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OBWALDEN: Polizei filmt Handy-Sünder auf der A 8

Kollisionen sind auf der A 8 dank Mittelleitplanken passé, nicht aber unaufmerksame Fahrer. Gegen diese geht die Polizei nun mit neuem Equipment vor.
Mit neuem Equipment will die Polizei auf der A8 gegen Handy-Sünder vorgehen. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Mit neuem Equipment will die Polizei auf der A8 gegen Handy-Sünder vorgehen. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Christoph Riebli

Augentropfen einträufeln, Lieferscheine sortieren, ein Sandwich essen oder Zeitung lesen: Das sind gewöhnliche Dinge, die wohl jeder tut. Nicht jedoch hinter dem Steuer im Strassenverkehr. Was seinen Verkehrspolizisten im vergangenen Jahr bei sogenannten Ablenkungskontrollen alles vor die Linse kam, erstaunt auch Marco Niederberger. «Wenn ein Autofahrer bei heruntergelassener Scheibe mit beiden Händen aus dem Auto fotografiert, hört der Spass definitiv auf», sagt der Leiter der Obwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei zum Extrembeispiel.

«Leider gibt es alles, was die Leute während der Fahrt verrichten», so Niederberger weiter. Und zwar unabhängig von Ort und Strasse. «Verheerend oft» würden sich solche Szenen jedoch auf der Autostrasse A 8 zwischen Sarnen und Alpnach abspielen. «Dort ist man mit Tempo 100 praktisch im Blindflug unterwegs.» Deshalb habe die Kantonspolizei im vergangenen Jahr ihr Augenmerk auf diese Strecke gelegt und die Kontrollen vor Ort intensiviert.

247 Ordnungsbussen ausgestellt

Seit Ende 2014 wird dieser Abschnitt durch eine provisorische Mittelleitplanke richtungsgetrennt. Zwar hätten sich deswegen «wesentlich weniger Verkehrsunfälle» ereignet, bilanziert die Obwaldner Regierung dazu in ihrem Geschäftsbericht. Insbesondere sogenannte «Begegnungsunfälle» seien durch die Leitplanken praktisch nicht mehr möglich, heisst es darin weiter. «Hingegen ereigneten sich mehrere Selbst- und Auffahrunfälle, vielfach aufgrund von Unaufmerksamkeit und Ablenkung» – die häufigste Unfallursache im Strassenverkehr.

Von den 188 Verkehrsunfällen in Obwalden im vergangenen Jahr waren 45 auf Unaufmerksamkeit und Ablenkung zurückzuführen. 247 Ordnungsbussen a 100 Franken haben die Obwaldner Verkehrspolizisten im vergangenen Jahr verteilt, weil die Fahrzeuglenker ein Mobiltelefon ohne Freisprecheinrichtung benutzten. Wurde das Handy während der Fahrt anderweitig (SMS-Funktionen, Internet) genutzt, gab es eine Verzeigung an die Staatsanwaltschaft. Nebst einer Geldstrafe haben solche Widerhandlungen meist auch administrative Massnahmen wie Führerausweisentzüge oder Verwarnungen zur Folge.

Besser filmen als fotografieren

Mit einem Fotoapparat und einem im vergangenen Jahr angeschafften, sehr leistungsstarken Objektiv sammeln die Polizisten bei den Kontrollen Beweisbilder. «Mit dem neuen Objektiv haben wir gute Erfahrungen gemacht», sagt Niederberger. «Wir dokumentieren damit, wo der Blick des Fahrers und dessen Aufmerksamkeit liegt.» Möglichst mehrere Bilder oder sogar Filmaufnahmen über eine längere Strecke gelte es dabei zu sichern. «So gibt es danach keine Diskussionen mehr und es steht nicht Aussage gegen Aussage.» Die neusten Urteile des Bundesgerichts zeigten nämlich, dass nur ein einzelnes Bild als Beweismittel angezweifelt werden könne. «Weil es als Momentaufnahme gewertet werden kann», so Niederberger. Deshalb müsse die Ablenkung des Fahrers quasi über eine längere Zeit nachgewiesen werden.

Probleme macht das der Polizei aber keine: Die meisten Überführten stehen gemäss Marco Niederberger zu ihrem Fehlverhalten – zumindest im Bereich der Ordnungsbussen, welche die Polizei direkt ausstellt. Der Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei kündigt zudem an: «Wir werden die Ablenkungskontrollen auch in diesem Jahr prioritär weiterführen.»

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