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OBWALDEN: Luzerner holt einen neuen Rekordfisch aus dem Melchsee

Gusti Berchtold, der Leiter der Bergseefischerei, hat schon vieles erlebt. Als er jedoch den beinahe meterlangen Seesaibling gesehen hat, den ein Luzerner kürzlich aus dem See auf Melchsee-Frutt zog, musste auch er erst mal leer schlucken.
Romano Cuonz
Ueli Fankhauser aus Luzern fing den gut 9 Kilo schweren und 94 Zentimeter langen Kanadischen Seesaibling. (Bild: PD)

Ueli Fankhauser aus Luzern fing den gut 9 Kilo schweren und 94 Zentimeter langen Kanadischen Seesaibling. (Bild: PD)

Endlich war er da, der Eröffnungstag der Fischereisaison 2017, den die Bergsee-Sport­fischer so sehnlich erwartet hatten. An den Ufern der drei Fruttseen (Melchsee, Tannensee und Blausee) standen sie schon seit 5 Uhr in der Früh. Nicht weniger als 250 Sportfischer waren es. Das Wetter herrlich, die Bedingungen optimal. Und so hofften und harrten sie alle aufs Gleiche: dass es an der Fischschnur rucken und zucken möge. Dass sich die Rutenspitze beinahe bis zum Wasser biege und endlich der ganz grosse Fisch anbeissen ­würde.

Und es war ein wirklich guter Fischertag. Schon nach kurzer Zeit hatten die Ersten ihr Tageslimit von fünf Forellen erreicht. Gusti Berchtold, Leiter der Frutt-Fischerei, durfte da eine 60 Zentimeter lange Forelle und dort einen prächtigen Seesaibling bewundern. Aber aus der Fassung brachte ihn all das nicht: Schliesslich war er ja dabei gewesen, als auf den Saisonstart hin drei Tonnen Fische eingesetzt worden waren: Saiblinge, Bachforellen, Regenbogenforellen mit stattlichen Massen. «Ein solcher Besatz ist nötig, verkaufen wir doch pro Saison neben 3800 Tages­karten stets auch 75 bis 80 Saisonpatente», so Berchtold.

Dann traute er seinen Augen nicht

Es war schon Nachmittag, die Sonne brannte auf den Wasserspiegel, da läutete das Handy von Gusti Berchtold Sturm. Am andern Ende die völlig aufgeregte Stimme eines langjährigen Melchsee-Fischers aus Luzern. Er habe vom Boot aus ein wahres «Krokodil» von Fisch gefangen, rief Ueli Fankhauser in den Hörer. Den müsse selbst er als Fischereiaufseher unbedingt gesehen haben! Obwohl Gusti Berchtold nur zu gut wusste, dass Fischerlatein Fische oft länger macht, als sie sind, liess er sich nicht zweimal bitten. Und tatsächlich: Was ihm Fankhauser und sein Begleiter Stefan Lang da zeigten, verschlug selbst dem erfahrenen Mann vorerst die Sprache. Und wie er sie endlich wieder fand, rief er baff: «Das muss ein neuer Frutt-Rekord sein!» Was die Luzerner da gefangen hatten, war ein Kanadischer Seesaibling oder auch Namaycush mit 94 Zentimetern Länge. Auf die Waage brachte er das stolze Gewicht von 18,5 Pfund. Der bisherige Rekord von 2007 lag bei 84 Zentimetern. «Ich schätze, dass dieses Exemplar 20 Jahre im See gelebt und allen Anglern getrotzt hat», so Berchtold. Und was tut man mit so einem Ungetüm? «Die beiden Petrijünger haben mir versprochen, dass sie den Fisch ausstopfen lassen und dann zum allseitigen Staunen auf Melchsee-Frutt präsentieren werden.» Er freut sich schon jetzt auf das Ah und Oh, das der Brocken bei ­Gästen auslösen wird.

Gusti Berchtold ist zum einen verantwortlich für die Bewirtschaftung der Gewässer und den ständigen Besatz mit genügend Fischen. Daneben aber leitet er das Familienfischen oder bringt als Guide Jungfischern und Privatpersonen das Einmaleins des Angelns bei. Im Winter instruiert Berchtold Interessenten beim Eisfischen. Auch die Ausbildung der Fischereiaufseher obliegt ihm. «Wir sind zu sechst und achten darauf, dass beim Fischen alle Regeln des Tierschutzes beachtet werden.» Der Mann in der feldgrauen Uniform ist überaus innovativ. Als kürzlich das «Frutt-­Lädeli» schloss, schlug er der ­Fischereikommission vor, in der alten Bergstation einen Verkaufs-automaten zu platzieren. Neben Tagespatenten kann man dort schon morgens um fünf diverse Köder und Fischereiartikel erwerben. Nicht genug damit: Noch diesen Sommer will Berchtold in der alten Station eine ganz neue Fischputz- und Filetierstation eröffnen. «Ziel ist es, dass Fischergäste ihre Beute dort umweltbewusst verarbeiten und Innereien fachgerecht entsorgen können.»

Saubere Schweizer Gewässer

Fischereiverband  «Die Gewässer in der Schweiz werden seit Jahren mit einem unglaublichen Cocktail von Pestiziden und Herbiziden vergiftet – und keiner schaut hin, geschweige denn tut etwas», moniert der Schweizerische Fischerei-Verband und verlangt Massnahmen. Doch Alain Schmutz, Leiter Abteilung Umwelt Obwalden, gibt Entwarnung: «Bei uns weisen Seen und Bäche keine relevanten Belastungen mit Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden aus der Landwirtschaft auf», sagt er. Dies gelte auch für den Vierwaldstättersee: «Bei einer Untersuchung wurde 2009 festgestellt, dass er so gut wie keine nachweisbare Belastung mit Pestiziden aus der Landwirtschaft aufweist.» Von grösserer Bedeutung aber seien Mikroverunreinigungen aus der Siedlungsentwässerung, besonders Rückstände von Arzneimitteln oder Haushaltschemikalien. (cuo)

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Gusti Berchtold ist für die Fischerei in den drei Bergseen auf der Frutt verantwortlich. (Bild: Romano Cuonz, Obwaldner Zeitung / Melchsee-Frutt, 26. Juni 2017)

Gusti Berchtold ist für die Fischerei in den drei Bergseen auf der Frutt verantwortlich. (Bild: Romano Cuonz, Obwaldner Zeitung / Melchsee-Frutt, 26. Juni 2017)

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