Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBWALDEN: Rund 60 Familien am 40. Ranfttreffen

Gemeinsame Auszeit in einer hektischen Vorweihnachtszeit war für viele das Motiv, sich am Wochenende auf nach Flüeli-Ranft zu mchen.
Marion Wannemacher
Eine Gruppe aus dem Kanton Freiburg hat sichtlich Spass beim Basteln ihrer Laternen im Felsenheim. Später gehen Erwachsene und Kinder gemeinsam auf den Familienweg des Ranfttreffens. (Bilder: Marion Wannemacher/Izedin Arnautovic (Sachseln, 16. Dezember 2017))

Eine Gruppe aus dem Kanton Freiburg hat sichtlich Spass beim Basteln ihrer Laternen im Felsenheim. Später gehen Erwachsene und Kinder gemeinsam auf den Familienweg des Ranfttreffens. (Bilder: Marion Wannemacher/Izedin Arnautovic (Sachseln, 16. Dezember 2017))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung.ch

Rita-Maria und ihre Mutter Heidi Holdener befestigen Laternenboden und Rand an ihre selbst ausgemalten Folien. Sie sind zum ­ersten Mal gemeinsam am Ranfttreffen. «Ich glaube, das wird ein unvergessliches Erlebnis», sagt Heidi Holdener aus Rickenbach SZ voller Vorfreude. «Früher mit Mitte 20 war ich selbst am Ranfttreffen, jetzt hatte ich das Gefühl, das muss ich unbedingt mit meiner Tochter machen.» Die 9-jährige Rita-Maria geniesst das gemeinsame Basteln.

Hier an der zweiten Station im Betagtenheim Felsenheim Sachseln quirlt alles durcheinander. Familien sind bereits fertig, packen ihre Rucksäcke und laufen weiter, andere basteln an ihrer Laterne weiter, die sie an der ersten Station erhalten haben. Eltern lesen ihren Kindern die Geschichte vom kleinen Hasen Niki vor, der ein neues Daheim bei Freunden sucht und dann doch feststellt, dass eben nur daheim sein Daheim ist. Insgesamt 60 Familien beziehungsweise 220 Personen nehmen am Familienweg des Ranfttreffens teil.

Fünf Kirchgemeinden chartern einen Bus

Auf Luisa Raetzos Laterne sind lauter Herzen gemalt. «Immer wieder laufen und etwas machen an den Stationen, das finde ich toll», erklärt die Neunjährige. Sie gehört mit ihrer Mutter und drei weiteren Müttern und deren Kindern zu einer Gruppe aus dem Kanton Freiburg. Die Stimmung ist gut, am Basteltisch wird viel gelacht. Fünf Kirchgemeinden der Seelsorgeeinheit Sense Mitte sind nun gemeinsam hier. Religionslehrerin Petra Berger erklärt, dass man ein gemeinsames Projekt gesucht habe. «Hier haben wir was Gutes gefunden», ist sie überzeugt und ist sich bereits sicher, dass man im kommenden Jahr wiederkomme.

Auf dem Hof Unterbächen schenkt Gastgeberin Bernadette Rohrer warmen Tee aus. Rita-Maria und Heidi Holdener picknicken an einem der Tische mit Aussicht auf den Sarnersee. Am gleichen Tisch geniessen Simona mit ihrer Mutter Renate Durrer aus Hergiswil und Grosi Herta Caprez ihre Pause. «Schön, dass so viel Schnee liegt», freut sich Herta Caprez. «Jedes Jahr etwas anderes, auch die Geschichte gefällt mir», lobt die Enkelin den Familienweg. Sie freue sich auch auf die Feier und das Fackelntragen. «Es ist schön, dass man in der hektischen Zeit nicht muss, sondern nur darf», findet ihre Mutter.

Drinnen im Gasthaus füllt sich die Stube mit Helfern. Insgesamt 250 unterstützen das Treffen. Bei einer dampfenden Suppe wärmen sich einige auf. Projektleiterin Esther Burri von Jungwacht Blauring Schweiz hat ein Headset im Ohr. Seit Freitag hat das OK im Gasthaus Paxmontana Quartier bezogen, um den Anlass vorzubereiten. Was ist anders am 40. Ranfttreffen? «Wir teilen im Gottesdienst nicht nur das Licht, sondern auch den Kuchen zur Geburtstagsfeier», sagt sie. Im Bruder-Klausen-Jubiläumsjahr gibt es das Meditationsrad auf der ­Laterne und einen von Roland Gröbli verfassten imaginären Dialog zwischen Bruder Klaus, Dorothea, dem Landammann und seinen Kindern, mit dem sich die Jugendlichen befassen.

Früher sei der Gottesdienst traditioneller gewesen mit Eucharistiefeier und dem Bischof. «Heute ist die Gestaltung offener», sagt Esther Burri. Vorbei die Zeiten in den Neunzigern, als 4000 Jugendliche in den Ranft kamen und im Dorf teilweise ausgelassen feierten. Als Konsequenz wurde das Mindestalter für die Erlebnisnacht auf 15 Jahre heraufgesetzt. Seitdem kommen im Schnitt 1000 Jugendliche, in diesem Jahr 900. Darunter sind solche, die als Kind den Familienweg gemacht haben, den es seit 2010 gibt. Wie wird sich das Ranfttreffen weiterentwickeln? Lauter und sensationeller müsse der Anlass sicher nicht werden, versichert Esther Burri. «Die Leute kommen trotzdem, es sind Jugendliche, die einen Kontrapunkt suchen, sich für spirituelle Fragen interessieren und sich mit sich auseinandersetzen wollen.»

Eine Gruppe aus dem Kanton Freiburg hat sichtlich Spass beim Basteln ihrer Laternen im Felsenheim. (Bild Marion Wannemacher, Sachseln 16. Dezember 2017)

Eine Gruppe aus dem Kanton Freiburg hat sichtlich Spass beim Basteln ihrer Laternen im Felsenheim. (Bild Marion Wannemacher, Sachseln 16. Dezember 2017)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.