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OBWALDEN: Neues Angebot erhöht Chancen im Beruf

Wer einen anerkannten Berufsabschluss vorweisen kann, kommt im Berufsleben besser voran. Der Kanton geht mit einem Online-Angebot ganz neue Wege.
Interview Daniel Schwab/Apimedia
BWZ-Rektor Daniel Henggeler: «Unser Zielpublikum sind Erwerbstätige, von denen viele eine eigene Familie haben.» (Bild Apimedia)

BWZ-Rektor Daniel Henggeler: «Unser Zielpublikum sind Erwerbstätige, von denen viele eine eigene Familie haben.» (Bild Apimedia)

Interview Daniel Schwab/Apimedia

Um nachträglich einen Berufsabschluss zu erwerben, können Erwachsene am Berufs- und Weiterbildungs-zentrum (BWZ) Obwalden demnächst den allgemeinbildenden Unterricht – kurz ABU – nachholen. Und das geschieht auf ganz besondere Weise, wie Rektor Daniel Henggeler erklärt. Bereits gibt es auch ausserkantonale Interessenten dafür, so dass Henggeler nicht an der Nachfrage zweifelt.

Das BWZ Obwalden lanciert im kommenden Schuljahr den Ausbildungsgang «Allgemein-bildender Unterricht für Erwachsene». Wozu dieses neue Angebot?

Daniel Henggeler: Es gibt in unserer Gesellschaft viele Erwerbstätige, die zwar über langjährige Berufserfahrung verfügen, aber nie einen anerkannten Berufsabschluss erlangt haben. Vorwiegend in der Baubranche, im Gesundheitswesen, aber auch im Gastrobereich. Diesen Personen bieten wir die Möglichkeit, berufsbegleitend in anderthalb Jahren den allgemeinbildenden Unterricht zu absolvieren. Fakt ist: Wer einen anerkannten Abschluss vorweisen kann, der ist viel besser aufgestellt. Er findet leichter einen neuen Job und hat überdies Zugang zur ganzen Weiterbildungspalette.

Wie ist der Unterricht aufgebaut?

Henggeler: Unser Zielpublikum sind Erwerbstätige, von denen viele eine eigene Familie haben. Um diesen besonderen Lebensumständen gerecht zu werden, ist der Ausbildungsgang modulartig aufgebaut und besteht aus einem Mix aus Präsenzunterricht, Online-Unterricht und Selbststudium. Die Lernenden werden am Mittwochabend für zwei Stunden sowie einmal pro Modul an einem ganzen Samstag unterrichtet. Hinzu kommen wöchentlich zwei Stunden selbstständiges Lernen zu Hause. Für die Lektionen am Mittwochabend kommen die Lernenden aber nicht zu uns nach Sarnen, sondern sie können dies zu Hause vor ihrem Bildschirm tun.

Wie funktioniert das?

Henggler: Michael Camenzind, ein erfahrener ABU-Lehrer, führt ab 19 Uhr eine zweistündige Videokonferenz durch. Ähnlich wie mit Skype. Die Teilnehmer sehen am Bildschirm ihren Lehrer, der zu ihnen spricht. Online bekommen sie Aufgaben gestellt, und in einem Chat können sie untereinander kommunizieren.

Inwiefern unterscheidet sich der Lehrgang sonst noch vom ABU, den jugendliche Lernende in der Berufsfachschule absolvieren?

Henggeler: Da die Module unabhängig voneinander sind, kann man jederzeit einsteigen, also nicht nur zu Beginn eines Schuljahres oder Semesters. Und man kann nach Modul 2 eine Pause einlegen und später bei Modul 7 weiterfahren. Das kommt zum Beispiel Frauen entgegen, die eine Babypause einlegen. Zudem besteht die Möglichkeit, einzelne Module wie «Versichern und Vorsorgen» oder «Wohnen und Finanzen» quasi als Weiterbildung zu buchen.

Wann gilt die Ausbildung als bestanden?

Henggeler: Jedes der acht Module wird mit einem Kompetenznachweis abgeschlossen, wobei die Lernenden immer mindestens die Note 4 oder das Prädikat «erfüllt» erreichen müssen, um ihre Ausbildung fortsetzen zu können.

Was kostet Ihr Angebot für die Interessierten?

Henggeler: Wer eine Kostengutschrift seines Wohnortkantons erhält, der bezahlt nichts. Ansonsten kostet es 300 Franken pro Modul. Nicht im Preis inbegriffen sind die Lehrmittel, die sich über die ganze Ausbildung auf rund 120 Franken belaufen.

Ist das Bedürfnis für ein solches Angebot überhaupt vorhanden?

Henggeler: Wir hatten bereits verschiedene Anfragen, so zum Beispiel von einem Spital in Bern, das uns vier Leute schicken möchte. Und da unser Lehrgang mittels E-Learning schweizweit einzigartig ist, gehe ich davon aus, dass wir genügend Lernende für die erste ABU-Klasse mobilisieren können.

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