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OBWALDEN: Markus «Tschüss» Müller war eine Legende

Markus «Tschüss» Müller konnte Athleten mitreissen und trainierte die «Gold-Meitli» Gisin und Feierabend. Der mit nur 61 Jahren Verstorbene hinterlässt eine Lücke.
Franziska Herger
Markus «Tschüss» Müller. (Bild: PD)

Markus «Tschüss» Müller. (Bild: PD)

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Das olympischste Dorf der Schweiz – so wurde Engelberg von einer grossen Schweizer Tageszeitung betitelt. Im Klosterdorf ist man mächtig stolz darauf. Grundlage des Erfolgs sei die gute Nachwuchsförderung mit Skiclub und Sportmittelschule, darüber war man sich an der Empfangsfeier für die beiden Olympiasiegerinnen Michelle Gisin und Denise Feierabend sowie die Biathletin Lena Häcki einig.

Anteil an diesem Erfolg hatte auch Markus Müller, allseits bekannt als «Tschüss». «Es braucht immer auch einzelne Trainer, die einen Unterschied machen», sagte Skirennfahrer Marc Gisin am Empfang in seiner Videobotschaft. «Dabei denke ich an Tschüss, der jetzt leider nicht mehr unter uns ist.» Tschüss Müller verstarb vor wenigen Wochen während Bikeferien in Neuseeland nur 61-jährig an einem Herzinfarkt. «Er war eine absolute Legende», so Marc Gisin. Die 1500 Feiernden im Sporting Park gedachten seiner mit einer Schweigeminute. Keiner blieb sitzen. Was macht einen Trainer aus, der eine solche Wirkung hinterlässt? «Tschüss hat neben seinem Trainerjob bei uns auch im Skiclub den Nachwuchs trainiert», sagt Eskil Läubli, Geschäftsführer der Sportmittelschule. «Dadurch hat er junge Athleten oft von klein auf begleitet.»

Er hatte sich ganz dem Skisport verschrieben

Unter Tschüss Müllers Schützlingen war neben Michelle und Marc Gisin sowie Denise Feierabend auch Freestyle-Skifahrer Fabian Bösch. Vater Markus Bösch ist im Vorstand des Skiclubs Engelberg und kannte Müller seit Jahren. «Tschüss hatte sich mit Leib und Seele dem Skisport verschrieben», so Bösch. «Er leitete für den Skiclub etwa Trainings in der Begabtenförderung. Wenn Not am Mann war, konnte man Tschüss jederzeit anrufen. Er war eine gute Seele, und er fehlt.»

Tschüss Müller fuhr früher selber Skirennen. Seit 12 Jahren war der Verbandstrainer Swiss- Ski und J+S-Experte in Engelberg für den Skiclub tätig, seit ganzen 18 Jahren für die Sportmittelschule. Diese Erfahrung sei viel wert gewesen, sagt Walter Windlin, Chef Alpin beim Skiclub. «Er konnte den Athleten zeigen, was auf sie zukommt.» Auch zwei Töchter von Tschüss zog es in den Schneesport: Tamara Müller fuhr als Skirennfahrerin im Weltcup mit und Martina Müller ist Freestyle-Fahrerin.

So schnell, dass man ihn immer nur von hinten sah

Tschüss Müllers zweite grosse Passion war das Biken. Der gebürtige Zuger führte das Bikegeschäft Bike n’ Roll mitten im Dorf. «Er war eine Institution hier oben. Jeder weiss, wer Tschüss ist», sagt Markus Bösch. Der Spitzname stammt aber aus einem anderen Sport, erklärt Tschüss’ Ehefrau Claudia Müller. «Als er noch in der Nati A Wasserball spielte, war er der Schnellste. Man sah ihn immer nur von hinten, daher ‹Tschüss›». Die frühere Weltcupskifahrerin arbeitete mit ihrem Mann als Trainerteam zusammen. «Wir haben uns ohne Worte verstanden», so Müller. «Ich habe an meinem Mann immer bewundert, wie treffend seine Korrekturen für die Athleten waren. Er konnte die Jungen mitreissen.»

Nach einer Nachfolge für den beliebten Trainer werde gesucht, sagt Eskil Läubli. Aber eine solche Lücke zu füllen, sei nicht einfach. «Auch für die Jugendlichen ist es schwer, ihn als Bezugsperson zu verlieren. Was er bewirkt hat, hat man ja jetzt an den Olympiamedaillen gesehen.»

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