OBWALDEN: Sinologie-Studentin: «Mit dem Sieg hätte ich nie gerechnet»

Die Alpnacherin Karin Hess gewann einen chinesischen Sprachwettbewerb. Die Sinologie-Studentin darf sich nun auf internationaler Ebene messen.

Martin Uebelhart
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Karin Hess (links) mit Botschaftssekretärin Xi Ru. Diese hat ihr die Siegerurkunde für den Sprachwettbewerb «Chinesische Brücke» überreicht. (Bild: PD)

Karin Hess (links) mit Botschaftssekretärin Xi Ru. Diese hat ihr die Siegerurkunde für den Sprachwettbewerb «Chinesische Brücke» überreicht. (Bild: PD)

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@obwaldnerzeitung.ch

Gross war die Freude und Überraschung für die Alpnacher Studentin Karin Hess, als sie in Gümligen BE als gesamtschweizerische Siegerin des diesjährigen chinesischen Sprachwettbewerbs Hanyuqiao ausgerufen wurde. Die 20-Jährige lernt seit fünf Jahren Chinesisch, seit zwei Jahren intensiv. Und seit einem Jahr studiert sie Sinologie – chinesische Sprache und Kultur – an der Universität Zürich. «Ich konnte mich gegen Studenten diverser Schweizer Universitäten und der ETH durchsetzen», erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Sprachwettbewerb Hanyuqiao – auf Deutsch chinesische Brücke – wird jährlich von verschiedenen Universitäten, Konfuzius-Instituten und der Kulturabteilung der chinesischen Botschaft organisiert. Karin Hess musste eine Präsentation in chinesischer Sprache halten mit einer persönlichen Vorstellung und einem Vortrag über ein Fachthema und eine künstlerische Darbietung. Für Letzteres hatte sie ein traditionelles chinesisches Lied einstudiert. Fürs Fachthema griff sie auf ihre Erfahrungen als Skilehrerin zurück. Bereits zweimal brachte sie Chinesen im Norden des Landes das Skifahren bei. «Die Jury fand mein Thema genial, wie ich aus Rückmeldungen erfahren habe», sagt die Tochter des designierten Obwaldner Regierungsrats Josef Hess. Gute Noten erhielt sie auch für ihre Aussprache. Darauf achte sie auch seit Jahren besonders, denn in der chinesischen Sprache sei die Aussprache sehr wichtig. «Ich habe mir einen guten Rang erhofft, mit dem Sieg hätte ich aber nie gerechnet. Ich bin ja erst in meinem ersten Sinologie-Jahr, andere Teilnehmer waren bereits im dritten oder haben schon längere Zeit in China verbracht.»

Stipendium für Studium in China

Als Siegerin hat sie sich für den Halbfinal des internationalen Hanyuqiao-Wettbewerbs auf Stufe Universität im Juli in Peking qualifiziert und darf dort die Schweiz vertreten. «Als Siegerpreis erhalte ich zudem ein Stipendium, um ein halbes Jahr in China zu studieren», freut sie sich. Wann sie das Stipendium beanspruchen will, weiss sie noch nicht.

Das Interesse für China und dessen Sprache erwachte bei Karin Hess auf einer Reise mit der Familie an die Expo 2010 in Schanghai. «Das Land und die Dimensionen der Grossstadt haben mich fasziniert.» Die Menschen dort hätten sich für die fremden Besucher interessiert. «Doch ich konnte mich nicht mit ihnen unterhalten.» Zurück in der Schweiz beschloss sie, am Berufs- und Weiterbildungszentrum Obwalden einen chinesischen Sprachkurs zu belegen. Mittlerweile war Karin Hess fünfzehn Mal in China.