Obwalden
«Seil auf – spannen – pull»: Wie Engelberg zur Seilziehpionierin wurde

1970 der erste Seilziehclub der Schweiz in der Talgemeinde gegründet. Andrea Hurschler arbeitete die erfolgreiche Geschichte auf.

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Autorin Andrea Hurschler (rechts) und Engelberger Gemeinderätin Cornelia Amstutz an der Vernissage.

Autorin Andrea Hurschler (rechts) und Engelberger Gemeinderätin Cornelia Amstutz an der Vernissage.

Bild: PD

Als der Seilziehclub Engelberg 1970 gegründet wurde, hätte niemand gedacht, dass dieser so lange Bestand haben würde – geschweige denn so viele Erfolge feiern könnte. 15 Klub-Weltmeistertitel, 14 Klub-Europameistertitel, 37 Schweizer-Meister-Titel, diverse Erfolge als Nationalmannschaft und weitere Spitzenplatzierungen an internationalen Wettkämpfen zieren heute das Palmarès.

Die einheimische Autorin Andrea Hurschler fasst im Engelberger Dokument die Gründungszeit des Vereins, die Erfolge, aber auch die schwierigen und herausfordernden Zeiten zusammen. Sie dokumentiert zudem die Geschichte und Anfänge des Seilziehsports: In der Schweiz leistete Engelberg Pionierarbeit und machte das Seilziehen bekannt und beliebt.

Kraft und Leidenschaft eindrücklich dargestellt

Im Dokument soll aufgezeigt werden, weshalb der Seilziehclub Engelberg über 50 Jahre lang an der Spitze des Sports war und ist. «Das Training, welches die Amateursportler an bis zu sechs Tagen pro Woche absolvieren, ist extrem professionell. Zudem haben die Engelberger den Ruf, noch etwas länger ‹beissen› zu können als die Gegner», wird Andrea Hurschler in einer Medienmitteilung zitiert. Der Untertitel des Dokuments – «Wie Engelberg mit Kraft und Leidenschaft zum Pionier des Seilziehsports wurde» – sei deshalb nicht zufällig gewählt. Diese Kraft und Leidenschaft unterstrichen auch die Archivaufnahmen und aktuellen Fotos sowie Videos, die an der Vernissage gezeigt wurden.

Zu den schwierigen Phasen des Vereins gehörten unter anderem die Coronazeit, als das Training teilweise komplett verboten war, sowie Phasen im Jahr 1995, als die Mannschaft wegen der Rücktritte mehrerer Athleten vor dem Rückzug aus der Meisterschaft stand. Wäre dies damals passiert, gäbe es nun wohl kein Engelberger Dokument zum Thema.

Was das Dokument übrigens nicht abschliessend erklären kann: Wieso tun sich die Seilzieher derartiges Leiden an und kämpfen bis fast zum Umfallen? «Das können sie sich selbst nicht richtig erklären. Ich habe keine Antwort darauf erhalten, die ein Laie wirklich nachvollziehen kann. Es nimmt einem den ‹Ärmel inä› und dabei entwickelt sich diese enorme Leidenschaft», erzählte Hurschler an der Vernissage. Klar ist, Engelberg leistete Pionierarbeit im Seilziehsport und darf stolz auf die äusserst erfolgreiche Klubgeschichte sein. (pd/nke)

Das Engelberger Dokument Nr. 41 «Seil auf – spannen – pull» kann unter www.gde-engelberg.ch/publikationen, in der Roastery & Papeterie Engelberg sowie im Talmuseum Engelberg für 25 Franken bezogen werden.