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OBWALDEN: Tausend Tagestouristen mehr wären nötig

Ein Tunnel am Brünig wäre nicht nur zu teuer für den Bund, er würde der Region auch wirtschaftlich zu wenig bringen. Um die hohen Kosten auszugleichen, wären pro Jahr rund 350 000 oder pro Tag fast 1000 zusätzliche Touristen nötig.
Markus von Rotz
Aussichtspunkt Chälrütirank: Auch weiterhin sollen alle, nicht nur Touristen, über den Brünig fahren. (Bild: Robert Hess)

Aussichtspunkt Chälrütirank: Auch weiterhin sollen alle, nicht nur Touristen, über den Brünig fahren. (Bild: Robert Hess)

Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch

Für den Bund kommt ein Brünigtunnel wegen des schlechten Kosten-Nutzen-Verhältnisses nicht in Frage (Ausgabe vom Samstag). Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat sich darum nach einer Zweckmässigkeitsprüfung in Zusammenarbeit mit den beiden Kantonen Obwalden und Bern für eine Sanierung der bestehende Passstrasse mit ein paar Anpassungen entschieden.

Ein so teurer Tunnel – im Fall eines Scheiteltunnels spricht man von Kosten von rund einer halben Milliarde Franken – rechne sich volkswirtschaftlich nicht. Was heisst das? Aufschluss liefert die detaillierte Studie, die vom Ingenieurbüro Basler & Partner AG aus Zürich und der Lombardi AG in Minusio durchgeführt worden ist. Die Verfasser haben auch ein Augenmerk auf das Potenzial für die regionale Wirtschaft gelegt. Zusätzliche Wertschöpfung könnten neue Touristen oder Pendler oder neu erreichte Marktgebiete sicherstellen.

Mehrwert würde teils nur verschoben

Für ein volkswirtschaftlich sinnvolles Kosten-Nutzen-Verhältnis wäre laut Verfassern eine zusätzliche Wertschöpfung zwischen 7 (Variante Scheiteltunnel) und 21 (Basistunnel) Millionen Franken nötig. «Dabei ist aber zu beachten, dass zumindest ein Teil der regionalen Wertschöpfung zu Lasten von anderen Regionen generiert wird», heisst es wörtlich. Man habe dies in anderen Regionen beobachten können, wo Arbeitnehmer abgewandert oder Einnahmen aus dem Tourismus weggebrochen seien. Anderseits könnten «auswärtige Handwerker von der verbesserten Erreichbarkeit profitieren und die Konkurrenzsituation des lokalen Gewerbes verschärfen». Neue Infrastruktur bringe erfahrungsgemäss nicht neue regionale Wachstumsschübe, könne aber ein intaktes Potenzial stärken.

420 Pendler müssten in die Region ziehen

Eine Untersuchung für den Kanton Graubünden habe gezeigt, dass jeder neue Pendler pro Jahr 50 000 Franken bringe und jeder Aufenthaltstourist 110 Franken pro Tag, ein Tagestourist noch 55 Franken. Auf Basis dieser Zahlen kommen die Verfasser der Studie zu folgendem Schluss: «Mit diesen Werten gerechnet, müssten rund 420 Pendler in die Region ziehen, die auswärtig erwerbstätig sind. Oder es müssten alternativ rund 350 000 zusätzliche Tagestouristen pro Jahr die Region neu besuchen, um regionalwirtschaftliche Effekte in Höhe des volkswirtschaftlichen Defizits des Brünig-Basistunnels zu erzeugen.» Bisher kenne man aber keine losgelösten Verkehrsprojekte, die auf eine so grosse regionale Entwicklung schliessen liessen. Es sei zudem zu bedenken, dass die errechneten nötigen zusätzlichen Arbeitnehmer und Angestellten «aus dem Ausland sein müssten, damit ein zumindest schweizweit volkswirtschaftlich neutrales Ergebnis erzielt werden kann».

Bund und die beiden Kantone kamen daher zum Schluss, nur einzelne Massnahmen auszuführen. «Damit ist eine Realisierung eines Basistunnels zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgeschlossen.» Der Abschnitt Unterbach–Lungern soll aber aus der Liste der fertigzustellenden Strecken gestrichen werden. «Damit würde ein allfällig späterer Tunnelausbau in die Verantwortung des Bundes fallen.» Heute wären die Kantone Bauherren gewesen.

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