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OBWALDEN: Pflegeheim-Alternative gesucht

In der Region fehlen Einrichtungen für junge Menschen, die eine stationäre Langzeitpflege brauchen. Die Regierung ist bereit, einen Fachbericht erstellen zu lassen.
Adrian Venetz
Die Möglichkeiten für die Pflege junger Langzeitpatienten sind in Obwalden beschränkt. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Die Möglichkeiten für die Pflege junger Langzeitpatienten sind in Obwalden beschränkt. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Für junge Menschen, die wegen eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung stark pflegebedürftig sind, gibt es in Obwalden keine geeigneten Institutionen. Dies moniert Kantonsrat Max Rötheli (SP, Sarnen) gemeinsam mit fünf Mitunterzeichnenden in einem Vorstoss.

Rötheli spricht dabei vor allem junge Menschen an, die vollstationäre Pflege brauchen, dies beispielsweise nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder als Folge von Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Solche junge Pflegebedürftige in Obwalden hätten heute die Wahl zwischen einem Leben in einem Alters- und Pflegeheim, im «Rütimattli» oder einem langjährigen Aufenthalt in Spitälern oder Rehabilitationseinrichtungen. Dies, so findet Rötheli, sei eine unbefriedigende Situation.

Denn junge Menschen hätten spezielle Bedürfnisse. Gerade die Unterbringung in Alters- und Pflegeheimen, wo teils hochbetagte und demente Menschen leben, sei für junge Pflegebedürftige alles andere als ideal. «Die Ansprüche dieser Altersgruppen gehen zu weit auseinander und können die Lebensqualität beider Gruppen erheblich einschränken», schreibt Max Rötheli in seinem Postulat. Er verlangt deshalb von der Regierung einen Bericht, der aufzeigt, wie die Situation für junge Pflegebedürftige in Obwalden und in der Zentralschweiz aussieht und welche Massnahmen allenfalls zu einer Verbesserung beitragen würden.

«Möglichkeiten sind beschränkt»

Die Regierung hat für das Anliegen offene Ohren, wie aus ihrer Antwort auf den Vorstoss hervorgeht. «Die Möglichkeiten zur Pflege der Betroffenen in einer geeigneten Institution im Kanton sind beschränkt», räumt sie ein. «Je nach Schweregrad und Bewusstseinszustand kommen die einen oder anderen Institutionen gar nicht in Frage.»

Die Stiftung Rütimattli sei für schwer pflegebedürftige Menschen zum Beispiel im Wachkoma nicht geeignet, da eine aufwendige, zeitintensive und spezialisierte Pflege nicht gewährleistet werden könne. Auch das Kantonsspital könne für einen Langzeitaufenthalt nicht in Betracht gezogen werden.

«Häufig bleibt deshalb die Pflege der Betroffenen in einem Betagten- und Pflegeheim die einzige Lösung im Kanton.» Die Regierung betont aber, dass – je nach Zustand der Pflegebedürftigen – die Bedürfnisse weit auseinandergehen können. «Junge Wachkoma-Patienten haben andere Bedürfnisse und stellen andere Ansprüche an ein Umfeld als zum Beispiel eine junge Patientin mit einer sehr ausgeprägten Form von Multipler Sklerose.»

Weiter sei zu beachten, dass nicht nur eine adäquate Versorgung, sondern «auch die Finanzierung von schwerstpflegebedürftigen Personen eine grosse Herausforderung darstellt».

Zusammenarbeit gesucht

Eine weitere Schwierigkeit bestehe darin, dass Behinderteninstitutionen und stationäre Langzeitpflegeeinrichtungen unterschiedliche Zuständigkeiten und Finanzierungsformen aufweisen. Während der Kanton und die Gemeinden für Behinderten­institutionen und deren Finanzierung zuständig sind, sind es bei der Pflegefinanzierung einzig die Gemeinden, die für die stationäre Langzeitpflegeversorgung verantwortlich zeichnen.

Obwohl die Einwohnergemeinden für die stationäre Langzeitpflege zuständig sind, ist der Regierungsrat «entgegenkommenderweise bereit, auf seine Kosten einen entsprechenden Fachbericht erstellen zu lassen», wie es in der Antwort auf das Postulat heisst. Dabei solle die Zusammenarbeit mit externen Fachpersonen, den anderen Zentralschweizer Kantonen und den Obwaldner Gemeinden gesucht werden.

Adrian Venetz

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