OBWALDEN: Ohne die Grund-Loipe müssen die 150 Kinder zu Hause bleiben

Die Durchführung des beliebten Jugend-Langlauflagers auf dem Langis steht auf der Kippe. Noch hofft die erprobte Lagerleitung auf eine schneereiche Schlechtwetterfront vor Weihnachten – eine leichtfertige Absage gibt es nicht.

Christoph Riebli
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Loipenchef Jörg Kathriner im Grund unterhalb vom Langis, wo Schnee noch Mangelware ist. Bild: Christoph Riebli (15. Dezember 2016)

Loipenchef Jörg Kathriner im Grund unterhalb vom Langis, wo Schnee noch Mangelware ist. Bild: Christoph Riebli (15. Dezember 2016)

Auf die anhaltende Arbeitsverweigerung von Frau Holle reagiert das Leiterteam des Swiss-Jugend-Langlauflagers (Julala) auf seine Weise: «Seit Tagen essen wir den Teller nicht mehr leer, um so eine Schlechtwetterfront anzuziehen», sagt Lageradministratorin Martina von Wyl schmunzelnd.

Trotz akutem Schneemangel ist der 12-köpfigen Kerntruppe, die vom 27. bis 31. Dezember auf dem Glaubenberg wiederum das grösste Breitensport-Langlauflager der Schweiz durchführen möchte, das Lachen nicht vergangen: «Bei gewissen Leitern sind fast 20 Jahre Erfahrung vorhanden, so kann man gewisse Herausforderungen schon bewältigen», sagt der Medienverantwortliche Roland Bösch zuversichtlich. Schon nur aufgrund der aufwendigen Vorbereitungsarbeiten gebe es «keine leichtfertige Absage».

In den nächsten 14 Tagen kaum Schnee

In diesem Zusammenhang erinnert Bösch etwa an die im letzten Jahr angelaufene Doppelnutzung der Lagerunterkunft mit dem Bundesasylzentrum Glaubenberg. Auch da habe es Unsicherheiten gegeben: «Es ist zwar ein anderes Thema, doch der Prozess ist der gleiche.» Es gelte alle Standpunkte abzuholen und dann zu entscheiden, wie es weitergeht: «Am Tag X, wenn das Lager startet, müssen wir alle am gleichen Strick ziehen und haben keine Zeit mehr für Diskussionen.» Geprüft würden derzeit noch sämtliche Optionen: «Doch wir sind uns auch bewusst, dass eine Absage eine davon ist», erklärt Bösch. Im Jahr 2000 musste das Lager wegen Schneemangels abgesagt werden, 1999 wegen des Sturms «Lothar» – also gerade zweimal in 21 Jahren. Eine Verlegung in ein anderes Gebiet oder die Überbrückung mit einem mehrtägigen Alternativprogramm, etwa in der Turnhalle Sarnen, schliessen die Organisatoren aus logistischen und finanziellen Gründen jedoch von vornherein aus.

Die aktuelle Ausgangslage: «Gestützt auf die Langfristprognosen ist bis zum 28. Dezember mit keinen oder nur sehr spärlichen Niederschlägen zu rechnen», sagt Lagerkoordinator Samuel Renggli. Diese Prognose 14 Tage im Voraus sei jedoch mit Vorsicht zu geniessen. Entsprechend behält sich die Lagerleitung vor, bis am 23. Dezember zuzuwarten: «Wenns dann aussichtslos ist, es keinen Schnee gegeben hat und keiner angekündigt ist, müssten wir absagen», sagt Roland Bösch. Sehen die Organisatoren hingegen eine Chance, dass es bis zum 27. Dezember schneien könnte, «würden wir die Unterkunft übernehmen, das Essen einkaufen und uns vorbehalten, zu schauen, ob der Schnee dann tatsächlich auch kommt». Spätestens am 26. Dezember, am Vortag des Lagerstarts, würde dann definitiv entschieden.

«Abwarten und hoffen ist angesagt»

Der entscheidende Faktor ist die Grund-Loipe, die etwas unterhalb vom Langis-Parkplatz liegt. «Dort ist es immer schön kühl. Wenn Schnee liegen bleibt, dann dort», sagt Bösch. Fraglich sei nun, ob Langis-Loipenchef Jörg Kathriner mit dem derzeitigen Schneeangebot überhaupt eine Piste für 150 Langläufer – darunter 10-jährige Anfänger – herrichten könne. «Momentan sicher nicht», meinte dieser gestern noch. «Abwarten und hoffen ist angesagt.»

Christoph Riebli

christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch