OBWALDEN: Obwalden lässt Bewerbung fallen

Die Vision eines nationalen Schneesportzentrum in Engelberg wird definitiv beerdigt. Stattdessen soll die Sportmittelschule Engelberg zu einem Leistungszentrum für den Schneesport ausgebaut werden.

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Die Sportmittelschule Engelberg soll zu einem Leistungszentrum ausgebaut werden. (Bild Eveline Beerkircher)

Die Sportmittelschule Engelberg soll zu einem Leistungszentrum ausgebaut werden. (Bild Eveline Beerkircher)

Der Bund soll in den nächsten 15 Jahren fast 1 Milliarde Franken mehr in die Sportförderung stecken: Das sieht das Konzept für den Breiten- und den Leistungssport sowie für die nationalen Sportanlagen vor (Zum Artikel»). Am 27. Mai hatte der Bundesrat empfohlen, das neue Schneesportzentrum in der Lenzerheide und nicht in Engelberg zu eröffnen (Zum Artikel»).

Der Entscheid gegen die Weiterführung des Projekts habe der Regierungsrat nach gründlicher Abwägungen mit der Gemeinde Engelberg, den eidgenössischen Parlamentariern sowie Vertretern des Kantons Nidwalden gefällt, teilte die Obwaldner Staatskanzlei am Mittwoch mit.

Keine Doppelspurigkeiten

Die Obwaldner Regierung fordert den Bund zu einem Übungsabbruch auf. Anstelle eines Nationalen Schneesportzentrums soll der Verein Schneesportinitiative, der Angebote im Breitensport koordiniert, unterstützt werden. Dadurch könnten Doppelspurigkeiten verhindert werden. Zudem sei dies eine günstigere Lösung.

Zudem schlägt Obwalden in der Vernehmlassung zur Gesamtschau der Sportförderung des Bundes vor, die Sportmittelschulen zu stärken. Ein Teil der für den Aufbau des Schneesportzentrums vorgesehenen Mittel sollen in den Ausbau der bereits heute bestehenden Sportmittelschulen in Engelberg, Davos GR und Brig VS fliessen.

85 Millionen Franken

Die bestehenden Schulen sollen nach Auffassung der Obwaldner Regierung zu Zentren ausgebaut werden, die die Leistungssportler in den Schneesportdisziplinen während der gesamten Athletenlaufbahn fördern können.

Der Bundesrat plant zur Sportförderung den Bau eines nationalen Schneesportzentrums für 60 bis 85 Millionen Franken. Die neue Institution soll als Zentrum für die Durchführung von Ski- und Snowboardlagern von Schulen und für den Leistungssport dienen.

Es sei viel Zeit und Energie in die Bewerbung investiert worden, heisst es in der Mitteilung weiter. Daneben äussert der Regierungsrat auch Kritik am Verfahren des Bundes: Es stelle sich die Frage, ob der Aufwand mit einer besseren Abstimmung der Projekte auf Seite des Bundes hätte reduziert werden können, schreibt die Regierung.

pd/rem/sda