OBWALDEN: Katzenquäler soll Busse zahlen

Der Mann, der Ende November in Sachseln eine Katze anschoss, erhält eine Busse und eine bedingte Strafe aufgebrummt. Ob er das akzeptiert, ist noch offen.

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Busse für den Katzenquäler aus Sachseln (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Busse für den Katzenquäler aus Sachseln (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Markus von Rotz

Bis nächste Woche hat der pensionierte Mann aus Sachseln Zeit zu entscheiden, ob er den Strafbefehl akzeptiert. Laut Staatsanwalt Jürg Boller lautet dieser auf «vorsätzliche Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz, sprich Tierquälerei». Dafür soll er eine Geldstrafe (Probezeit zwei Jahre) und eine Busse bezahlen. Die Summe wollen wegen des laufenden Verfahrens weder der Schütze noch der Staatsanwalt nennen.

Ende November hatte der Mann Schüsse auf eine Katze abgefeuert, die wegen ihrer Verletzungen später eingeschläfert werden musste. Der Mann wird erst nach einem bereits vereinbarten Termin mit seinem Anwalt entscheiden, ob er den Strafbefehl anfechten will. Er war damals sofort geständig.

Wollte wissen, warum sie krank ist

Dennoch lässt er auf Nachfrage durchblicken, dass er sich unkorrekt behandelt fühlt. «Ich kann jetzt ausbaden, was ein ganzes Quartier gestört hat», sagt D. C. *) Er habe schon lange ein Auge auf diese Katze gehabt. «Mein Hauptziel war, herauszufinden, warum die so krank ist.» Er habe die wilde, streunende Katze mit den Schüssen erlösen und dann zum Tierarzt bringen wollen, um untersuchen zu lassen, warum sie so dünnen Kot hat. Sie habe nämlich in der Umgebung immer wieder Gärten und Strassen verunreinigt, angelockt durch einen Nachbarn, der die Katzen immer wieder fütterte. Dieser Nachbar kam ihm denn auch zuvor. D. C. fand die Katze nach seinen Angaben nicht mehr.

«Normale Katzen gehen für ihr Geschäft auf eine Wiese», sagt der Mann, der von sich behauptet, grundsätzlich nichts gegen diese Vierbeiner zu haben. Er habe früher auch welche gehalten, und sein Sohn habe kurz vor dem Zwischenfall im Tierheim Paradiesli eine gekauft. «Das Ganze aber ist eine langjährige Geschichte, überall war dieser Katzengestank. Die Verunreinigungen liessen sich kaum wegwaschen», berichtet der Mann.

Nebenziel erreicht

Sein Hauptziel hat D. C. nicht erreicht, aber offenbar ein Nebenziel. Seit kurzem tauchte keine Katze mehr auf. Die seien wie vom Erdboden verschwunden. Der Nachbar habe auch seine Gitter vor den Fenstern, die er zum Schutz vor den Katzen angebracht hatte, entfernt. «Und mich grüssen nun plötzlich alle sehr freundlich im Quartier.» Er könne darum nicht begreifen, warum er von der Polizei so abgekanzelt werde. Es habe auch geheissen, er habe seine legal besessenen Gewehre inzwischen abgegeben. Das stimme zwar, habe aber nichts mit seiner Tat zu tun. Er sei schon vorher mit einem Polizisten deswegen in Kontakt gestanden.

Gerichtsfall möglich

D. C. kann nun entscheiden, ob er auf jeden Fall eine gerichtliche Beurteilung mit vorheriger Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft verlangen will, sagt Jürg Boller. Er kann auch einfach den Strafbefehl anfechten. Sollte er berechtigte Einwände haben, die eine Revision nötig machen, würde es einen zweiten Strafbefehl der Staatsanwaltschaft geben. Falls dieser wieder angefochten würde, käme es dann zu einer Gerichtsverhandlung.

*) Geänderte Initialen, Name der Redaktion bekannt