. «Vernetzung und Kontaktpflege ist ein wesentlicher Teil meiner Arbeit in Bern.»

«Bin ein sehr glücklicher Mensch»

Freundlich, aber dezidiert gibt Karl Vogler im Gespräch mit unserer Zeitung auch zu verstehen, dass sein Suizidversuch vor knapp vier Jahren kein Thema mehr sein soll. Er hat mit diesen dunklen Stunden aus seinem Leben abgeschlossen. «Ich bin ein sehr glücklicher Mensch.» Ausgleich zum Alltag findet er noch immer beim Holzen im eigenen Waldstück in Bürglen oder beim Wandern. «Einfach in der Natur sein – das gibt mir Ruhe und Kraft.» Ein persönliches Highlight in seinem Leben sind seine Enkel. Nach der Geburt von Zwillingen wurde Karl Vogler vor zwei Jahren gleich im Doppelpack Grossvater. «Ich hätte nie gedacht, dass man zu Grosskindern eine derart intensive Beziehung aufbauen kann.»

Adrian Venetz

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.