OBWALDEN: Papst erhält Bruder-Klaus-Reliquie

Der Papst hat zum 80. Geburtstag ein Knochenstück von Bruder Klaus erhalten. Solche Reliquien des Heiligen sind weltweit im Umlauf.

Adrian Venetz
Drucken
Teilen
Bischof Vitus Huonder (rechts) bei Papst Franziskus. (Bild: Keystone (Vatikanstadt, 17. Dezember 2016))

Bischof Vitus Huonder (rechts) bei Papst Franziskus. (Bild: Keystone (Vatikanstadt, 17. Dezember 2016))

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

Als der Churer Bischof Vitus Huonder Mitte Dezember bei Papst Franziskus in Rom zu Besuch war, hatte er ein besonderes Geschenk im Gepäck. Huonder überreichte dem Papst eine Reliquie aus dem Bestand des Bistums Chur, und zwar ein Knochenstück von Bruder Klaus. «Der Papst hat sich sehr über das Geschenk gefreut und die Reliquie sogleich geküsst», sagte Bischofssprecher Giuseppe Gracia gegenüber dem Katholischen Medienzentrum. Vitus Huonder war anlässlich des 80.Geburtstags von Papst Franziskus nach Rom gereist.

Doch wie kommt es dazu, dass Knochen von Bruder Klaus ausserhalb Obwaldens im Umlauf sind? Nach dem Tod von Niklaus von Flüe im Jahr 1487 wurde sein Leichnam in der alten Sachsler Pfarrkirche beigesetzt. Knapp 200 Jahre später, im Jahr 1684, wurde die neue Sachsler Pfarrkirche fertig gebaut und eingeweiht. Auch die Gebeine von Bruder Klaus wurden in die neue Kirche gebracht. Heute liegt die Grabstätte des Heiligen direkt im Hauptaltar.

Pfarrei gibt nur noch selten Reliquien ab

Wie der Sachsler Pfarrer Daniel Durrer erklärt, wurden damals einige Knochenteile einzeln aufbewahrt und können seither als Reliquien in Umlauf gebracht werden. «Weil Bruder Klaus weltweit verehrt wird, werden solche Reliquien auch weltweit aufbewahrt.» Wie viele es sind, kann Durrer nicht sagen.

Früher sei es öfter vorgekommen, dass Knochenteile von Bruder Klaus weitergereicht wurden. «Heute geben wir solche Knochenpartikel nur sehr restriktiv ab, beispielsweise im Rahmen von Altarweihen.» Jede Reliquie wird in einem besonderen Gefäss gefasst, versiegelt und mit einem Echtheitszertifikat versehen.

Dass Daniel Durrer von «Partikeln» spricht, hat seinen Grund. Bei diesen Reliquien handelt es sich nämlich nicht etwa um grössere Knochenteile, sondern um «winzige Knochensplitter, die etwa 2 bis 3 Millimeter gross sind».