Separate Plastiksammlung in Obwalden wird vorerst nicht weiterverfolgt

Der Kantonsrat unterstützt einen Vorstoss für die Wiedereinführung der Plastiktrennung nicht. Zurzeit fehle es an einer geeigneten Weiterverarbeitung.

Martin Uebelhart
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Der Entsorgungszweckverband Obwalden (EZVOW) stellte ab Februar 2016 die Sammlung von Kunststoff ein.

Der Entsorgungszweckverband Obwalden (EZVOW) stellte ab Februar 2016 die Sammlung von Kunststoff ein.

Bild: Archiv OZ

Eine Motion von Monika Rüegger (SVP, Engelberg) verlangte, dass der Kanton zusammen mit den Gemeinden wieder für eine separate Plastiksammlung sorgt. Diese war 2015 vom Entsorgungszweckverband Obwalden (EZVOW) abgeschafft worden. Rüegger bezeichnete in ihrem Votum Obwalden, ja die ganze Zentralschweiz, als weissen Fleck in Sachen Separatsammlung von Plastik. Aus rezykliertem Plastik könne Granulat gewonnen werden, das dann zu neuen Produkten wie Leitungsrohren für Stromkabel oder auch Gartenmöbeln verarbeitet werden könne. Sie teile die Auffassung der Regierung, die in ihrer Antwort festgehalten hatte, dass eine solche Separatsammlung durch den EZV eingeführt werden soll, sobald eine nachhaltige und dem Stand der Technik entsprechende Verwertung möglich sei. Laut der Regierung solle dies im kommenden Jahr so weit sein. Monika Rüegger beantragte, die Motion als Postulat zu überweisen.

Regierung will an Thema dranbleiben

Volkswirtschaftsdirektor Daniel Wyler betonte vor dem Rat, das wegen des Fehlens einer geeigneten Weiterverarbeitung diese Abfälle weiterhin in der Kehrichtverbrennungsanlage verbrannt würden. Ein Hauptproblem sei zudem, dass die Plastikabfälle häufig verschmutzt seien. Zudem gebe es fünf verschiedene Sorten Plastik. Er versprach, die Regierung bleibe an dem Thema dran und sie unterstütze die Umwandlung in ein Postulat.

Cornelia Kaufmann (CVP, Engelberg) gab einen Einblick in die Zustände in Engelberg. Dort hat die Bevölkerung über eine Initiative erreicht, dass der Plastik wieder separat gesammelt werde – mit dem Nachteil, dass die Separatsammlung oft auch für die Entsorgungen von Kehricht missbraucht werde: «Da liegt alles drin, was dort nicht hineingehört.»

Die Sammlung mache daher heute weder ökologisch noch ökonomisch Sinn. Die Kosten würden nicht von den Verursachern getragen, sondern von der Gemeinde. Nach Meinung der CVP sei es die Aufgabe des Zweckverbands, bei Vorliegen einer praktikablen Lösung die Plastiksammlung zu organisieren. Sie sprach sich gegen die Umwandlung in ein Postulat aus.

Vorstoss wird nicht überwiesen

Den gleichen Antrag stellte namens der CSP auch die Alpnacher Kantonsrätin Regula Gerig. Es liege an den Gemeinden, über den EZV über zusätzliche Sammlungen zu entscheiden. Die CSP setze sich für eine nachhaltige Abfallbewirtschaftung ein.

Der Kantonsrat lehnte sowohl die Umwandlung der Motion in ein Postulat wie auch die Überweisung des Vorstosses ab.

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