OBWALDEN: Tanne kracht während Sturm auf Auto

Der Sturm am vergangenen Wochenende richtete in Obwalden einige Schäden an. Grosses Glück im Unglück hatte eine sechsköpfige Familie.

Matthias Piazza
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Eine umgestürzte Tanne richtete an diesem Fahrzeug Totalschaden an. (Bild: Kapo OW)

Eine umgestürzte Tanne richtete an diesem Fahrzeug Totalschaden an. (Bild: Kapo OW)

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Die Schweiz erlebte ein stürmisches Wochenende mit Föhn, heftigen Böen und Spitzengeschwindigkeiten von 181 Kilometern die Stunde. Auch der Kanton Obwalden blieb davon nicht verschont.

Einen Schreckensmoment erlebte eine sechsköpfige Familie am Samstag um etwa 11.15 Uhr. Sie war mit ihrem Auto auf der Brünigstrasse in Richtung Giswil unterwegs, als zwischen Tschorrenrank und Steinlaui in Lungern eine 35 Zentimeter dicke Tanne durch den Wind ihren Halt verlor und auf das Auto krachte. Das Dach wurde komplett eingedrückt, das neunplätzige Auto erlitt Totalschaden. Doch das Wichtigste: Die ganze Familie mit den beiden Erwachsenen und den vier Kindern blieb wie durch ein Wunder unverletzt und konnte das Auto selbstständig verlassen, wie Marco Niederberger, Leiter der Obwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei, auf Anfrage mitteilte. «Wenn man das Auto mit dem bis aufs Steuerrad eingedrückten Dach betrachtet, muss man von einem grossen Schutzengel sprechen.»

Die Schadensserie begann aber bereits am Freitagabend. Im ganzen Kanton Obwalden wurden Bau- und Reklametafeln umgeweht. Auf der Brünigstrasse verdrehte der Sturm gar sogenannte Kurvenleitwinkel. Auch in Giswil und auf der Strasse entlang des Lungerersees hielten Bäume den starken Winden nicht stand. In Giswil flogen überdies Ziegel von einem Dach und beschädigten ein parkiertes Auto. In Kaiserstuhl wurde eine Barriere der Zentralbahn in Mitleidenschaft gezogen.

Wind löste Fehlalarme aus

Auch wurden bei verschiedenen Bergbahnen und Bergrestaurants fälschlicherweise Brandalarme durch den Wind ausgelöst. Zudem musste der Gondelbetrieb der Sportbahnen Melchsee-Frutt zeitweise stark reduziert werden. Die Titlisbahnen mussten laut Niederberger den Betrieb den ganzen Samstag wegen des Sturmes einstellen.

Im Kanton Nidwalden gingen bei der Polizei keine Meldungen über Sturmschäden ein. Die Nidwaldner Sachversicherung spricht von einem Dutzend kleinerer Schäden.