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OBWALDEN: Pater Peter Spichtig: «Bruder Klaus gehört nicht uns»

Die Gedenktage für den Nationalheiligen gingen mit dem traditionellen Bruder-Klaus-Fest zu Ende. Noch einmal wurde der Eremit gewürdigt, als Wächter, als Symbol und als fehlbarer Mensch.
Franziska Herger
Die Statue des Bruder Klaus beim Einzug in die Pfarrkirche. (Bild: Dominik Wunderli (Sachseln, 25. September 2017))

Die Statue des Bruder Klaus beim Einzug in die Pfarrkirche. (Bild: Dominik Wunderli (Sachseln, 25. September 2017))

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Sachseln begrüsste den Bruder-Klaus-Tag gestern mit Glockengeläut und strahlendem Sonnenschein, wenn auch noch etwas verschlafen. Schliesslich war es schon der dritte offizielle Gedenktag zu Ehren des Nationalheiligen, der dieses Jahr seinen 600. Geburtstag feiern würde. Doch unter dem Gesang der Kantorei Sachseln und des Kirchenchors Cäcilia Alpnach füllte sich die Pfarrkirche mit rund 450 Personen noch einmal bis auf den letzten Platz. Auch auf dem Dorfplatz versammelten sich etwa 250 Personen, um den katholischen Festgottesdienst auf einer Grossleinwand mitzuverfolgen.

Mehr als 50 katholische Würdenträger, vom Kardinal bis zum Diakon, zogen hinter der Statue des Bruder Klaus zu Orgelklängen feierlich in die Kirche ein. Bischof Vitus Huonder begrüsste die Gläubigen mit einer Fürbitte des Bruder Klaus: «Gebt einander am Guten Anteil. Denn eine gute Tat erzeugt die andere.» Wie schwer das manchmal ist, daran erinnerte der in Sachseln gebo­rene Festprediger Pater Peter Spichtig. «Es gibt kein Leben ‹am Schärme›, wir sind alle verstrickt in Verantwortungen und Verpflichtungen.» Selbst Bruder Klaus habe Blut an den Händen gehabt, vom Schlachtfeld und im übertragenen Sinne, weil es auch ihm nicht immer gelungen sei, gerecht zu sein. «Unsere heutigen ethischen Spannungen mögen andere sein, aber Bruder Klaus mahnt auch mich an die Gerechtigkeit», sagte der Co-Leiter des Liturgischen Instituts der deutschsprachigen Schweiz.

Auch gegen die patriotische Vereinnahmung des National­heiligen sprach sich Spichtig aus. «Bruder Klaus gehört uns nicht. Ein Heiliger lässt sich nicht für protektionistische Interessen einspannen.» Er beschütze die Schweiz wohl, aber vielleicht nicht so, wie man sich das vorstelle. «Er hat jetzt den weiteren Blick als wir.»

Das neue Lied wird beherzt mitgesungen

Bischof Huonder wünschte den Obwaldnern in seinem bischöflichen Segen trotzdem, dass Bruder Klaus ihnen ein Wächter sei, «in diesem Kanton, wo er gelebt, gelitten und seinen Glauben empfangen hat.» Die Vertrautheit der Obwaldner Gläubigen mit «ihrem» Heiligen zeigte sich im Gesang. Während die Kirchgänger beim neuen Lied «Glauben, hoffen und sich sehnen» von Joseph Bisig zwar beherzt, aber noch etwas zögerlich mitsangen, schallte das traditionelle Bruder-Klaus-Lied kraftvoll und wie aus einem Mund durch die Wallfahrtskirche.

Beim anschliessenden Volksapéro auf dem Mattli-Schulhausplatz stiessen die Besucher von nah und fern noch einmal auf Bruder Klaus an, bevor am Abend die Kirchen und Kapellen das Ende der Gedenktage wiederum mit Glockengeläut verkündeten.

www.

Mehr Bilder vom Bruder-Klaus-Tag: obwaldnerzeitung.ch/bilder

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