Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBWALDEN: SVP macht FDP und CVP das Leben schwer

Die neuen Delegationen von CVP und FDP im Kantonsrat sind fast schon historisch klein. Geschuldet ist das auch dem Erfolg der SVP, die ihre Sitzzahl seit 2002 verdoppelt hat.
Markus von Rotz
Blick in den Kantonsrat Obwalden. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 26. Oktober 2016))

Blick in den Kantonsrat Obwalden. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 26. Oktober 2016))

Das waren noch Zeiten: 1998 stellte die FDP 13 Kantonsräte, die CVP deren 25 – bei einer Sitzzahl von 55. Vor 20 Jahren brachten es die beiden bürgerlichen Parteien zusammen auf knapp 70 Prozent aller Sitze. Die SP stellte damals 10, die CSP 7 Kantonsratsmitglieder. Ebenfalls 7 Sitze holte die SVP 2002, als sie das erste Mal zu den Wahlen fürs Kantonsparlament antrat. Und seither hat sie – abgesehen von einem kleinen Taucher im Jahr 2006 (6) – jedes Jahr dazugewonnen. Mit erneut zwei zusätzlichen Sitzen bei den Wahlen vom Sonntag hält sie nun deren 15 – doppelt so viele wie in ihrem ersten Jahr und gleich viele wie die CVP, die allerdings noch einen 16. Sitz der Liste der Generation Engelberg verdankt. In all den Jahren seit dem Einstieg der SVP hielten CSP (zwischen 7 und 10) und SP (zwischen 6 und 8) ihre Sitzzahlen relativ konstant. Dieses Jahr haben sogar beide wieder etwas zugelegt. In diesem Zusammenhang ist eines interessant: 18 vor vier Jahren gewählte Kantonsräte, ein ganzes Drittel, ist am Sonntag nicht mehr angetreten. Von der SP jedoch alle und bei der CSP nur drei nicht mehr. Bei der CVP haben innerhalb der vierjährigen Amtsdauer jedoch gleich acht das Parlament verlassen (einer war Christoph Amstad, der nun Regierungsrat ist). Just diese Partei hatte also die meisten Nachrutschenden zu verzeichnen und hat nun auch am meisten verloren, drei Sitze gegenüber 2014.

Zwei Parteien erreichen Tiefststand

Parallel zum Siegeszug der SVP verloren CVP und FDP in den vergangenen Jahren kontinuierlich Sitze und haben nun einen (vorläufigen) Tiefststand erreicht. Die FDP ist mit acht Sitzen gleichauf mit CSP und SP, nachdem sie sich von 2006 bis 2014 bei zehn Sitzen halten konnte. Die CVP hat mit Ausnahme von 2006 in den vergangenen 20 Jahren laufend verloren. Jetzt stellt sie noch 16 Ratsmitglieder, 9 weniger als 1998.

Gemeinderäte drängen auch ins Parlament

Nach dem Wahlsonntag sind vier Gemeinderäte auch im Kantonsrat, neu der Kernser Gemeindepräsident André Windlin (FDP) und der Engelberger Talammann Alex Höchli (CVP). Peter Seiler (SVP, Sarnen) behielt seinen Sitz (mit dem weitaus besten persönlichen Ergebnis) ebenso wie Seppi Hainbuchner (SP, Engelberg). Und sollte Michael Siegrist noch Regierungsrat werden, würde der Alpnacher Finanzchef Marcel Moser (CVP) nachrutschen.

Eine grosse Auswahl ist noch keine Garantie für Zufriedenheit der Wähler – so könnte man die Ergebnisse der Regierungsratswahl zusammenfassen. Zwar standen für fünf Sitze drei Bisherige und fünf Neue zur Auswahl. Hätten alle 14536 Wählenden fünf Kandidaten angekreuzt, wären 72680 Stimmen zusammengekommen. Die acht Kandidaten holten total aber nur 56240 Stimmen. Im Klartext hat also jeder Wähler im Durchschnitt maximal vier Personen gewählt.

Nach Nidwaldner System wäre Wyler gewählt

Stellt man bei der Berechnung der Anzahl Stimmen pro Kandidat gar auf sämtliche Stimmberechtigten ab, wurde trotz der hohen Wahlbeteiligung niemand nur annähernd von einer Mehrheit gewählt. Mit 42,4 Prozent aller Stimmberechtigten holt der Parteilose Josef Hess das beste Ergebnis (siehe Tabelle), Florian Spichtig (parteilos) und Jürg Berlinger (überparteilich) anderseits wurden nur von jedem Sechsten gewählt. Würde Obwalden das absolute Mehr (siehe Seite 21) gleich wie Nidwalden nur aufgrund der gültigen Kandidatenstimmen berechnen, wäre das absolute Mehr bei 5642 statt 7269 Stimmen gelegen und Daniel Wyler (SVP) gewählt gewesen.

Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.