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OBWALDEN: Neue Museumsleiterin: Sie bringt Bruder Klaus in die Moderne

Die Sarnerin Carmen Kiser leitet seit drei Monaten das Museum Bruder Klaus in Sachseln. Ihr Mittel gegen die «Bruder-Klaus-Müdigkeit» nach dem Jubiläumsjahr: Viel Technik – aber bald mal Schluss mit dem Rampenlicht für den Nationalheiligen.
Franziska Herger
Museumsleiterin Carmen Kiser und Bruder Klaus. (Bild: Corinne Glanzmann (Sachseln, 21. März 2018))

Museumsleiterin Carmen Kiser und Bruder Klaus. (Bild: Corinne Glanzmann (Sachseln, 21. März 2018))

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Der Keller ist zum Lager umfunktioniert, der Elektriker will ein Ersatzteil bestellen, und der Kurier sollte auch schon lange da sein: Carmen Kiser, die neue Leiterin des Museums Bruder Klaus in Sachseln, steckt bis zum Hals in Vorbereitungen für die Saisoneröffnung (siehe auch Hinweis unten). «Ich bin eine richtige Feld-Wald-und-Wiesen-Kuratorin», sagt die 40-jährige Sarnerin. Ganz anders als in ihrer bisherigen Arbeit im Museum Aargau auf Schloss Lenzburg, «wo es für alles eine Abteilung gab», so die Nachfolgerin von Urs Sibler. «Hier bin ich mit dem kleinen Team für alles zuständig: Technik, Marketing, Personal, Ausstellung und auch mal die Gartenbepflanzung.»

All diese Aufgaben unter einen Hut zu bringen, sei ihre grösste Herausforderung, sagt Carmen Kiser. Die zweite ist der Wettlauf gegen die Zeit. Nur zweieinhalb Monate blieben der neuen Kuratorin seit ihrem Amts­antritt Anfang Jahr, um das Frühlingsprogramm auf die Beine zu stellen. «Das hat mir die eine oder andere schlaflose Nacht bereitet», meint sie. Entstanden ist die kleine, aber feine Ausstellung «Schulterblicke», mit der das Museum zurückschaut auf das Bruder-Klaus-Gedenkjahr 2017 und die Werke, die es inspiriert hat.

Den Künstlern auf die Spur gekommen

Kiser legt den Fokus dabei auf den Schaffensprozess verschiedener Künstler. «Es ist spannend, zu erfahren, was hinter der Kunst steckt, statt sie nur zu sehen oder zu hören und zu urteilen», meint sie. Wie etwa hat Bildhauer Rochus Lussi die älteste Bruder-Klaus-Statue authentisch kopiert? Und wie sind die Musiker Christoph Blum (Ranft-Suite), Jul Dillier (Visionsgedenkspiel) und Joël von Moos (Dorothea-Kantate) an ihre Bruder-Klaus-Kompositionen herangegangen? Hinweise finden sich in Fotografien verschiedener Schnitzstadien und in Notenblättern voller Kaffeeflecken und krakeliger Notizen. Im Hörraum können Besucher den Künstlern mit Kopfhörern lauschen, im Leseraum in der Flut von Publikationen schmökern, die im Gedenkjahr zum Nationalheiligen entstanden sind. Sie haben auch Carmen Kiser die Arbeit erleichtert. Gleichzeitig stellt die Museumsleiterin in der Bevölkerung eine gewisse Bruder-Klaus-Müdigkeit fest. «Irgendwann ist ja auch mal gut», lacht sie.

Keine einfache Situation für ein Museum, dass nun mal dem berühmten Eremiten gewidmet ist, meint Kiser. Ab Sommer steht daher erst mal nicht Bruder Klaus im Fokus. In der am 1. Juli beginnenden Sommerausstellung wird es um das Museumsgebäude gehen, die frühere Heimat der Nachfahren von Niklaus von Flüe. «Neben Interventionen von Künstlern planen wir architektonische und geschichtliche Elemente mit Anekdoten aus dem Leben der Bewohner.» Der studierten Ethnologin und Museologin sind Quellen und Fakten wichtig. Trotzdem sei Museumsgestaltung immer auch ein Geschichtenerzählen, «und da gehören Legenden dazu».

Geschichte mit dem Tablet erleben

Als die neue Museumsleiterin vor einem Jahr vorgestellt wurde, war die Rede von jugendlichem Elan, mit dem sie das Museum in die Zukunft steuern werde. Was will Carmen Kiser anders machen? Sie überlegt: «Ich denke sicher immer an die technischen Möglichkeiten.» Mit der Sarnerin haben denn auch Beamer, Mediaplayer und Tablets im Museum Einzug gehalten. Letztere will Kiser in einer weiteren Ausstellung verwenden, an der sie arbeitet: «Mit den Tablets sollen die Besucher alte Stammbäume der Nachfahren von Bruder Klaus erforschen können», gibt sie einen kleinen Einblick. Doch zunächst ruft ihre erste Ausstellung, und zwar durch ein Klopfen an der Tür: der Elektriker. Schon verschwindet Carmen Kiser wieder in den Tiefen des Museums.

Hinweis

Die Saisoneröffnung im Museum Bruder Klaus in Sachseln findet heute um 11 Uhr statt. Das Frühlingsprogramm «Schulterblicke» ist bis 17. Juni zu sehen.

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