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OBWALDEN: Private Dorfsperrung vergrault Kunden

Die kürzlich vorgenommene Sperrung des Sarner Dorfkerns für eine Hochzeitsfeier sorgt für rote Köpfe bei den Ladenbesitzern. Die Polizei spricht von unüblichem Vorgehen.
An einer Hochzeitsfeier in Zug sorgte ein nicht geladener Mann für Unmut. (Bild: Keystone / Gaetan Bally)

An einer Hochzeitsfeier in Zug sorgte ein nicht geladener Mann für Unmut. (Bild: Keystone / Gaetan Bally)

Sperrungen des Dorfkerns kommen in Sarnen hin und wieder vor, in der Regel für öffentliche Anlässe. Auch am Samstagnachmittag vergangener Woche war das alternative Verkehrsregime signalisiert. Doch diesmal war der Ärger der Ladeninhaber im Zentrum gross. Warum? «Vielen ist sauer aufgestossen, dass der Dorfkern für eine private Hochzeitsfeier gesperrt worden ist», sagt Alois Britschgi, bis 2015 Präsident der Vereinigung der Sarner Fachgeschäfte (der aktuelle Präsident weilte zu diesem Zeitpunkt in den Ferien). Solange die Sperrungen ausgewogen gehandhabt würden, trügen sie die Geschäfte auch mit. Dass eine Sperrung für eine private Feier überhaupt bewilligt wurde, hält er aber für fragwürdig. Befremdet ist auch Irène Durrer, Inhaberin des Strumpfhuis. Sie gönne dem Brautpaar alles Glück der Welt. «Doch wenn das einreisst, geht das gar nicht.» Für zusätzlichen Unmut sorgte, dass die Umleitung grossräumig angelegt wurde, «obschon der Anlass in erster Linie um die Dorfkapelle herum stattfand», wie Irène Durrer anmerkt. Es habe nur ein Zettel drangehangen ‹Zufahrt zu den Parkplätzen gestattet›, ergänzt Britschgi. «Bis die Leute den Zettel gelesen haben, sind sie schon vorbeigefahren.»

Warum haben Ladenbesitzer nicht reagiert?

Marcel Spichtig von der gleichnamigen Papeterie setzt ebenfalls ein Fragezeichen hinter die Bewilligung. «Wenn der Dorfkern gesperrt ist und die Leute nicht ­hineinfahren können, bleiben sie als Kunden weg.» Die Fachgeschäfte werden jeweils mit einer Liste bedient, auf der die geplanten Umleitungen aufgeführt sind. «Auch jener Samstag war darauf vermerkt», räumt Alois Britschgi ein. Es habe wohl niemand erwartet, dass es hier um einen Privatanlass ging, sonst hätte der Vorstand wohl interveniert.

Sperrungen seien Ausnahmen und individuell zu beurteilen, sagt Marco Niederberger, Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei, auf Nachfrage. Er räumt ein: «Die Strassensperrung für eine private Veranstaltung entspricht nicht der üblichen Praxis und bleibt ein Einzelfall.» Die involvierten Stellen hätten die Sperrung auf dem kurzen Strassenabschnitt während der Ferienzeit als verhältnismässig erachtet. Sie habe den Auflagen der Bewilligung entsprochen. Der Dorfplatz, die Brünigstrasse und die Poststrasse seien befahrbar geblieben.

Ob der öffentliche Grund für eine Veranstaltung freigegeben wird, beurteile der Grundeigentümer. «In der Regel sind das die Gemeinden oder der Kanton», so Marco Niederberger. Anschliessend liege es an der Kantonspolizei, die Umsetzung hinsichtlich des Verkehrs zu gewichten. Sie erteile dann mit dem Einverständnis der Eigentümer die Bewilligung für eine Sperrung.

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@obwaldnerzeitung.ch

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