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OBWALDEN: Seeabsenkung: Fronten bleiben verhärtet

Schluss mit der Seeabsenkung, fordert die IG naturnaher Lungerersee. Jetzt nimmt die Obwaldner Regierung Stellung und lehnt das Begehren ab.
In den Wintermonaten präsentiert sich das Ufer des Lungerersees wegen der Stromproduktion jeweils als Steinlandschaft. (Archivbild Corinne Glanzmann)

In den Wintermonaten präsentiert sich das Ufer des Lungerersees wegen der Stromproduktion jeweils als Steinlandschaft. (Archivbild Corinne Glanzmann)

Der Lungerersee muss das ganze Jahr über gefüllt sein: Für dieses Ziel setzt sich die IG naturnaher Lungerersee ein. In seiner am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme äussert der Obwaldner Regierungsrat Verständnis für das Anliegen, denn Anwohner und Ausflügler «könnten den Seegrund in den Winter- und Frühlingsmonaten als störend empfinden».

Bis jetzt senkt das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) den Stausee während der Wintermonate ab, aus produktionstechnischen Gründen. Zum Vorschein kommt eine Steinlandschaft. Boote liegen auf dem Trockenen, die Badi in Lungern kann erst später öffnen.

Die Obwaldner Regierung kommt zum Schluss, dass eine Konzessionsänderung und somit das Einverständnis des EWO notwendig wäre, um den See nicht mehr abzusenken. Die Änderungen könnten nicht in einem Vertrag zwischen der Gemeinde Lungern und des EWO geregelt werden, so die Staatskanzlei in einer Mitteilung. Sowohl der Kanton Obwalden als Konzessionsgeber als auch das EWO als Konzessionsnehmer müssten mit den vorgeschlagenen Änderungen einverstanden sein.

EWO nicht bereit für Änderung

Das EWO habe jedoch eingebracht, dass es nicht bereit sei, einer Konzessionsänderung gemäss den von der IG Naturnaher Lungerersee eingereichten Vorschlägen zuzustimmen. Auch ein freiwilliger Verzicht auf wohlerworbene Rechte komme für das EWO nicht in Frage. Für den Regierungsrat ist diese Haltung des EWO «verständlich, insbesondere unter Berücksichtigung der derzeitigen Situation am Strommarkt». Das EWO macht vor allem energiewirtschaftliche Gründe geltend. Ohne Pegelabsenkung müssten im Winterhalbjahr rund 18 Gigawattstunden Strom eingekauft werden.

Gefahr von Hochwasser

In seiner Stellungnahme hält der Regierungsrat weiter fest, dass ein Wechsel zu einem ganzjährig voll bleibenden Lungerersee im Frühling einen deutlich höheren Wasserspiegel im Sarnersee zur Folge hätte. Dadurch würde die Hochwassergefahr rund um den Sarnersee sowie entlang der Sarneraa bis zur Inbetriebnahme des Hochwasserentlastungsstollens im Rahmen des Projekts Hochwassersicherheit Sarneraatal markant ansteigen.

Schliesslich verweist der Regierungsrat auf allfällige finanzielle Konsequenzen der geforderten Änderung. Das EWO hat der Gemeinde Lungern eine Entschädigung von 2,5 Millionen Franken überwiesen. Der Betrag deckt die Laufzeit der Konzession bis 2041 ab. Bei einer vorzeitigen Anpassung müsste eine Teilrückzahlung an das EWO zum Thema werden.

pd/rem

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