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OBWALDEN: Trophäen sind Publikumsmagnet

An der kantonalen Trophäenschau in Engelberg war weit mehr als nur Trophäen zu bewundern. Eine heile Welt ist allerdings die Jagd auch hier nicht mehr.
Beat Christen
Die Besucher inspizieren die ausgestellten Trophäen. (Bild: Beat Christen (Engelberg, 8. April 2017))

Die Besucher inspizieren die ausgestellten Trophäen. (Bild: Beat Christen (Engelberg, 8. April 2017))

Beat Christen

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Dass die Jagd heute weit mehr ist als das Erlegen von Wildtieren, diese Botschaft konnten die Engelberger Jäger an der von ihnen am Wochenende organisierten Obwaldner Trophäenschau vermitteln. «Das Ziel, auch Nicht­jäger für diese Ausstellung zu begeistern, wurde vollumfänglich erreicht», bilanziert OK-Präsident Martin Odermatt. Neben den Trophäen von erlegten Hirschen, Steinböcken, Gämsen und Rehen stiess vor allem die Sonderausstellung «Wunderwerke der Natur» auf eine sehr grosse Resonanz. Dass dabei auch die Jäger bei ihren Streifzügen durch die Natur nicht immer alle diese Wunderwerke zu sehen bekommen, ist für den OK-Präsidenten ein Teil jener Faszination, welche die Jagd immer wieder bei ihm auslöst. «Wenn es uns mit dieser Ausstellung gelungen ist, das Verständnis für die Jagd und das Miteinander und nicht das Gegeneinander zu fördern, dann haben wir unser Ziel erreicht», so Martin Odermatt.

Eine heile Welt ist das Jagdwesen allerdings längst nicht mehr. «Die Anpassungen von Natur, Wild und Wald folgen immer kurzfristiger», stellt Regierungsrat Paul Federer bei einem Rundgang durch die Ausstellung fest, und beim Anblick des Luchses in der Sonderausstellung meinte er: «An den Luchs haben wir uns in der Zwischenzeit gewöhnt. Die Frage stellt sich heute allerdings, ob es zu viele Luchse gibt.» Diese Feststellung und die Tatsache, dass die Genetik der in der Region lebenden Luchse heute nicht mehr sauber ist, werden gemäss Paul Federer unweigerlich früher oder später dazu führen, «dass wir uns gelegentlich mit Hegeabschüssen beschäftigen müssen». Wie in Zukunft der Umgang mit den beiden immer häufiger auftretenden Grossraubwildtieren Bär und Wolf aussieht, wird sich gemäss Paul Federer erst noch zeigen. Grosse Hoffnung setzt er in das sich zurzeit in Überarbeitung befindende Jagdgesetz des Bundes, welches den Kantonen mehr Kompetenzen, aber auch mehr Verantwortung übertragen wird.

«Die Obwaldner Jagd ist keine Trophäenjagd»

Die richtige Balance für die Jagd zu finden, ist laut dem Obwaldner Jagdverwalter Cyrill Kesseli nicht immer einfach. Auch wenn Obwalden im vergangenen Jahr bei den Rotwildabschüssen einen neuen Höchststand erreicht habe, «ist die Obwaldner Jagd keine Trophäenjagd». Mit diesen höheren Abschusszahlen beim Rotwild habe man lediglich einen bestandeswirksamen Eingriff vorgenommen. Der freiwillige Verzicht von Obwaldner Jägern auf den Gämsabschuss zeigte ebenfalls Wirkung. Bei den Gämsen sei der Bestand wie auch bei den Rehen recht stabil auf einem tiefen Niveau.

Für Diskussionen bei den Jägern sorgt gemäss Cyrill Kesseli momentan das Jagdhundewesen. Seit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Jagdhund Obwalden konnten beim Schweisshunde­wesen erste Schritte umgesetzt werden. Auf die Frage, ob die Jagd heute noch sinnvoll sei oder nicht, gab die Trophäenschau in Engelberg mit der Sonderausstellung eine klare Antwort. Und auch Regierungsrat Paul Federer hat dazu eine klare Meinung. «Die Jagd ist das älteste Handwerk der Menschen. Ohne die Jagd hätte unsere Art gar nicht überlebt.»

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