OBWALDEN: Tödlicher Ski-Unfall auf der Melchsee-Frutt: Dritteinwirkung ausgeschlossen

Bei der tödlich verunglückten Ski­fahrerin geht die Polizei von einem Selbstunfall aus. Auch die Sportbahnen sehen keinen Anlass für Veränderungen.

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Der Unfall passierte auf der «Täliskipiste» zwischen dem Balmeregghorn und dem Distelboden (Pfeil). (Archivbild Markus von Rotz)

Der Unfall passierte auf der «Täliskipiste» zwischen dem Balmeregghorn und dem Distelboden (Pfeil). (Archivbild Markus von Rotz)

Beim tödlichen Skiunfall vom Samstagmittag auf der Melchsee-Frutt geht die Polizei von einem selbst verursachten Unfall aus, ein Dritteinwirken könne aus heutiger Sicht ausgeschlossen werden. «Die Skipiste war trotz wenig Schnee gut präpariert. Die Piste war griffig, hart, aber nicht eisig», hält Hans­peter Durrer, Pikettoffizier der Obwaldner Kantonspolizei, auf Anfrage fest. Die Sicht sei gut gewesen, die Lichtverhältnisse etwas diffus, Schneefall habe aber nicht geherrscht. «Warum sie schliesslich stürzte, wissen wir nicht.» Die Mitglieder ihrer Gruppe hätten lediglich beobachtet, dass sie plötzlich, offenbar ohne erkennbaren Grund, gestürzt sei.

Den Kopfverletzungen erlegen

Die 18-jährige Obwaldnerin schlug auf der «Täliskipiste» zwischen dem Balmeregghorn und dem Distelboden beim Sturz mit dem Gesicht auf die Skipiste auf und zog sich dabei trotz Helm schwere Kopfverletzungen zu. Sie wurde vor Ort vom Rettungsdienst Melchsee-Frutt reanimiert und mit der Rega ins Kantonsspital Luzern geflogen. Dort erlag sie am Samstagabend ihren Verletzungen (siehe Ausgabe von gestern).

Keine Änderungen geplant

Hanspeter Durrer spricht von einem seltenen Ereignis. «Einen Helm zu tragen ist in jedem Fall sinnvoll, aber eben keine hundertprozentige Garantie.» Die Untersuchung führt die Staatsanwaltschaft Obwalden.

Auch Daniel Dommann, interimistischer Leiter der Sportbahnen Melchsee-Frutt, schliesst äussere Umstände aus. Auch für ihn handelt es sich hier um ein tragisches Einzelereignis. «Wir haben nichts festgestellt, was wir verbessern könnten», stellt er klar. «Das Gelände ist seit Jahren in unverändertem Zustand und wird von Tausenden Skifahrern benutzt.» Auch die Sperrung der Piste von gestern stehe in keinem Zusammenhang mit dem Unfall. «Die Piste befindet sich in einem lawinengefährdeten Gebiet.» Nach dem Neuschnee habe man beschlossen, sie bis zur Lawinensprengung zu sperren.

Matthias Piazza