OBWALDEN: Sarnen hat jetzt eine Gelateria

In der ehemaligen Landenberg-Metzgerei gibts nun Glace. Jens Brylka (46) aus Kägiswil will den Obwaldnern und Touristen zeigen, wie eine richtig gute Glace zu schmecken hat.

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Jens Brylka bietet in der ehemaligen Landenberg-Metzgerei selbst gemachte Glace an. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 6. Juni 2017))

Jens Brylka bietet in der ehemaligen Landenberg-Metzgerei selbst gemachte Glace an. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 6. Juni 2017))

Überraschung: Wer die neue Gelateria in Sarnen betritt, trifft nicht etwa auf einen braungebrannten Süditaliener, sondern auf einen grossen Norddeutschen mit roten Augenbrauen. Der 46-jährige Jens Brylka hat Ende Mai sein Geschäft Gelato naturale eröffnet. Der Name ist Programm: Hier entsteht Glace mit natürlichen Zutaten. Etwas schmunzeln muss man schon, wenn man feststellt, dass die Süssspeisen – viele davon vegan und laktosefrei – ausgerechnet in der ehemaligen Landenberg-Metzgerei verkauft werden. «Gestern hab ich kiloweise Bananen geschält – es sah aus wie auf einem Schlachtfeld», sagt Jens Brylka lachend.

Seit 9 Jahren wohnt er in der Schweiz und seit 6 Jahren in Kägiswil. Früher arbeitete er unter anderem als Lokführer und Pflegefachmann. Nun hat er seine wahre Leidenschaft zum Beruf gemacht. «Fast nirgends hier gibt es richtig gute Glace», stellte Jens Brylka immer wieder fest, seit er in der Schweiz lebt. Meistens werden der Glace chemische Farbstoffe und künstliche Aromastoffe beigefügt – davon aber hält der 46-Jährige nichts. Seine Pistazien beispielsweise stammen von einem Bio-Bauernhof in Süditalien, die Kaffee­bohnen von der Sarner Kaffeerösterei 13/15.

Über 200 Rezepte – auch für Herbst und Winter

Die Ausbildung zum Eismeister hat er bereits absolviert. «Das Handwerk habe ich bei einem Konditor in Norddeutschland gelernt», erzählt Brylka. «In meiner alten Heimat gibt es kaum ein Dorf oder eine Stadt, in der nicht mehrere Eisdielen stehen. Dort wird in jeder Jahreszeit Glace gegessen.» Auch an einem verregneten und nebligen Oktobertag? «Natürlich!», sagt der Deutsche. «Warum nicht?» Entsprechend wird er das Angebot der Jahreszeit anpassen. In den kälteren Monaten kommen beispielsweise Zimt und Mandeln in die Glace. 12 verschiedene Sorten bietet er derzeit an – und mehr als 200 weitere Rezepte hat er noch in der Hinterhand.

Brylka plant zudem eine Zusammenarbeit mit lokalen Restaurants und Hotels. Auch ein Catering will er bald anbieten, etwa für Hochzeiten und Geburtstage. Noch muss er aber warten, bis endlich die neue, mobile Glacevitrine angeliefert wird. «Dann kann es losgehen.» Eine neue Website ist ebenfalls am Entstehen.

Die Gelateria an der Landen­bergstrasse – gleich neben dem «Muffis» – ist jeweils ab 12 Uhr mittags offen, an warmen Sommerabenden bis mindestens 20.30 Uhr. «Solange ich im Laden stehe, gibt’s Glace.»

Die Räume der ehemaligen Metzgerei seien zwar ideal, sagt Jens Brylka und spricht beispielsweise die geforderten Hygienevorschriften an. Eine Lösung auf Dauer ist es aber leider nicht. «In etwa einem Jahr muss ich wieder raus. Dann wird das ganze Haus umgebaut.» Deshalb hält er weiterhin die Augen offen für einen definitiven Standort.

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch