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OBWALDEN: Neuer Priester verspricht Exotik

Abbé Pascal Tshombokongo (43) ist ab Oktober als Priester in Lungern und Flüeli-Ranft tätig. Der Kongolese hatte die Wahl zwischen Zürich und Obwalden.
Pfarreileiter Dirk Günther und Abbé Pascal Tshombokongo vor der Pfarrkirche in Lungern. (Bild Marion Wannenmacher)

Pfarreileiter Dirk Günther und Abbé Pascal Tshombokongo vor der Pfarrkirche in Lungern. (Bild Marion Wannenmacher)

Marion Wannemacher

Die Chemie stimmt. Da sitzen zwei Kirchenmänner am Tisch in der gediegenen Pfarreistube, scherzen und lachen herzlich miteinander. Heute sehen sich Abbé Pascal Tshombokongo und Dirk Günther, Pfarreileiter von Lungern, erst zum zweiten Mal in ihrem Leben. «Beeindruckend finde ich seine wohltuende, herzliche Art», sagt Günther.

Über zwanzig Jahre war er Seelsorger in Lungern, bis er kündigte und ging. Nach einer Auszeit von drei Jahren wurde Dirk Günther wieder angefragt, für ihn offensichtlich überraschend und ungeplant. Seit Anfang August ist er wieder im Amt. «Das ist wie nach Hause kommen, aber gleichzeitig besonders, weil ich es nicht so geplant hatte», beschreibt er.

Wohnung im Pfarrhaus

Weiterhin im Amt werden ihn Pater Dominik und Pater Ansgar vom Benediktinerkollegium in Sarnen unterstützen. Und ab dem 1. Oktober Abbé Pascal Tshombokongo, der ebenfalls priesterliche Aufgaben wahrnehmen wird. Zu 40 Prozent wird er in der Pfarrei Lungern arbeiten, zu 60 Prozent in Flüeli-Ranft, auf zwei Jahre befristet. Wohnen wird der 43-Jährige im Pfarrhaus Lungern. Danach geht er wieder in seine Heimat.

Natur und Berge

Auf zwei Stellen hatte sich der gebürtige Kongolese beworben: die eine war eine Pfarrei in Zürich, die andere hier in Obwalden. Die Entscheidung sei ihm leichtgefallen, erzählt er in perfektem Hochdeutsch: «Zürich hat Stadtatmosphäre, hier sind Natur und Berge.»

Die Berge erinnerten ihn an seine vier Jahre in Innsbruck. Dort hat Abbé Pascal Tshombokongo am Jesuitenkolleg Canisianum gelebt und an der Uni studiert. In Innsbruck wurde er zum Diakon geweiht. 2012 promovierte er an der dortigen Uni über die Einflüsse der Musik im Gottesdienst der kongolesischen Kirche.

«Musik ist Gebet»

«Musik im Gottesdienst ist eine Sprache, eine Kommunikation mit Gott und untereinander. Sie ist keine Dekoration oder Nebensache, sondern eine Art von Gebet und Verkündigung», sagt er. Ausserdem habe ihn die Zusammenarbeit mit Laien interessiert. Das kennt Pascal Tshombokongo aus Kinshasa, der Hauptstadt des Kongo.

Von Bruder Klaus habe er zum ersten Mal durch einen Mitbruder erfahren. «Er hat uns in Einkehrtagen im Priesterseminar von ihm erzählt.» Im Februar sei er zum ersten Mal in den Ranft gegangen. «Das ist eine offene Tür für eine Glaubenserfahrung.» Das Thema Pilgern interessiere ihn: «Das ganze Leben ist eine Pilgerschaft.» Auch er könne sich vorstellen, selbst einmal zu pilgern. Er freut sich, dass das Jubiläum, das 600. Geburtsjahr im Jahr 2017 von Niklaus von Flüe, in seine Zeit fällt.

Unterschiedliche Grusskultur

Bei seiner Arbeit sind für Abbé Pascal die Beziehungen zu Menschen sehr wichtig. Berührungsängste kennt er nicht. «Bei uns beginnt die Beziehung ganz einfach mit einer Begrüssung und einem Lächeln.» Er habe mal in Innsbruck eine ältere Frau gegrüsst, die ganz erstaunt über seinen Gruss gewesen sei. «Kennen wir uns?», habe sie ihn gefragt und ihn aufgeklärt, das Grüssen Unbekannter sei bei ihnen nicht üblich. «Das war wie ein Schock für mich», erzählt Tshombokongo. «Es kostet ja doch nichts», fügt er mit einem Schmunzeln hinzu. Auch die Thematik Landwirtschaft ist dem 43-Jährigen durchaus vertraut. Seine Eltern bauten daheim Kaffee, Reis und Mais an, erzählt er.

Abbé Pascal kommt aus einer Familie mit sieben Kindern und ist in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Materieller Wohlstand ist für ihn keine Selbstverständlichkeit. Nach der Primarschule habe er sich das Geld für Schulmaterialien wie Hefte oder Stifte selbst verdient.

«Der Dienst ist im Zentrum»

Auf die Frage nach seinen Zielen für seine Arbeit antwortet Pascal Tshombokongo: «Mir gefällt das deutsche Wort ‹Gottes-Dienst›. Der Dienst ist im Zentrum. Wir Priester sind alle im Dienst. Zuerst ist es ein Dienst an Gott und ein Dienst Gottes an den Menschen. Ich habe kein anderes Ziel als den Dienst.»

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