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OBWALDEN: Kernser trotzt Kälte von Korea

Martin Felix hat die Olympischen Spiele hautnah miterlebt. Als Kameramann war er für die SRG bei den Skirennen dabei. Mitgebracht hat er eine Erkältung, viele Eindrücke und Tipps, was bei Eiseskälte zu tun ist.
Franziska Herger
Martin Felix, Kameramann aus Kerns, an den Olympischen Winter­spielen in Pyeongchang. (Bild: PD)

Martin Felix, Kameramann aus Kerns, an den Olympischen Winter­spielen in Pyeongchang. (Bild: PD)

Interview: Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Während Olympia-Fans hierzulande von der warmen Stube aus mit den Athleten in Pyeongchang mitfieberten, stellte er in der eisigen koreanischen Kälte sicher, dass die Skirennen über unsere Mattscheiben flimmerten: Der in Alpnach aufgewachsene Martin Felix aus Kerns ist Kameramann für die SRG-Produktionsfirma TPC und war an den Olympischen Winterspielen bei den alpinen Ski-Rennen hautnah mit dabei. Nach drei Wochen vor Ort kehrte er diese Woche aus Pyeongchang zurück. Wir fragten nach seinen Eindrücken.

Martin Felix, Sie sind seit fünf Jahren Kameramann für TPC und haben schon zahlreiche Sportveranstaltungen mit der Kamera eingefangen. War Olympia da noch ein Traum oder für Sie einfach eine weitere Reihe von Skirennen?

Olympische Spiele sind natürlich immer etwas Spezielles, schliesslich habe ich sie schon als Kind vor dem Fernsehen gespannt mitverfolgt. Interessant sind auch all die teilnehmenden Länder, die sonst nicht im Skizirkus dabei sind. Ich hatte mir die Spiele zudem schon gross vorgestellt, war dann aber doch überwältigt vom Ausmass und davon, wie weit die Wettkampfstätten auseinanderlagen. Die Abfahrtspiste war etwa eine ganze Stunde per Bus vom olympischen Dorf entfernt.

Südkorea ist für Europäer nicht gerade eine naheliegende Winterdestination. Hatten Sie einen Kulturschock?

Nein, eigentlich kaum. Die Olympischen Spiele waren sehr gut organisiert. Nur die Kommunikation auf Englisch mit den vielen freiwilligen Helfern aus Südkorea war nicht immer ganz einfach. Wenn sie etwas nicht wussten, wollten sie es nicht offen zugeben, da es in ihrer Kultur wichtig ist, nicht das Gesicht zu verlieren. Informationen waren daher nicht immer sehr verlässlich. Einmal stieg ich in einen Bus ein, nachdem ich mich erkundigt hatte, ob er in meine Richtung fahre. Trotz Bejahen eines Helfers fuhr er dann prompt in die andere Richtung (lacht).

Was war Ihre Taktik, um sich während der Spiele wohl zu fühlen: möglichst westlich leben oder sich möglichst den Koreanern anpassen?

Eigentlich etwas von beidem. Beim Essen hatten wir während der Arbeit etwa ein Catering, das sehr westlich kochte. Am Abend haben wir dafür jeweils versucht, Koreanisch zu essen. In den einheimischen Beizen sass man auf dem Boden, was für uns sehr ungewöhnlich war. Beim beliebten «Korean Barbecue» brät man sein Essen auf einer Art Tischgrill selber. Das hat mir gefallen.

Was ist Ihnen von Ihren Einsätzen als Kameramann geblieben?

Die Abfahrt: Sie direkt auf der Piste mitzuverfolgen ist ein völlig anderes Erlebnis als zu Hause vom Sofa aus. Man ist nah dran, bekommt dafür aber nicht so genau mit, um wie viele Hundertstel es gerade geht.

Blieb bei der Arbeit Zeit, mit den Schweizer Athleten mitzufiebern?

Ja, es ist immer speziell, wenn man weiss, jetzt kommt gleich ein Schweizer. Man hofft noch mehr, dass sie etwa eine schwierige Stelle schaffen. Trotzdem ist es wichtig, konzentriert zu bleiben und auch für den nächsten Fahrer bereit zu sein.

Was war die grösste Herausforderung an den Skirennen?

Anfangs waren es die wegen des Windes verschobenen Rennen. Das führte zu einem sehr engen Programm, bei dem wir zum Teil zwei Rennen gleichzeitig filmen mussten – eines auf dem Technikhang, eines auf dem Abfahrtshang. Unvergesslich war zudem die Kälte, teilweise waren es minus 20 Grad.

Auch hierzulande ist es momentan frostig. Haben Sie nach drei Wochen Eiseskälte Tipps, wie damit umzugehen ist?

Das Zwiebelprinzip hat sich sehr bewährt, gleich wie Zehenwärmer, die man an die Socken kleben kann. Und wer wie ich die Hände zum Arbeiten braucht und darum keine allzu dicken Handschuhe tragen kann, dem empfehle ich Handwärmer-Kissen in der Jackentasche. Die halten bis zu acht Stunden.

Sie haben Ihren 40. Geburtstag in Pyeongchang gefeiert. Ein olympisches Fest?

Leider nein. Nach der Kombination am Donnerstag wäre die grosse Abschluss-Party eigentlich die ideale Gelegenheit zum Feiern gewesen. Ich lag aber leider mit einer Erkältung krank im Bett. Darum bin ich im Moment auch froh, wieder zu Hause zu sein. Für diesen Winter ist der Skizirkus für mich zu Ende. Ich freue mich aber schon, nächstes Jahr wieder dabei zu sein. Und meinen Geburtstag hole ich in der Schweiz sicher noch irgendwann nach.

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