OBWALDEN: Mittäter oder nur Gehilfe beim Überfall?

Innert dreier Monate hatten 2009 zwei Männer zwei Mal die Filiale Alpnach der Kantonalbank überfallen. Einer der Räuber stand vor Obergericht.

Robert Hess
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Stand nach zwei Überfällen 2009 unter Bewachung: die Filiale der Obwaldner Kantonalbank in Alpnach. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Stand nach zwei Überfällen 2009 unter Bewachung: die Filiale der Obwaldner Kantonalbank in Alpnach. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Die beiden Männer hatten die Filiale der Obwaldner Kantonalbank in Alpnach am 8. Juli und 9. Oktober 2009 überfallen und dabei rund 176 000 Franken erbeutet. Am 8. Januar 2010 konnten die beiden Bankräuber verhaftet werden.

An der Obergerichtsverhandlung ging es um die Frage, ob der Beschuldigte S. bei den Überfällen Mittäter (also die Taten gemeinsam mit dem Komplizen M. beging) oder lediglich Gehilfe von M. war und damit mit einer milderen Strafe rechnen konnte.

Für Staatsanwalt Bernhard Schöni war die Sache klar: «Der Beschuldigte hat sowohl beim Entschluss und der Planung als auch bei der Ausführung der Raubtaten einen derart massgebenden Tatbeitrag geleistet, dass die Ausführung der Delikte ohne ihn gar nicht möglich gewesen wären.» Schöni forderte eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und eine Busse von 700 Franken. Anders sah die amtliche Verteidigerin, Lucia Omlin, die Sache. Sie beantragte, das Urteil des Kantonsgerichts aufzuheben. «Der Beschuldigte sei lediglich der Gehilfenschaft zum mehrfachen Raub schuldig zu sprechen», forderte sie. Sie beantragte eine bedingte Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahre.