OBWALDEN: Privater Päckli-Transport harzt

Mit «Package Ride» wollte ein Wiler Start-up-Unternehmer den Markt für Warentransporte aufmischen. Die Bilanz nach eineinhalb Jahren fällt ernüchternd aus. Aufgeben will er trotzdem noch nicht.

Adrian Venetz
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Michael Kalbermatter: «Das Projekt ist zu gross, um es allein bewältigen zu können.» (Bild: Corinne Glanzmann (Wilen, 18. November 2015))

Michael Kalbermatter: «Das Projekt ist zu gross, um es allein bewältigen zu können.» (Bild: Corinne Glanzmann (Wilen, 18. November 2015))

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

Sein Ziel war es, den «Schweizer Logistikmarkt zu revolutionieren», wie der Jungunternehmer Michael Kalbermatter (36) im November 2015 gegenüber unserer Zeitung sagte. In Wilen hatte er die Firma Package Ride GmbH gegründet. Die Idee dahinter: Privatpersonen können sich auf der Homepage des Unternehmens anmelden und als Gepäck-Transporteure etwas Geld ver­dienen. Andere Privatpersonen wiederum können Transportaufträge eingeben. Beispiel: Jemand möchte eine Stereoanlage von Luzern nach Basel transportieren. Auf der Homepage meldet er diesen Auftrag. Ein Autofahrer, der ohnehin diese Strecke fährt, kann sich dann den Auftrag schnappen und den Transport zu einem abgemachten Preis ausführen.

Ein Blick auf die Homepage von Package Ride zeigt nun aber: In den vergangenen zwölf Mo­na­ten wurden gerade mal drei Transportaufträge eingegeben – ein Paar Ski, eine Kommode und zwei Koffer. Der letzte Eintrag stammt vom Januar 2017. Kurzum: Es herrscht tote Hose.

Auf der Suche nach Partnerschaften

Michael Kalbermatter räumt auf Anfrage ein, dass das Geschäft momentan gar nicht läuft. Dies liege auch an seinem sechsmonatigen Aufenthalt in Neuseeland. Sein Projekt aufgegeben hat er aber noch nicht. Allerdings: «Ich musste feststellen, dass ein solches Projekt zu gross ist, um es ­allein bewältigen zu können.» So habe er sich anfangs zu sehr auf die Umsetzung und Programmierung des neuen Angebots konzentriert und zu wenig auf die Themen Marketing und Public Relations. Dies wolle er nun nachholen. So möchte er sein ­Angebot auf Verkaufsplattformen vermehrt im Internet (z. B. Ani­bis, Tutti, Ricardo) bewerben, weil gerade dort das Bedürfnis nach privaten Transporteuren gross sei. Auch strebt Kalbermatter eine Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Post an. Er habe sich bereits einmal mit Vertretern der Post unterhalten und über eine allfällige Partnerschaft gesprochen. Ein zweites Treffen stehe noch aus.