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OBWALDEN: Schönbüel: Die ersten Neuigkeiten sickern durch

Jetzt ist klar: Die Teilsame Lungern verkauft die Talstation und die Turren-Parzellen an neue Investoren. Auch auf Schönbüel soll wieder Leben einkehren.
Adrian Venetz
Seile der ehemaligen Pendelbahn Lungern-Turren. (Archivbild Neue OZ)

Seile der ehemaligen Pendelbahn Lungern-Turren. (Archivbild Neue OZ)

Adrian Venetz

Wie geht es weiter auf Lungern-Schönbüel? Und welche Investoren stecken hinter dem Vorhaben, die Bahn zu retten? Am kommenden Freitag wird das Geheimnis gelüftet: Der Kanton hat gestern zu einer Medienkonferenz eingeladen. Informiert wird «über die geplanten Bauvorhaben und das Konzept der Luftseilbahn Lungern». Auch die Vorstellung der Investoren steht auf dem Programm, wie dem Einladungsschreiben zu entnehmen ist.

Beschlüsse zeigen die Richtung auf

In welche Richtung sich das Projekt bewegen soll, ist zumindest teilweise den Entscheidungen der Teilsame (Korporation) Lungern-Obsee zu entnehmen. Diese hatte am Donnerstag an einer ausserordentlichen Versammlung verschiedene Beschlüsse gefasst. Folgende Punkte standen dabei im Zentrum:

  • Alle Baurechte,welche im Eigentum der Panoramawelt Lungern-Schönbüel AG (in Liquidation) stehen, werden gelöscht. Damit fallen (in einem ersten Schritt) alle Anlagen und Gebäude an die Teilsame zurück.
  • Die Teilsame verkauft sodann drei Parzellen an die LTB Lungern-Turren-Bahn AG, die sich in Gründung befindet. Es handelt sich um die Parzelle mit der Talstation (1453 Quadratmeter), eine Parzelle auf dem Turrengrat (5998 Quadratmeter) sowie die Parzelle, auf der die Turrenhütte steht (1411 Quadratmeter). Verkaufspreis: 10 000 Franken. Gemäss Traktandenliste erfolgt der Verkauf «zum Weiterbetrieb der Seilbahn inkl. allerAnlagen und unter der Auflage, dass sämtliche grundpfandgesicherten Schulden von der Käuferin übernommen werden». Hansurs Bürgi, Präsident der Teilsame Lungern, bestätigt auf Anfrage den Eindruck, dass der Verkaufspreis von 10 000 Franken «wirklich sehr wenig Geld» ist. Allerdings gelte es auch zu beachten, dass sich die Teilsame nicht mehr um die Altlasten (alte Gebäude und Anlagen) auf diesen Parzellen kümmern müsse.
  • Auf drei Parzellen in der Nähe der Talstation gewährt die Teilsame der LTB AG ein Baurecht zum Betrieb von Parkplätzen.Die drei Parzellen sind insgesamt rund 8200 Quadratmeter gross. Gemäss Beschlussantrag wird die Entschädigung «in einem prozentualen Anteil an den effektiv erzielten Parkplatzeinnahmen» festgelegt. «In den ersten zwei Betriebsjahren ab Eröffnung wird auf eine Entschädigung verzichtet.» Zur Erinnerung: Bei der Talstation will die LTB AG auch ein 4-stöckiges Haus mit fünf Wohnungen bauen (wir berichteten).
  • Ein letzter Punkt, der aufhorchen lässt: Die Teilsame gewährt auf zwei Parzellen auf Schönbüel ein Baurecht – und zwar «der noch zu gründenden Genossenschaft Berghaus Schönbüel». Im Klartext bedeutet dies, dass nicht nur der Bergstation Turren (1562 Meter über Meer) neues Leben eingehaucht werden soll, sondern auch dem Aussichtspunkt Schönbüel (2011 Meter über Meer) – hier allerdings nicht von der LTB AG, sondern von einer neuen Genossenschaft.

Unbeantwortet bleibt vorderhand aber noch die Frage, ob der Sessellift Turren–Schönbüel auch wieder in Betrieb genommen werden soll.

«Für uns das kleinere Übel»

Die Versammlung habe allen Anträgen zugestimmt, sagte Teilsame-Präsident Hansurs Bürgi gestern auf Anfrage. Es habe allerdings «schon auch kritische Fragen gegeben». Nicht zuletzt deshalb, weil sich die Teilsame in den Verhandlungen mit der LTB AG offenbar zur Übernahme von Grundpfandschulden verpflichtet hat. Konkrete Zahlen will Hansurs Bürgi nicht nennen. Er betont aber: «Für uns ist es das kleinere Übel. Auch wir sind sehr interessiert an einer Lösung.» (Hätte sich kein neuer Investor für die Bergbahnen gefunden, hätte sich wohl die Teilsame um die alten Anlagen kümmern müssen, nachdem die Panoramawelt AG Konkurs gegangen ist. Der Abriss und die Entsorgung einer kompletten Seilbahn wäre allerdings für die Teilsame finanziell kaum verkraftbar gewesen.) Der Grossteil der Grundstücke im Umkreis der Bergbahnen bleibt damit im Besitz der Teilsame. Für das Land, auf der die Seilbahn-Masten stehen, gewähre man der LTB AG ein sogenanntes Überfahrtsrecht. (Die Panoramawelt AG hatte auf diesen Parzellen noch ein Baurecht.)

2 Jahre lang nach Lösung gesucht

Mit der Ankündigung der Medienorientierung vom kommenden Freitag geht es nun – trotz Sommerferien – Schlag auf Schlag. Erst Ende Juni wurde publik, dass «eine Gruppe von Investoren aus der Region den Abbruch der Seilbahn in letzter Minute verhindern» will, wie es in einer Mitteilung der Obwaldner Volkswirtschaftsdirektorin geheissen hatte.

Seit zweieinhalb Jahren stehen die Seilbahn Lungern–Turren und die Sesselbahn Turren–Schönbüel nun bereits still. Das Bundesamt für Verkehr hatte damals den Betrieb aufgrund verschiedener Beanstandungen – fachliche und organisatorische Mängel – eingestellt. Frühere Betreibergesellschaft war die Panoramawelt Lungern-Schönbüel AG. Das im Mai 2014 eröffnete Konkursverfahren war am 22. Januar mangels Aktiven eingestellt worden. Die AG befindet sich nun in Liquidation.

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