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OBWALDEN: Naturspektakel steht bald allen offen

Die riesige Schrattenhöhle war bislang das Terrain von Forschern. Nun dürfen auch Gäste die geheimnisvolle Unterwelt auf Melchsee-Frutt erkunden. Erste geführte Touren werden noch diesen Herbst angeboten.
Adrian Venetz
Der Umkehrpunkt der Höhlentour im sogenannten «Wanderweg» der Schrattenhöhle. (Bild: Lauber/NeKO-Stiftung)

Der Umkehrpunkt der Höhlentour im sogenannten «Wanderweg» der Schrattenhöhle. (Bild: Lauber/NeKO-Stiftung)

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

Die Melchsee-Frutt hat nicht nur oberirdisch für Wanderer und Skifahrer einiges zu bieten. Weit über 100 grosse und kleine Höhlengänge führen auch im Untergrund dieser Berglandschaft durch das Karstgestein. Eine davon ist die Schrattenhöhle mit einer Gesamtlänge von knapp 20 Kilometern. Bislang war dieses Höhlensystem vornehmlich das Terrain von Forschern, namentlich der Höhlenforscher-Gemeinschaft Unterwalden (HGU) und der Stiftung Naturerbe Karst und Höhlen Obwalden (NeKO).

Das soll sich nun ändern. Künftig wird der Tourismusverein Melchsee-Frutt gemeinsam mit Partnerorganisationen geführte Touren in einem geeigneten Abschnitt der Schrattenhöhle anbieten. «Wir sind auf der Zielgeraden», freut sich Ernst Aufdermauer, Präsident des Tourismusvereins. «Noch werden letzte Installationsarbeiten ausgeführt, dann kann es losgehen.»

«Man trifft auf irrsinnig schöne Strukturen»

Die «Innenausstattung» der Höhle beschränkt sich dabei auf ein Minimum. Einige Leitern und befestigte Stahlseile helfen den künftigen Höhlengängern bei schwierigen Passagen. Fehlen werden dagegen eine bunte Ausleuchtung der Höhle für Gäste, wie dies bei anderen Höhlentouren in der Schweiz teils anzutreffen ist. Möglichst naturnah und schlicht soll das Höhlenerlebnis auf Melchsee-Frutt sein. «Man trifft auf irrsinnig schöne Strukturen», sagt der Kernser Bergführer Niklaus Kretz. Er ist einer der Guides, welche die Besucher – ausgerüstet mit Helm, Stirnlampe und gutem Schuhwerk – durch die Höhle führen werden.

Knapp vier Stunden dauert das unterirdische Erlebnis, der Preis pro Person wird zwischen 150 und 200 Franken liegen. Erste Touren werden im Verlauf des Herbsts angeboten. Je nach Schneeverhältnissen kann die Höhle auch während der Wintermonate erkundet werden. Wie gut das neue Angebot in der Schrattenhöhle ankommt, wird sich zeigen. «In einer zweijährigen Pilotphase werden wir dies ausloten können», sagt Ernst Aufdermauer. Rund 30000 Franken habe man bislang investiert, um in der Schrattenhöhle Touren anbieten zu können. Dazu brauchte es auch eine Bewilligung des Kantons. Zwar ist es Wanderern grundsätzlich nicht verboten, eine Höhle zu betreten. Doch will man daraus ein kommerzielles Angebot machen, müssen verschiedene Anforderungen erfüllt sein – etwa bezüglich Umweltschutz und Rettungskonzept.

Bei der Schrattenhöhle ist der «Haupteingang» abgeschlossen. Grund: Zur Höhle gelangt man via einen kleinen Tunnel, durch den auch eine Druckleitung des gestauten Melchsees führt. Damit dieser Eingang in den Berg künftig für Touren benutzt werden kann, musste der Tourismusverein als auch das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) mit ins Boot geholt werden. Dem Bau dieses Druckleitungsstollens ist es überhaupt zu verdanken, dass damals eine Höhlenspalte entdeckt wurde. 1984 machten die Höhlenforscher-Brüder Trüssel (heute HGU) die ersten grossen Entdeckungstouren und gaben ihr den Namen Schrattenhöhle. Den Eingang zum Stollen erreicht man von der Bergstation der Melchsee-Frutt aus nach etwa einer halben Stunde Marsch in nördliche Richtung. Bei den künftigen Touren in die Schrattenhöhle führt der Weg zuerst rund 600 Meter entlang der Druckleitung im Stollen, dann gelangt man durch eine Luke in die Höhle, wo das Abenteuer losgehen kann.

Hinweis

Erste Touren werden voraussichtlich ab Oktober/November durchgeführt und dann publiziert auf www.melchsee-frutt.ch

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