Obwalden / Nidwalden
Zunehmende Bautätigkeit erwartet

Der Baumeisterverband Unterwalden hat ein hervorragendes Jahr mit hohen Auftragseingängen hinter sich.

Alex Piazza
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Trotz Coronapandemie steigen die Auftragseingänge in der Bauwirtschaft wieder an.

Trotz Coronapandemie steigen die Auftragseingänge in der Bauwirtschaft wieder an.

Bild: PD

Das Wirtschaftsjahr 2020 war ein schwieriges Jahr. Im Vergleich zu anderen Branchen kam das Bauhauptgewerbe aber glimpflich davon, wie Matthias von Ah, Präsident des Baumeisterverbandes Unterwalden (BVUW), anlässlich der kürzlich online durchgeführten Generalversammlung festhielt. Die Bautätigkeit sank in der Schweiz um 5,8 Prozent auf 19,5 Milliarden Franken. Von Ah geht aber davon aus, dass die 20-Milliarden-Schwelle im laufenden Jahr wieder überschritten werden kann.

Im Kanton Nidwalden haben sich die Bautätigkeit und der Auftragseingang zwischen 2015 und 2018 halbiert. Auch der Arbeitsvorrat ist stark gesunken: Reichte er früher noch für mehr als zwei Jahre, so ist er inzwischen auf 1,5 Jahre geschrumpft. Sowohl privater wie auch öffentlicher Tiefbau liessen in den letzten Jahren nach.

Der private Tiefbau hat sich in Nidwalden im Coronajahr aber erholt und blieb die einzige Stütze, während der Wohnungsbau stark fluktuiert. Anders präsentiert sich die Situation in Obwalden. Der Kanton erfreut sich seit mehreren Jahren steigender Umsätze, in den letzten fünf Jahren stiegen sie sogar um über 70 Prozent. Das Jahr 2020 versetzte Obwalden dann allerdings einen Dämpfer, wobei Matthias von Ah nicht von einer dauerhaften Schwächung ausgeht:

«Die Auftragseingänge sind zuletzt wieder gestiegen, die Bücher sind recht gut gefüllt.»

Zu den grossen Herausforderungen gehört weiterhin die Nachwuchsförderung. Die Zahl der neu eintretenden Lernenden in den Maurerlehrhallen Sursee erreichte den tiefsten Stand seit 15 Jahren. Während der Kanton Nidwalden einen leichten Rückgang von neun auf acht Lehrverhältnisse verzeichnete, konnten in Obwalden drei Lehrverhältnisse mehr abgeschlossen werden als im Vorjahr. BVUW-Geschäftsführer Kurt A. Zurfluh ersuchte die Teilnehmer der Generalversammlung, Jugendliche bei jeder Gelegenheit auf die attraktiven Lehrberufe und die guten Aufstiegsmöglichkeiten im Bauhauptgewerbe aufmerksam zu machen.

Auf den Jahresbeitrag wird dieses Jahr verzichtet

Gute Kunde für die BVUW-Mitglieder: In Anbetracht der besonderen Situation verzichtet der Baumeisterverband in diesem Jahr auf die Einforderung des Jahresbeitrags in der Höhe von 250 Franken.

Erfreuliches gab es auch in personeller Hinsicht zu vermelden. Matthias von Ah gratulierte dem frisch diplomierten Baumeister Ambros Gasser von der Marti Bauunternehmung AG zu seinem Weiterbildungserfolg. Ausserdem wurde Franco Riva, der sein Unternehmen vor kurzem in neue Hände übergeben hat, von der Versammlung zum Freimitglied ernannt.

Zum Schluss informierte Obwaldens Regierungsrat und Baudirektor Josef Hess über laufende und geplante Projekte im Hoch- und Tiefbau.