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OBWALDEN: Seifenkisten gegen Lehrlingsmangel

60 Sarner Schüler haben mit Hilfe lokaler Betriebe zehn Seifenkisten gebaut. Ziel ist, sie für gewerbliche Berufe zu begeistern. Bald können die Junghandwerker ihre Gefährte auf die Probe stellen.
Patricia Helfenstein-Burch
Drei Schüler bauen eine Seifenkiste zusammen, unter dem wachsamen Blick der Aufsichtsperson. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 28. März 2018))

Drei Schüler bauen eine Seifenkiste zusammen, unter dem wachsamen Blick der Aufsichtsperson. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 28. März 2018))

Patricia Helfenstein-Burch

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Emsige Kinderhände, prüfende Blicke der Begleitpersonen von der Schule Sarnen und wohlwollendes Nicken von Gemeinderat Beat Odermatt: In der Oldtimer Galerie Frieden in Sarnen bauen Schüler der fünften und sechsten Klasse und der ersten Oberstufe zwei Seifenkisten zusammen. Sie wurden während einer Projektwoche im Rahmen des Projekts «Schule macht Handwerk» des Vereins Sarner Seifächischtärennä gefertigt. Es wird geschraubt und gedreht, gehämmert und gezogen und immer wieder auch gelacht. Die Freude am Handwerk steht den Kindern ins Gesicht geschrieben. Diese Freude zu wecken, ist das Ziel: Das Projekt der Schule, der Gewerbebetriebe und der Gemeinde Sarnen will dem Lehrlingsmangel in gewerblichen Berufen entgegenwirken.

15 Handwerksbetriebe öffneten ihre Tore

Insgesamt 60 Mädchen und Knaben nahmen an der Projektwoche teil und haben zusammen zehn Seifenkisten gebaut. Am Sarner Seifächischtärennä vom 19. Mai treten sie im Rahmen des Grossanlasses Oldtimer in Obwalden mit ihren Seifenkisten gegeneinander an und können ihre Gefährte der Öffentlichkeit präsentieren. Gemeinderat Beat Odermatt ist sehr zu­frieden mit dem bisherigen Projektverlauf. «Als beim letzten Wirtschaftsapéro Freiwillige gesucht wurden, um das Seifenkisten-Projekt zu unterstützen, haben sich 50 Personen gemeldet. Diese Zahl hat mich überwältigt», so Odermatt.

15 Handwerksbetriebe – etwa Schreinereien, Metallbaufirmen, Auto- und Velogaragen – stellten für die Projektwoche ihre Räumlichkeiten, ihr Fachwissen und ihre Zeit zur Verfügung, um den jungen Seifenkisten-Bauern mit professionellem Rat und Tat zur Seite zu stehen. Der elfjährige Aurel von Ah aus Stalden findet das Projekt «cool». «Ich bin von Natur aus nicht so der handwerkliche Typ und habe so die Gelegenheit erhalten, in diese Berufe hineinzuschauen», erzählt Aurel, putzt sich etwas Karrenschmiere von der Nase und geht zurück an die Arbeit.

«Es ist unglaublich, was hier geleistet wurde.»

Sebastian Schwegler, Projektleiter und Geschäftsführer von Elektro Furrer ist heute auch vor Ort und meint: «Es war eine extrem aufwendige Sache, aber jetzt nach diesen drei Tagen Projektwoche bringe ich das Lachen fast nicht mehr aus meinem Gesicht. Es ist unglaublich, was hier geleistet wurde.» Die Rückmeldungen, die er aus den beteiligten Betrieben erhalten habe, seien ebenfalls sehr gut.

Auch Cornelia Slattner, Schulleiterin der Schule Sarnen, ist voll des Lobes. «Grossartig, einfach nur grossartig, wie dieses Projekt in Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft auf der Basis des Fachkräftemangels und im Hinblick auf die Berufswahl dieser jungen Leute realisiert wurde». Sie schätzt auch den Kontakt, der zwischen Schule und künftigen Lehrbetrieben geschaffen werde.

Kinder waren mit Fleiss und Interesse dabei

Vanessa Abegg aus Wilen hat während der Projekttage sogar vielleicht schon einen künftigen Lehrbetrieb gefunden. «Mir hat es ganz besonders in der Holzbautechnik-Firma gefallen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dort eine Lehre zu machen» sagt die Elfjährige – und schon wird auch sie wieder bei der Arbeit gebraucht.

Vor einem Jahr wurden von der Oldtimer Galerie Frieden zwei Seifenkisten-Prototypen hergestellt. Simon Frieden, ­Sebastian Schwegler und Co-OK-Präsident Roger Burch von der Holzbautechnik Burch AG haben in unzähligen Stunden die beiden Prototypen zur Serienreife gebracht. Simon Frieden lobt das grosse Interesse und den Fleiss der Kinder. «Ich bin positiv überrascht, wie auch die Mädchen gut mit Schweissgeräten und Maschinen umgingen und Freude an diesen handwerklichen Arbeiten hatten».

Hinweis

Weitere Informationen unter www.schule-macht-handwerk.ch und www.o-io.ch.

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