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OBWALDEN: Lernende zaubern für ihre Chefs

18 lernende Köche haben für über 60 Ausbildner im Hotel Wilerbad wahre Leckerbissen auf den Tisch gezaubert. Das gelingt ihnen trotz eines grossen Gewusels in der Küche.
Romano Cuonz
Lernende bei der Vorbereitung des 5-Gang-Menüs: Laura Falleger (beide Bilder) sowie Christoph Wolf (rote Bluse) und Andreas Halter. (Bilder: Romano Cuonz (Wilen, 27. März 2018)t)

Lernende bei der Vorbereitung des 5-Gang-Menüs: Laura Falleger (beide Bilder) sowie Christoph Wolf (rote Bluse) und Andreas Halter. (Bilder: Romano Cuonz (Wilen, 27. März 2018)t)

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Meine 17 Klassenkollegen haben mich für heute zum ‹Küchenchef› gewählt, obwohl ich wie sie den Lehrabschluss als Koch erst noch bestehen muss», sagt der Nidwaldner Severin Odermatt nicht ohne Stolz. An diesem Abend trägt der junge Mann, der seine Kochlehre im Ennetbürger «Nidair» macht, grosse Verantwortung. Gemeinsam mit allen Kochlernenden des 3. Lehrjahrs wird er in der Küche des Hotels Wilerbad für über 60 Personen ein Menü mit fünf Gängen zubereiten. Dass die Gäste auch noch ihre ebenso erfahrenen wie kritischen Ausbildner – Lehrmeister, Berufsschullehrer und Experten – sind, macht die Sache nicht einfacher. Und doch möchte kein Lehrling den Anlass «Lernende kochen für ihre Ausbildner» mehr missen. «Es ist einfach nur ein wunderschöner Moment, wenn wir nach getaner Arbeit mit unsern Lehrern an einem Tisch sitzen und unsere Kreationen geniessen und besprechen dürfen», schwärmt Severin Odermatt.

In der Hotelküche herrscht ein unglaubliches Gewusel. Junge Köchinnen mit hohen weissen Hüten und Köche in schwarzen oder farbigen Berufsanzügen schneiden Sellerie in dünne Streifen, rühren in einer Pfanne. Einige kreieren eine süsssaure Sauce für Frühlingsrollen, andere Kräuterschaum und Randen-Chips für ein Süppchen. Als Laie bleibt einem nur das Staunen, dass trotz derart bunten Treibens schliesslich ein harmonisches Menü entstehen kann. Oder anders gesagt: dass in diesem Fall das Sprichwort «Viele Köche verderben den Brei» glatt Lügen gestraft wird.

Test und eine wichtige Erinnerung

Initiiert haben den Anlass vor fünf Jahren Vorstandsmitglieder von Gastro Obwalden: Präsident Hansruedi Odermatt vom «Bahnhöfli» und der Berufsbildungsverantwortliche Roland Vogler von der «Cantina Caverna», beide in Lungern. Vogler dazu: «Wenn bei diesem Anlass alle Lernenden für ihre Ausbildner kochen, ist es auch ein Testlauf vor ihrer Abschlussprüfung.» Noch wichtiger seien jedoch die bleibenden Erinnerungen für alle Beteiligten. Dem stimmt Kurt Wittwer, Fachlehrer an der Berufsschule in Sarnen, voll zu. «Wir haben für unsere Lernenden vier Warenkörbe für eine Vorspeise, eine Suppe, ein Fisch- und Fleischgericht sowie ein Dessert vorbereitet.» Mit dem Inhalt machten sie in der Schule Menüvorschläge und bereiteten in Gruppen Rezepte vor. Dieser besondere Abend sei so etwas wie ein – zwar noch lockerer und ganz im Team bestandener – Test. Vor allem gelte da: «Wer mit seiner Arbeit fertig ist, hilft Kolleginnen und Kollegen.»

Was die Lernenden an diesem Abend auftischen, ist ein Beweis für das hohe Niveau der Berufsbildung im Gastgewerbe. Das «Duett von pochiertem Saibling und sautierter Riesencrevette mit Safransauce» lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die Basilikum-Nudeln zum Roastbeef sind ein Gedicht. Sabrina Monti, die ihren Beruf im Kantonsspital Nidwalden lernt, sitzt nachher zufrieden mit Experten am Tisch. «Wir haben die Arbeit gut aufgeteilt und uns gegenseitig animiert, das gibt so kurz vor der Prüfung nochmals viel Selbstvertrauen», lobt sie. Auch der Lungerer Andreas Halter, der seine Lehre in der «Cantina Caverna» absolviert, isst zufrieden Panna-Cotta mit Himbeersauce, die er mitkreiert hat. «Wenn man allein in ein Dessert so viel Zeit investieren darf, kann man nach Herzenslust Dinge ausprobieren», sagt er. Und fügt im gleichen Atemzug hinzu: «Zusammen mit Kollegen macht das doppelt Spass.»

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