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OBWALDEN: Neue Deponie für Stollenbau nötig

Fängt der Bau des Hochwasserschutzstollens an, braucht es viel Platz fürs Ausbruchmaterial. Mit «Hinterflue» verfolgt die Korporation Kerns aber auch eigene Ziele.
In diesem Gebiet südwestlich von Kerns soll die Deponie entstehen. (Bild Christoph Riebli)

In diesem Gebiet südwestlich von Kerns soll die Deponie entstehen. (Bild Christoph Riebli)

Christoph Riebli

Auf rund 16,6 Hektaren in der Landwirtschaftszone und teils auch im Waldareal (2,7 ha Rodungsfläche) soll südwestlich von Kerns eine neue Deponiezone entstehen ausserhalb des Dorfes in der Nähe des Foribachs zwischen Sarnen und Kerns. Das Volumen der Deponie Hinterflue beträgt rund 1,2 Millionen Kubikmeter für unverschmutzten Aushub sowie 140 000 Kubikmeter für die Ablagerung von sogenannten Inert­stoffen (Abfälle aus gesteinsähnlichen Bestandteilen). Diese sollen teilweise vor Ort auch wiederaufbereitet werden können, etwa für Schotter.

Das geht aus dem Bericht der Regierung an den Kantonsrat hervor, der den auf maximal 16 Jahre befristeten Nutzungsplan mit entsprechendem Zonenplan und Reglement an seiner Sitzung vom 27. Mai behandelt.

Korporation ist Mitbetreiberin

Die Korporation Kerns stellt rund die Hälfte des Landes für die Deponie zur Verfügung. Zusammen mit der Melk Durrer AG und der Teilsame Dorf tritt diese durch die Deponie Obwalden AG zugleich als Mitbetreiberin auf. «Das ist ein wichtiges Projekt für uns», sagt Korporationspräsident Niklaus Ettlin auf Anfrage. Dass die Korporation selbst aktiv wird und nicht bloss Abgeltung kassiere, habe gute Gründe: «Wir möchten sicherstellen, dass auf der Deponie für alle die gleichen Bedingungen gelten», so Ettlin. Erreicht werden soll dies, in dem die Korporation die finanzielle und administrative Führung übernimmt, die Melk Durrer AG als Bauunternehmung für den Betrieb zuständig ist.

Finanzierung der Fruttstrasse

Zudem verknüpft die Korporation mit den Deponieverträgen die Sanierung der Strasse zwischen Melchtal und Stöckalp eine Auflage des Kantons im Rahmen der Erneuerung der Gondelbahn nach Melchsee-Frutt, die es bis 2020 zu erfüllen gilt. Kostenpunkt: etwa 6,5 Millionen Franken. «Für die Korporation ist das ein rechter Happen», meint Ettlin. Abklärungen zur Inbetriebnahme der Deponie Hinterflue, mit der man dieses Geld erwirtschaften möchte, laufen deshalb schon seit mehreren Jahren.

Um den Deponiebetrieb aufzuziehen, rechnet Niklaus Ettlin mit rund einem Jahr Vorlaufzeit sowie Investitionen von rund 1,5 Millionen Franken inklusive bereits finanzierter Planungskosten. Für die Erschliessung muss beispielsweise noch eine Brücke über den Foribach ersetzt sowie eine Flurstrasse ausgebaut werden.

«Stuechferich schnell voll»

Gemäss kantonaler Richtplanung dürfen im Sarneraatal gleichzeitig höchstens zwei Deponiestandorte betrieben werden. Die Deponie Underhus, ebenfalls in Kerns, wird derzeit abgeschlossen und das Gelände rekultiviert eine Vorgabe inklusive ökologischer Massnahmen, die auch die Deponie Hinterflue dereinst betreffen wird –, wie es im Bericht weiter heisst.

Die Deponie Stuechferich, die aktuell einen grossen Teil des Materials von der Baustelle des Sicherheitsstollens für die A 8 in Sachseln aufnimmt, soll noch bis Ende 2020 in Betrieb bleiben. «Stuechferich ist aber relativ schnell voll, wenn die Arbeiten am Hochwasserstollen beginnen», sagt der Obwaldner Baudirektor Paul Federer. So habe man mit der Deponie Hinterflue einen Nachfolger, der für den Stollenbau geografisch ebenfalls vorteilhaft liege.

«Dass als Nächstes die Deponie Hinterflue eröffnet werden kann, hat jedoch damit nichts zu tun», so Federer weiter. Das Kernser Projekt sei planungsmässig am weitesten fortgeschritten, da die privaten Gesuchsteller schon länger daran arbeiteten. Auf wann eine Betriebsbewilligung für die Deponie Hinterflue in Aussicht steht, ist noch unklar. Nicht zuletzt hänge dies mit Verzögerungen durch allfällige Einsprachen vor Verwaltungsgericht zusammen.

Die drei aus der Projektauflage hervorgegangenen Einsprachen wurden allesamt bereinigt, respektive eine, «bei der es im weitesten Sinne um den Zeitplan ging», von der Regierung abgewiesen, da der Einsprecher nicht beschwerdeberechtigt war.

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