Obwalden
Steuerstrategie zeigt positive Wirkung

Kanton und Gemeinden profitierten 2019 und 2020 von höheren Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen und bei den juristischen Personen. Im nationalen Ressourcenindex konnte Obwalden den 7. Rang halten.

Philipp Unterschütz
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Übersicht über Sarnen mit dem Rathaus auf dem Dorfplatz.

Übersicht über Sarnen mit dem Rathaus auf dem Dorfplatz.

Bild: Manuela Jans-Koch (Sarnen, 14. April 2021)

Die Steuerstrategie hat spürbar positive Effekte auf die volkswirtschaftliche Entwicklung des Kantons Obwalden. Zu diesem Schluss kommt die Regierung in ihrem Wirkungsbericht, mit dem sie alle zwei Jahre gegenüber den Einwohnergemeinden und dem Kantonsrat über die Steuerstrategie Rechenschaft ablegen muss. Der Kanton Obwalden verfüge seit der Initialisierung der Steuerstrategie 2006 über konkurrenzfähige steuerliche Bedingungen sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmungen, heisst es im Wirkungsbericht für die Jahre 2019 und 2020, den der Regierungsrat nun zuhanden des Kantonsrats verabschiedet hat.

Danach haben die Steuereinnahmen des Kantons weiterhin kontinuierlich zugenommen. Wie die Regierung in einer Mitteilung schreibt, ist zwischen 2016 und 2020 das Volumen der Steuern von 85,5 Millionen Franken auf 109,6 Millionen Franken angewachsen. Dies entspricht einer Zunahme von 28,2 Prozent. Der Anstieg für das Jahr 2020 wurde aber auch durch die Steuerumlagerung bei den juristischen Personen und die Erhöhung des Steuerfusses bei den natürlichen Personen begünstigt. Die Steuereingänge der direkten Bundessteuer bestätigen laut der Regierung diesen Trend. Diese stiegen von 2006 bis 2020 von 29,6 Millionen auf 101,3 Millionen Franken. Beim Ressourcenindex konnte der Kanton Obwalden im Jahr 2020 den 7. Platz halten.

Gemeinden nehmen ebenfalls mehr Steuern ein

Die Gewinnsteuern bei den juristischen Personen entwickelten sich ebenfalls positiv. 2005 betrug der Steuerertrag 11,4 Millionen Franken. Mit der Steuerstrategie wurde die steuerliche Belastung der juristischen Personen seit 2006 um mehr als 60 Prozent reduziert. Diese Massnahme zeigte die gewünschte Wirkung: 2018 betrugen die fakturierten Steuern 23,3 Millionen Franken (2017 23,5 Millionen Franken).

In der mittelfristigen Betrachtungsweise ist auch die Entwicklung der Steuereinnahmen in den Gemeinden zwischen 2016 und 2020 sehr positiv. In diesem Zeitraum beträgt der Zuwachs des Steuerertrags des Kantons rund 28 Prozent oder 24,1 Millionen Franken. Dieser Zuwachs verteilt sich über alle Einwohnergemeinden, einzig in Kerns gingen die Steuereinnahmen um 1,1 Millionen Franken (–9 Prozent) zurück. Dies ist jedoch auf einen ausserordentlichen Zuwachs im Jahr 2016 zurückzuführen. Der kurzfristige Blick auf die Jahre 2019 und 2020 zeigt, dass die Steuereinnahmen der Einwohnergemeinden Sachseln (+28,4 Prozent) und Engelberg (+40,4 Prozent) stark angestiegen sind. Insgesamt stiegen die Steuereinnahmen aller Einwohnergemeinden (Kantonsanteil) gegenüber dem Vorjahr um 16,9 Millionen Franken (18,2 Prozent).

Bei der Steuerreform hat der Kanton den Spielraum genutzt

Das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF) ist am 1. Januar 2020 in Kraft getreten. Die neue Besteuerung führt für viele kleine und mittlere Unternehmen sowie Gewerbebetriebe zu einer Steuerreduktion. «Der Kanton Obwalden konnte seinen Spielraum für die Ausgestaltung der neuen Unternehmensbesteuerung nutzen und bleibt als Standort auch in Zukunft attraktiv», hält die Regierung in ihrer Mitteilung fest.

Preise beim Wohneigentum steigen in Obwalden überdurchschnittlich

Der Wirkungsbericht zur kantonalen Steuerstrategie gibt auch Auskunft über die Raumentwicklung und die Preise bei den Immobilien. Zwischen 2017 und 2020 ist die überbaute Fläche im Kanton Obwalden um rund 3 Prozent gewachsen. Die Zunahme war in den letzten Jahren im schweizweiten Vergleich überdurchschnittlich und schon vor dem Start der Umsetzung der Steuerstrategie (2006) feststellbar. Im schweizweiten Vergleich sind die Preise für Wohneigentum in Obwalden 2019 und 2020 stärker gestiegen als im schweizweiten Vergleich. 2019 stiegen die Preise in Obwalden um 5,1 Prozent (Schweiz 3,6 Prozent) und 2017 um 3,5 Prozent (Schweiz 1,1 Prozent). Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern ist immer noch gross. Im Bereich Eigentumswohnungen stiegen die Preise 2017 um 6,8 Prozent (Schweiz 6,2 Prozent) und 2020 um 4,4 Prozent (Schweiz 4,9 Prozent). Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen hat wieder zugenommen. Dahingegen sind die Preise bei den Mieten in der Berichtsperiode leicht rückläufig.

In der Staatsrechnung 2020 sind auch erste finanzielle Auswirkungen der Coronapandemie enthalten. Infolge von Covid-19 sind in der Staatsrechnung 2020 Ausgaben von rund 10 und Einnahmen von 6 Millionen Franken enthalten. Es sei aktuell noch nicht abschätzbar, wie sich die Coronapandemie auf die künftigen Steuererträge auswirken wird, schreibt die Regierung.