OBWALDEN: Strategie ist gefordert

Die Kraftwerke im Engelbergertal könnten bald dem Kanton gehören. Kantonsräte fordern deshalb eine weitsichtige Planung.

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Das Kraftwerk Obermatt unterhalb Engelberg produziert Strom mit Wasser vom Eugenisee. (Bild Markus von Rotz)

Das Kraftwerk Obermatt unterhalb Engelberg produziert Strom mit Wasser vom Eugenisee. (Bild Markus von Rotz)

Ist es sinnvoll, wenn der Kanton die Wasserkraftwerke Obermatt und Arni im Engelbergertal vorzeitig zurückkauft? Und ist ein Betrieb dieser Kraftwerke durch das Elektrizitätswerk Obwalden realistisch? Diese und weitere Fragen stellen die Kantonsräte Hampi Lussi (CVP, Sarnen) und Dominik Rohrer (CVP, Sachseln) gemeinsam mit 41 Mitunterzeichnenden in einem Postulat.

Zum Hintergrund: Die beiden Kraftwerke gehören der Luzerner EWL Kraftwerke AG. Sie werden auf Basis einer seit 1959 bestehenden Konzession des Kantons Obwalden genutzt. Diese Konzession sieht einen ordentlichen Heimfall nach 80 Jahren vor, möglich ist aber auch ein vorzeitiger Rückkauf nach 60 oder 70 Jahren. Bereits in drei Jahren wäre also ein Rückkauf dieser Kraftwerke möglich. «Erfahrungsgemäss nimmt die Abwicklung eines derartigen Geschäfts mehrere Jahre in Anspruch», heisst es im Postulat. «Eine frühzeitige und weitsichtige Terminplanung ist in jedem Fall angezeigt, wenn eine rechtlich einwandfreie und politisch mehrheitsfähige Lösung erreicht werden soll», heisst es im Postulat.

Arbeitsgruppe ist dran

Die Regierung «unterstützt grundsätzlich die Stossrichtung des Postulats», und beantragt dem Kantonsrat an seiner Sitzung von heute Donnerstag, den Vorstoss zu überweisen. «Wie die Urheber des Postulats beurteilt auch der Regierungsrat die anstehende Entscheidung bezüglich eines vorzeitigen Rückkaufs der Kraftwerke Obermatt und Arni sowie die künftige strategische Ausrichtung des Kantons Obwalden bezüglich Wasserkraftnutzung als wichtig.» Eine Arbeitsgruppe nehme derzeit Abklärungen zur Thematik der Ausübung des Rückkaufsrechts wie auch zu verschiedenen Szenarien mit den jeweiligen organisatorischen und terminlichen Konsequenzen vor. Zudem sei ein Beratungs- und Planungsunternehmen damit beauftragt, die Kraftwerke Obermatt und Arni detailliert zu untersuchen und zu bewerten – inklusive Kostenschätzung bei allfälligem Rückkauf.

«Der Kanton wird in diesem Zusammenhang auch die Arbeiten für eine kantonale Strategie betreffend Wasserkraft angehen», schreibt die Regierung weiter. «Dies ist notwendig für eine Gesamtschau, zumal auf dem Kantonsgebiet auch Wasserkraftwerke in Betrieb sind, die nicht vom EWO betrieben werden.»

Adrian Venetz