OBWALDEN: Partner wenden sich von Stratxx ab

600 Arbeitsplätze und Umsätze in Milliardenhöhe stellte die Firma Stratxx dem Kanton in Aussicht. Doch heute will niemand mehr mit den Zeppelinbauern zu tun haben.

Adrian Venetz
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Die Stratxx experimentierte mit Zeppelinen: Aussentest vor der Halle in Kägiswil im Jahre 2010. (Bild: Robert Hess / Neue OZ)

Die Stratxx experimentierte mit Zeppelinen: Aussentest vor der Halle in Kägiswil im Jahre 2010. (Bild: Robert Hess / Neue OZ)

Als die Stratxx Holding AG 2008 vom Kanton Luzern ins obwaldnerische Kägiswil zog, war die Gemeinde Willisau bitter enttäuscht. Sie glaubte, eine Firma verloren zu haben, die viele Arbeitsplätze bringt und lukrative Aufträge an Land zieht. Ein Dämpfer war es auch für die Wirtschaftsförderung Luzern, die sich «höchst interessiert» an den Stratxx-Plänen gezeigt und der Firma kräftig den Hof gemacht hatte. Fünf Jahre später dürfte niemand mehr in Luzern eine Träne vergiessen, dass sich die Zeppelinbauer damals für einen Umzug entschieden haben.

Termine und Regeln ignoriert

Kaum war die Firma in Kägiswil, gabs erste Probleme: Die Stratxx testete ihre Zeppeline ohne Bewilligung. Die Flugplatzgenossenschaft Obwalden forderte die Zeppelinbauer in einem eingeschriebenen Brief auf, künftig die Verordnungen über die Luftfahrt einzuhalten. Die Zeppelin-Tests hätten die «Hindernisfreiheit massiv verletzt». Auch die Korporation Freiteil hat wenig gute Erinnerungen. Ursprünglich wollte die Stratxx in Kägiswil ein rund 22 000 Quadratmeter grosses Grundstück der Korporation kaufen, um dort für 30 Millionen Franken eine Produktionshalle zu erstellen. Ein Entwurf des Kaufrechtsvertrags stand bereits. Doch die Verhandlungen scheiterten: Alavi liess Termine platzen und unterschrieb den Vertrag nie. Heute ist die Firma noch immer in einem alten Gebäude in Kägiswil eingemietet. Doch der Mietvertrag ist bis Ende Jahr befristet, und der Eigentümer hält sich danach «sämtliche Optionen offen», wie es auf Anfrage hiess.