OBWALDEN: Naturschützer zeigen sich enttäuscht

Aus Sicht des Naturschutzes ist der Stollen eine schlechte Lösung. Kritik gibts vor allem an der Informationspolitik des Kantons.

Adrian Venetz
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Hier in Alpnach beim Wichelsee soll das eine Ende des Stollens gebaut werden. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Hier in Alpnach beim Wichelsee soll das eine Ende des Stollens gebaut werden. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

«Wir sind gar nicht glücklich, wie das gelaufen ist», sagt Hanspeter Rohrer, Geschäftsführer von Pro Natura Unterwalden, zu den Plänen der Regierung, den Hochwasserschutz mit einem Stollen zu lösen. Er stört sich vor allem daran, dass Pro Natura «aus den Medien erfahren musste, was die Regierung nun entschieden hat und wie es weitergehen soll». Der Umweltschutzverband sei letztmals im Frühling 2013 informiert und angehört worden.

Stollen ist «altmodisch»

Pro Natura Unterwalden hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ihr die Verbreiterung und Tieferlegung der Sarneraa sympathischer ist als ein Stollenbau. «Einen Fluss ‹einsperren› oder eben das Wasser über einen Stollen abführen – das ist altmodischer Hochwasserschutz», sagt Hanspeter Rohrer. Sorgen bereitet dem Umweltschutzverband nicht unbedingt der Stollen an sich, sondern vor allem das Einlaufbauwerk am Sarnersee und das Auslaufbauwerk beim Wichelsee. «Das Einlaufbauwerk wird an einem Ort des Sees erstellt, wo das Ufer heute noch weitgehend intakt und unberührt ist.»

Der Obwaldner Baudirektor Paul Federer räumt ein, dass die Regierung jüngst wenig Kontakt hatte zu den Naturschutzorganisationen. «In den letzten Monaten ist es vor allem darum gegangen, dass wir endlich einen Entscheid auf dem Tisch haben», so Federer. «Aber wir haben die Umweltverbände nicht vergessen. Jetzt, wo wir den Variantenentscheid gefällt haben, werden wir wieder auf sie zugehen und sie in die weitere Planung mit einbeziehen.»