In Obwalden rücken bald mehr Kindergartenkinder nach

Wo gibt es am meisten ausländischen Schüler und ist das Bildungswesen anderswo billiger? Eine Statistik gibt Antwort.

Markus von Rotz
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Blick in den Kindergarten in Sarnen. (Bild: Corinne Glanzmann, 26. Juni 2018)

Blick in den Kindergarten in Sarnen. (Bild: Corinne Glanzmann, 26. Juni 2018)

Auf knapp 40 Seiten liefert das Bildungsdepartement Obwalden eine Statistik über Bildung und Beratung im Kanton. Die Zahlenreihen, Grafiken und Kurven sind nicht immer einheitlich, die Informationen unterschiedlich und es werden teilweise unterschiedliche Jahre verglichen. Teilweise fehlen auch absolute Zahlen, was die Lesbarkeit vermindert. Dennoch findet man beim genauen Betrachten interessante Details. Schauen wir mal rein.

Vom Kindergarten bis zum Gymnasium zählte Obwalden im abgelaufenen Schuljahr samt Brückenangebot 4215 Schulkinder. 181 davon besuchten eine private Schule.

2018 sind 965'900 Franken an Stipendien ausbezahlt worden. Davon haben insgesamt 144 Personen profitiert – im Schnitt erhielten sie je 6700 Franken.

Die jährlichen Kosten pro Schüler liegen in der Oberstufe etwas höher als 14'000 Franken, in der Primarschule sind es rund 1'0000, im Kindergarten knapp 8000  Franken. Zählt man die drei Beträge zusammen, kommt man in etwa auf die Kosten der Pädagogischen Hochschule (PH) oder einer Universität, die pro Student 31'000 bis 33'000 Franken ausmachen.

Die Nettokosten der beruflichen Grundbildung liegen pro Schüler ausser im Aargau in keinem Kanton tiefer als in Obwalden. Im Kanton Genf sind sie am höchsten, mehr als doppelt so teuer wie in Obwalden.

Der prozentuale Anteil der Kindergartenkinder an den Gesamtschülerzahlen blieb seit 2015/16 bei rund 16 Prozent stehen, vorher lag er teilweise um oder unter 10 Prozent. Der Kanton geht davon aus, dass gegenüber heute 375 im Schuljahr 2021/22 über 400 Kinder neu eingeschult werden. Die Zahl dürfte später wieder leicht sinken. In Sarnen ist die höchste Zahl von 122 Kindergärtlern im Schuljahr 2025/2026 (heute 95) zu erwarten.

Die durchschnittliche Klassengrösse im Kindergarten lag seit 2015/16 bei 18 oder 19 Kindern. 2009/10 waren es 14. Seither ist die Zahl der Klassen im Kindergarten im Kanton von 25 auf 33 angestiegen.

Im Schuljahr 2018/19 traten 16,5 Prozent der Schüler ins Gymnasium über. Den höchsten Wert hat Engelberg (30 Prozent), den tiefsten Lungern (3 Prozent). Aus den Privatschulen wechselten zwei von drei Schülern ins Gymnasium.

337 Vollzeitlehrpersonen (total 503 Frauen und Männer) unterrichteten im Schuljahr 2018/19 in Obwalden an der Volksschule. Ihr Pensum betrug durchschnittlich 67 Prozent. 1991/92 waren 5 davon noch Lehrschwestern. Von den 503 Lehrpersonen waren letztes Jahr 45 im Alter zwischen 60 und 65 Jahren.

Sarnen leistet sich seit 2014 total 5,1 bis 5,5 Vollstellen für die Schulleitung.

14 Prozent aller Schulkinder in Obwalden waren im Schuljahr 2018/19 Ausländer. Der Wert ist seit 2010 recht stabil. Den höchsten Anteil weist Engelberg mit 25 Prozent auf, am wenigsten zählt man in Kerns (9,4 Prozent). 149 der 52 ausländischen Kinder haben einen portugiesischen Pass. Mit 71 stellen die Deutschen die zweitgrösste Gruppe. Je ein Kind kam 2018/19 beispielsweise aus Angola, Brasilien, Iran oder Kuba.

Nach dem 9. Schuljahr wählten vergangenes Jahr 75 Prozent der Buben eine berufliche Grundbildung, bei den Mädchen waren es 54 Prozent. 82 Prozent der Gymi-Absolventen (inklusive Sportmittelschule Engelberg) wohnten 2018/19 in Obwalden. 1970 waren es nur 32 Prozent. Allein an der Kantonsschule in Sarnen liegt der Obwaldner Anteil seit 2015/16 bei 100 Prozent. Die durchschnittliche Klassengrösse stieg hier seit 2013/14 von 17 auf 20.

2017/18 trat in der 6. Klasse kein Kantischüler mehr aus. Nach der 1. Klasse waren es noch 12 Prozent (8), nach der fünften noch 1,5 Prozent (1). Die Maturitätsquote lag in den vergangenen Jahren in Obwalden mit 15 bis 19 Prozent bis zu 5 Prozentpunkte unter dem schweizerischen Mittel. 2013 lag sie nur 0,5 Prozentpunkte tiefer, als Obwalden mit 19,4 Prozent die höchste Quote seit 2005 aufwies.

Von 1080 Lehrverhältnissen wurden 2018 deren 149 in Wirtschaft und Verwaltung abgeschlossen. Auf dem zweiten Platz folgt mit 146 Lehrverhältnissen der Bereich Hoch- und Tiefbau. Auch für Maschinen- und Metallverarbeitung entschieden sich noch knapp über 100 Jugendliche.

2018 absolvierten 18 Teilnehmer in 3 Kursen 432 Chinesisch-Lektionen am Berufs- und Weiterbildungszentrum. Total wurden 1195 Personen unterrichtet. Die grössten Teilnehmergruppen zählte man bei Englisch (195), Deutsch-Abend- und -Morgenkursen (191) sowie Bäuerin (150). 23 Personen liessen sich die Grundkenntnisse in Staatskunde vermitteln. Die Zahl der Teilnehmerlektionen erreichte 2018 mit 47941 den höchsten Wert seit 2007 – damals waren es 52972.

Der Anteil der direkt von den Eltern dem Schulpsychologischen Dienst gemeldeten Schüler sank seit 2010 von 34 auf 16 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Meldungen durch die Schule von 45 auf 76 Prozent. In 80 Prozent der Fälle kam eine Anmeldung wegen Lern- und oder Leistungsschwierigkeiten zu Stande.