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OBWALDEN: Post in Sachseln und Kerns auf Prüfstand

Die Zukunft der Poststellen in Kerns und Sachseln wird näher angeschaut. Gleichzeitig will die Post im Kanton zusätzliche Zugangsmöglichkeiten zu Postdienstleistungen schaffen.
Die Poststelle in Sachseln an der Brünigstrasse 101. (Bild: Christoph Riebli (29. März 2017))

Die Poststelle in Sachseln an der Brünigstrasse 101. (Bild: Christoph Riebli (29. März 2017))

Martin Uebelhart
martin.uebelhart@obwaldnerzeitung.ch

Vier Poststellen im Kanton Obwalden sollen bis mindestens ins Jahr 2020 bestehen bleiben: Alpnach, Engelberg, Giswil und Sarnen. Dies hält die Post in ihren Eckwerten für das Postnetz fest. In drei Gemeinden stehen Veränderungen an. Während in Lungern bereits klar ist, dass im Juni eine Postagentur im Volg den Betrieb aufnimmt, bedeutet das für Kerns und Sachseln, dass die Post die Zukunft «ihrer» Poststellen überprüft. Kerns war bereits Anfang Jahr auf einer Liste der Gewerkschaft Syndicom zu gefährdeten Poststellen aufgetaucht. Sachseln nicht.

Dort will man abwarten. «Wir wissen noch nicht konkret, was die Post überprüfen und allenfalls ändern will», sagt Gemeindepräsident Peter Rohrer. Beim von der Post in Aussicht gestellten Gespräch habe der Einwohnergemeinderat konkrete Fragen betreffend zukünftigen Leistungen der Post.

Der Kernser Gemeindepräsident André Windlin war im Januar überrascht, als die Poststelle der Gemeinde auf der Syndicom-Liste als gefährdet eingestuft worden war. «Inzwischen haben wir das Thema im Gemeinderat diskutiert und sind geschlossen der Meinung, dass wir uns wehren müssen.» Dabei stehe der Erhalt der Poststelle in der heutigen Form für die Gemeinde im Vordergrund. Nicht zuletzt auch angesichts der Kundenfrequenzen auf der Kernser Post. Diese seien 2015 praktisch so gross gewesen wie 2010, 2013 und 2014 hätten sie gar noch höher gelegen. Man sei gesprächsbereit und wolle gemeinsam mit der Post eine Lösung finden. Nach der Syndicom-Veröffentlichung habe er einige Reaktionen aus der Bevölkerung erhalten: «Bei mir meldeten sich vor allem Leute, die eine Schliessung der Poststelle ablehnen.» Nach wie vor würden etliche Einwohner ihren Zahlungsverkehr auf der Post abwickeln. «Fragen wirft das auch für Personen auf, die vielleicht nicht mehr so mobil sind und dann für gewisse Postgeschäfte nach Sarnen gehen müssten», betont Windlin.

Die Post will «sorgfältige Einzelfallprüfungen» zur Zukunft der Poststellen in Kerns und Sachseln vornehmen, wie den Informationen zu entnehmen ist. Sie strebt «die beste postalische Versorgung für die Region mit einem Mix an Zugangspunkten» an. Dazu gehört für die Post auch die Einrichtung von Partnerfilialen – zum Beispiel in einem Dorfladen.

Post will Ängsten in der Bevölkerung begegnen

Wenn in einer Gemeinde die angestammte Poststelle verschwinden soll, sei vielfach Widerstand zu spüren, räumt Thomas Baur ein. Er ist Leiter Poststellen und Verkauf und sitzt auch in der Konzernleitung der Post. «Im ersten Moment hat man das Gefühl, etwas zu verlieren», so Baur. Es gebe Ängste, weil man nicht wisse, welche Postdienstleistungen man in einer umgewandelten Poststelle noch erhält und welche nicht. Diesen Ängsten will die Post mit einer geänderten Strategie begegnen. «Wenn wir mit den Gemeinden Kontakt aufnehmen, veröffentlichen wir jeweils auch eine kurze Medienmitteilung», hält Baur fest. Bei jeder Umwandlung würden auch Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung abgehalten, die immer recht gut besucht seien.

Die Post habe das Ziel, näher an die Kunden zu kommen, sagt Baur im Gespräch mit unserer Zeitung. Partnerfilialen hätten den Vorteil, dass die Kunden von einem breiten Postangebot sowie von attraktiven Öffnungszeiten profitierten, schreibt die Post. Das Format sei beliebt und stärke in Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner die Infrastruktur im Dorf oder Quartier. «Mir ist bei heute 850 Partnerfilialen in der Schweiz kein Fall bekannt, in dem eine Gemeinde wieder zum alten System zurückwollte», betont Thomas Baur.

Bis 2020 will die Post in Obwalden fünf bis sieben weitere Zugangspunkte für Postdienstleistungen einrichten. Voraussichtlich in Sarnen soll ein MyPost24-Automat aufgestellt werden. Dieser erlaubt, Sendungen wie Briefe oder Pakete rund um die Uhr zu verschicken oder abzuholen. Zur bestehenden Geschäftskundenstelle in Sarnen soll eine weitere hinzukommen. Geprüft wird zudem die Einrichtung von zusätzlichen Aufgabe- und Abholstellen. «Das könnte zum Beispiel bei Tankstellen sein», sagt Thomas Baur. «Die Kunden hätten die Möglichkeit, einfache Sendungen wie etwa kleinere Pakete zu verschicken und sie sich auch dorthin liefern zu lassen.»

Einflussmöglichkeit des Kantons ist beschränkt

Auch der Obwaldner Regierungsrat hat sich mit der Post beschäftigt. Die Einflussnahme des Kantons ist allerdings beschränkt. «Die Post hat uns über die Strategie informiert», sagt Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker auf Anfrage. Die direkten Gespräche der Post fänden jedoch mit den Gemeinden statt.

Bleiker räumt ein, dass der Kanton ein gewisses Verständnis für die Haltung der Post habe. Von der Post und anderen staatsnahen Betrieben werde verlangt, dass sie effizient arbeiteten und Gewinne ablieferten. «Wenn die Post das umsetzt und für einzelne Filialen andere Lösungen sucht, ist der Aufschrei gross.» Die Post befinde sich hier in einem Spagat. Der Regierungsrat hat seine Haltung bereits im Februar dieses Jahres in der Antwort auf ein Postulat im Kantonsrat festgehalten.
«Hat eine Gemeinde gute Argumente, dass die Poststelle erhalten bleiben soll, dann werden wir sie unterstützen und unseren Einfluss geltend machen», hält Bleiker fest.

Wie es im Kanton Nidwalden mit der Zukunft der Poststellen aussieht, steht noch nicht fest. Die Post will zum gegebenen Zeitpunkt darüber informieren.

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