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OBWALDEN: Sie revolutionieren den Gurt

Unpraktisch fanden drei Studenten die heutigen Autogurten. Sie entwickelten ein neues System und holten damit einen ersten Preis.
Matthias Piazza
Praktisch und «kindersicher»: der Autogurt der drei Studenten. (Bild: PD)

Praktisch und «kindersicher»: der Autogurt der drei Studenten. (Bild: PD)

Anschnallen muss nicht mühsam sein. Drei Studenten der Zürcher Hochschule der Künste haben das seit 50 Jahren bestehende Gurtsystem hinterfragt und etwas Neues entwickelt – und das unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von den Gurten, die man kennt. Die Mechanik ist im Schloss untergebracht und nicht wie herkömmlich am Sitz. Dort befindet sich nur ein Steckbolzen. Dank dem drehbaren Magnet fährt dieser automatisch aus, sobald sich der Gurt nähert. «Dadurch kann man sich mit einer Hand und ohne hinzuschauen anschnallen», erklärt Milan Rohrer (25) aus Kerns, der mit Joël Bourgeois aus Feldmeilen ZH und Patrick Heutschi aus Binz ZH den Gurt entwickelte.

Geöffnet wird der Gurt über zwei seitliche Knöpfe. Das erhöht die Sicherheit und verhindert ein ungewolltes Lösen. Entstanden war die Idee aus einer Projektarbeit im Rahmen ihres Studiums als Industriedesigner. Es ging darum, etwas Mechanisches zu entwickeln. «Wir beschlossen, uns mit einem Produkt aus der Sicherheitstechnik zu befassen», erzählt Milan Rohrer. Den Ausschlag gab dann eine Erfahrung aus dem Alltag. «Angurten ist doch heutzutage völlig mühsam. Die Steckzunge ist klein und schlecht greifbar. Das Gegenstück ist meist versteckt, und den Schlitz zu treffen, erweist sich als wahre Kunst. Auch das Lösen ist nur umständlich und mit zwei Händen möglich.» Zudem stelle der bestehende Sicherheitsgurt eine Gefahr für Kinder dar, da sie ihn durch Drücken des Knopfs einfach lösen könnten.

Anspruchsvolle Umsetzung

Ein neues System musste her, das war für die drei Studenten klar. Die Anforderungen waren definiert: einfache Bedienung, kindersicher und trotzdem belastbar bis eineinhalb Tonnen Zuglast. Das entspricht der geforderten Belastung bei einem Unfall. Und zudem sollte das Ganze noch ästhetisch ansprechend und innerhalb von drei Wochen zu realisieren sein. «Es war anspruchsvoll. Das Zusammenspiel der Mechanik und der Hülle erwies sich als grösste Herausforderung.» Der Gurt wurde geplant, konstruiert, und mit einem 3-D-Drucker wurden Musterteile hergestellt. Vom Ergebnis waren offenbar nicht nur die drei Studenten begeistert.

Gegen 28 Projekte durchgesetzt

Ein Assistent der Hochschule ermunterte die drei Tüftler, ihren «new safety belt» beim James-Dyson-Award einzureichen. Mit Erfolg: Sie gewannen mit ihrer Erfindung den ersten Preis – und setzten sich damit gegen 28 weitere Projekte aus den Bereichen Industrie- und Produktdesign durch. Jurypräsident Gregor Naef lobt in der Medienmitteilung die Erfindung: «Jeder Autofahrer kennt das Problem herkömmlicher Sicherheitsgurten. ‹The new safety belt› hat eine höchst funktionierende und gleichzeitig unkomplizierte und formschöne Antwort gefunden. Die Chancen am Markt sind gegeben.»

Der momentane Stand entspricht einem Prototyp und ist noch nicht patentwürdig. Um ihn auf den Markt zu bringen, gelte es noch viele Arbeitsstunden zu investieren. Für diesen Prozess sei es wertvoll, dass sie mit diesem renommierten Preis eine gute Referenz in der Tasche hätten, die ihnen als Türöffner dienen könnte. Das Schweizer Gewinnerprojekt wird mit neun weiteren hochwertigen Schweizer Erfindungen an den internationalen Halbfinal des James Dyson Award weitergereicht.

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