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OBWALDEN: Notfallhelfer organisieren sich neu als «First Responder»

Seit kurzem gibt es im Kanton einen Verein für Ersthelfergruppen bei Herznotfällen. Diese sogenannten «First Responder» sind im Schnitt in weniger als fünf Minuten am Einsatzort – schneller als die Ambulanz.
Marion Wannemacher
Rolf Langenbacher ist der erste Präsident des neuen Vereins für Herznotfälle. (Bild: PD)

Rolf Langenbacher ist der erste Präsident des neuen Vereins für Herznotfälle. (Bild: PD)

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@obwaldnerzeitung.ch

Am vergangenen Mittwoch haben rund 60 stimmberechtigte Mitglieder den Verein «Härz fir Obwaldä» gegründet. Dieser soll dafür sorgen, dass im Kanton Obwalden die Herznotfallrettung der Ersthelfergruppen mit Defibrillator koordiniert wird. Als Dachorganisation ist der Verein für die Aus- und Weiterbildung sowie für die Ausrüstung und Beratung der sogenannten First Responder, der Ersthelfer, die vor dem Eintreffen der Ambulanz im Einsatz sind, zuständig. Ausserdem dient er als Anlaufstelle für Behörden, Versicherungen, und koordiniert die Arbeit mit nationalen Organisationen.

«Wir sehen uns als Beratungsstelle zum Thema Nothilfe, Sanitätskonzepte und First-Responder-Systeme. Die in unserem Vorstand tätigen Personen zeichnen sich durch unterschiedliche Kompetenzen in der Rettungs- und Notfallmedizin aus», sagte Rolf Langenbacher, den die Mitglieder an ihrer Gründungsversammlung im Hotel Metzgern einstimmig zum Präsidenten gewählt haben. Langenbacher ist 56 Jahre alt, stammt aus Luzern und war 16 Jahre Leiter des Rettungsdienstes in Obwalden.

Ihm zur Seite stehen im Vorstand der diplomierte Rettungssanitäter Stefan Schneider als Vizepräsident sowie die diplomierte Rettungssanitäterin Sandra Schallberger, die das Sekretariat für den neu gegründeten Verein führt. Sandra Schallberger hat gemeinsam mit Rolf Langenbacher die First Responder seit 2009 nach und nach in Obwalden etabliert. Als Vereinsarzt fungiert der Allgemeinmediziner Bruno Diller, First Responder und Mitglied des Spitalrates des Kantonsspitals Obwalden (KSOW). Thomas Borm, Leiter des Rettungsdienstes im KSOW, wird den Rettungsdienst im Verein vertreten. Der Verein finanziert sich durch Mitgliederbeiträge, Erträge aus Leistungsvereinbarungen und Einsatzabrechnungen sowie Spenden.

In Obwalden sind 150 Ersthelfer im Einsatz

Derzeit sind in Obwalden rund 150 Ersthelfer als First Responder ausgebildet. Sie gehören 9 Teams in Lungern, Giswil, Alpnach, Sachseln, Flüeli-Ranft, Kerns, St. Niklausen, Melchtal und Melchsee-Frutt an. Durch die Sanitätsnotrufzentrale 144 wird parallel mit dem Rettungsdienst die jeweilige First-Responder-Gruppe aufgeboten.

Anhand der Statistik vom vergangenen Jahr erklärte der neue Präsident, warum es unbedingt eine koordinierte Herznotfallrettung braucht: «Allein 2017 waren First Responder an 45 Einsätzen aktiv. Zehnmal kam es zu Reanimationen (Wiederbelebung). Im Schnitt sind die First Responder in weniger als fünf Minuten am Einsatzort; die Ambulanz braucht im Durchschnitt rund 12 Minuten bis zum Patienten. Bei Herznotfällen zählt jedoch jede Minute.» Nach Angaben der Leitung des Rettungsdienstes Obwalden gibt es seit Einführung der First-Responder-Gruppen im Kanton doppelt so viele Überlebende bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

Vor allem in Einsatzorten wie Lungern oder auf der Melchsee-Frutt sei es wichtig, dass Ersthelfer beatmen und reanimieren können. In Lungern fanden im vergangenen Jahr vier Reanimationen statt, in Giswil drei, in Alp-nach zwei und in Kerns eine.

Noch weisse Felder auf der Landkarte

Doch es gibt Lücken im First-Responder-Netz auf der Obwaldner Landkarte. So sind im Gebiet um Langis-Glaubenberg, in Stalden, aber auch in Sarnen und Kägiswil noch keine First-Responder-­Teams etabliert. In Engelberg übernehmen die Hausärzte die Rolle der First Responder.

Hinweis

www.herz-obwalden.ch

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