OBWALDEN: «Uns gefällt es extrem gut in Obwalden»

Die Seerose in Alpnachstad ist ein Publikumsmagnet. Auch dank der Arbeit der Gastgeber, ist Gästival-Mediensprecher Stefan Ragaz überzeugt.

Interview Matthias Piazza
Drucken
Teilen
Noch bis am Sonntag ist die Seerose zu Gast in Alpnachstad. (Bild Emanuel Ammon/Luftfilm.ch)

Noch bis am Sonntag ist die Seerose zu Gast in Alpnachstad. (Bild Emanuel Ammon/Luftfilm.ch)

Seit dem 6. August und noch bis Sonntag ist die Seerose zu Gast an der Schifflände in Alpnachstad. Im Rahmen des Gästival-Jubiläums 200 Jahre Gastfreundschaft Zentralschweiz lädt die schwimmende Plattform zu verschiedenen Veranstaltungen. Gästival-Mediensprecher Stefan Ragaz zieht eine positive Zwischenbilanz zum Obwaldner Auftritt.

Wie fällt die Zwischenbilanz zum Alpnacher Seerosenauftritt aus?

Stefan Ragaz: Ausgesprochen positiv. Die restlichen Abendvorstellungen sind alle ausverkauft. Die durchschnittliche Belegung bei Abendveranstaltungen ist sehr gut. Mehr als die Hälfte der Vorstellungen war ausverkauft. Auch tagsüber ist die Seerose sehr gut besucht. Wir sind sehr glücklich an diesem Standort in dieser landschaftlich einmaligen Umgebung.

Wie schneidet Alpnachstad im Vergleich zu den bisherigen Austragungsorten Luzern, Stansstad und Brunnen ab?

Ragaz: In Stansstad zählten wir rund 10 000 Besucher, in Alpnachstad werden wir diesen Wert voraussichtlich übertreffen, auch wenn wir hier weniger Laufpublikum als an anderen Orten haben. 12 000 Leute besuchten die Seerose in Brunnen und 20 000 in Luzern. Mit der Besucherzahl in Alp­nachstad sind wir sehr zufrieden, zumal wir im Vorfeld nicht wussten, ob sich das eher kleine Einzugsgebiet nicht als Nachteil erweisen könnte.

Wie war das Publikum?

Ragaz: Es ist eine tolle Mischung aus jüngeren und älteren Besuchern. Im Unterschied zu Brunnen oder Luzern ist wohl der Anteil der einheimischen Besucher grösser. Die Besucher sind sehr angenehm und happy, die Feedbacks durchs Band positiv. Es gab bisher keine einzige Reklamation am Obwaldner Standort.

Wie macht sich Obwalden als Gastgeber?

Ragaz: Ausgezeichnet. Wir sind von den kantonspezifischen Darbietungen sehr begeistert. Uns gefällt es extrem gut in Obwalden. Als eines der Highlights ist sicher der Gastfreundschaftskurs erwähnenswert, der den Besuchern Tipps und Tricks vermittelte im Umgang mit Touristen oder auch als Gast in einem fremden Land. Auch die lokalen Formationen im Tagesprogramm überzeugen. Dem lokalen OK ist es gelungen, den Seerosenauftritt mit einheimischen Auftritten in Obwalden zu verwurzeln, was beim Publikum wie gesagt sehr ankommt. Tagsüber besuchen zwischen 200 und 300 Leute pro Tag die schwimmende Seerose an der Schifflände. Das ist erfreulich.

Vereinzelt kam die Kritik auf, dass man nach den Abendveranstaltungen nichts mehr trinken konnte.

Ragaz: Das ist mir nicht bekannt, im Gegenteil. Nach einer Veranstaltung ist die Seerose frei zugänglich und die Gastronomie für Konsumationen offen.

Wie läuft der Transport nach Flüelen ab?

Ragaz: In umgekehrter Reihenfolge wie der Hintransport. Am Montag um 8 Uhr transportieren wir die Seerose ins Rotzloch, wo die Blüten demontiert werden. Danach fluten wir die Plattform, damit sie unter der Achereggbrücke hindurch kommt. Bei der Holcim in Stansstad wird die Seerose wieder zusammengebaut und nach Flüelen verschoben.

Haben die Regenfälle einen Einfluss auf die Brückenunterquerung?

Ragaz: Nein. Der Seespiegel ist gegenwärtig nur 15 Zentimeter höher als auf dem Hinweg. Und in den nächsten Tagen erwarten wir ja wieder schönes Wetter.

Nach der Stabsübergabe an Flüelen am Sonntagnachmittag endet das Obwaldner Gastspiel. Warum wurde der Ausklangabend mit DJs, der ursprünglich angekündigt worden war, abgesagt?

Ragaz: An den vorherigen Standorten machten wir die Erfahrung, dass eine Abendveranstaltung mit DJs am Sonntag zu wenig Publikum anzieht, deshalb haben wir auch in Obwalden richtige Abendveranstaltungen programmiert. An diesem Sonntag brauchen wir die Zeit, um den Weitertransport der Seerose vorzubereiten. Ansonsten finden alle Veranstaltungen programmgemäss statt.

Was passiert mit der Seerose, nachdem ihr Gästival-Einsatz am 20. September dieses Jahres in Vitznau ­endet?

Ragaz: Der Verein Muth, der sich für die Förderung von jungen Musik- und Theaterschaffenden einsetzt, übernimmt die Plattform und setzt sie vom 23. September bis 4. Oktober erstmals als Bühne für sein Musikfestival ein, wo sich junge Musik- und Theaterschaffende aus der Schweiz und dem Ausland dem Publikum präsentieren. Die Bewilligung für die künftige Verankerung vor Vitznau wurde bis Ende 2018 erteilt. Nach dem 4. Oktober wird die Seerose aber erst einmal eingewintert.

Aber ist denn diese Seerose überhaupt auf einen langjährigen Betrieb ausgelegt?

Ragaz: Ja, dank ihres modulartigen Aufbaus kann man sie ohne grossen Mehraufwand nach seinen Bedürfnissen aus- oder umbauen. So ist es etwa auch möglich, die ganze Plattform zu überdachen, wenn dies gewünscht ist.

Hinweis

Am Montag, 24. August, voraussichtlich um 19.30 Uhr unterquert die Seerose auf ihrem Transport nach Flüelen die Achereggbrücke. Am Vortag wird sie feierlich an den Kanton Uri übergeben (ab 13.30 Uhr). Internet: www.gaestival.ch