OBWALDEN: Ohne Zucht könnte Bartgeier nicht ausgewildert werden

Seit Beginn der Auswilderung der Bartgeier sind 109 Tiere wild geboren worden. Die endgültige Rettung ist das aber noch nicht.

Markus von Rotz
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Ein Bartgeier im Tierpark Goldau. (Bild: Andrea Schelbert / Neue SZ)

Ein Bartgeier im Tierpark Goldau. (Bild: Andrea Schelbert / Neue SZ)

Die Region Frutt/Engelberg soll neu Heimat für den Bartgeier werden, wie die für die Auswilderung zuständige Stiftung am Samstag informierte. Dass man nach Prüfung diverser Orte in der Zentralschweiz letztlich Obwalden auswählte, hat laut Daniel Hegglin, Geschäftsführer der Stiftung, mehrere Gründe: «Entscheidend ist generell, dass wir sehr gute Voraussetzungen für die Lebensbedingungen der Bartgeier haben. Es hat gute Wildtierbestände, die Thermik ist gut.»

Ferner gebe es dort eine Felsnische, die den Bartgeiern sehr guten Schutz bietet, Betreuer und interessierte Beobachter aber gleichzeitig in genügender Distanz halte. Als sehr positiv erwies sich ferner, «dass wir von den verschiedenen Gruppen von den Grundeigentümern bis zum Kanton sehr willkommen geheissen wurden.»

Eine Auswilderung ohne Rückgriff auf Zuchtbestände wäre nicht möglich, sagt Hegglin. Darin liege jedoch auch ein Problem. Es gebe genetische Probleme, weil alle ausgewilderten Bartgeier von wenigen Tieren abstammten. «Ohne Nachbesserung hätten wir in wenigen Generationen Inzuchtprobleme.»