OBWALDEN: Vatikan wartet auf die Obwaldner Gäste

Zur Vereidigung der Päpstlichen Schweizergarde am Wochenende reisen 150 Obwaldner und Obwaldnerinnen an. Sie repräsentieren den Gastkanton im grossen Bruder-Klaus-Jahr – mehrheitlich auf eigene Rechnung.

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Vereidigung eines Schweizer Gardisten im Vatikan.

Vereidigung eines Schweizer Gardisten im Vatikan.

Christoph Riebli

christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch


Rund 150 Obwaldnerinnen und Obwaldner nehmen an den Feierlichkeiten vom Freitag bis Sonntag in Rom teil. Zur Erinnerung: Obwalden wurde kurzerhand zum Gastkanton an der Vereidigung der neuen Päpstlichen Schweizergarde, weil der Kanton aktuell «600 Jahre Niklaus von Flüe» feiert und dieser der Schutzpatron der Garde ist. Die offizielle Delegation umfasst 21 Personen, darunter den Gesamtregierungsrat, Kantonsratspräsident Willy Fallegger, Nationalrat Karl Vogler wie auch Vertreter der Gerichte, Klöster und Kirchgemeinden. 

Aus der Bevölkerung haben sich inklusive Kantonsräte etwa 90 Personen für die Feierlichkeiten angemeldet – «Platz» hätte es für rund 200 Personen gehabt. «Es war sehr schwierig abzuschätzen, wie gross die Nachfrage sein wird. Jedenfalls war es nicht nötig, auszulosen», sagt auf Anfrage Landschreiber Stefan Hossli, der nebst dem Bruder-Klaus-Staatsakt vom Sonntag in Sarnen auch planerisch in die Feierlichkeiten in Rom eingebunden ist. «Es war eine intensive Vorbereitungsphase mit vielen Absprachen mit der Schweizergarde. Jetzt freuen wir uns auf den Besuch in Rom.»

Hossli selbst reist morgen als «Vorhut» in den Vatikan, am Abend folgt dann die Regierung, am Freitag die restliche Delegation. Die Teilnehmer aus der Bevölkerung reisen individuell und auf eigene Kosten an. «Nur die Eintrittskarten für die verschiedenen offiziellen Anlässe haben wir für sie organisiert», erklärt Hossli. Quasi als Leckerli gehöre dazu auch eine exklusive Führung von ehemaligen Gardisten durch die vatikanischen Gärten und den apostolischen Palast. Auch werden sie etwa am Freitag bei der Kranzniederlegung auf der Piazzale Protomartiri dabei sein – im Gedenken an die 147 gefallenen Gardisten, die 1527 während der Plünderung Roms Papst Clemens VII. verteidigten.

Der Kanton offeriert danach das Nachtessen der Schweizergarde sowie einen Apéro für 1000 Personen nach der Vereidigung am Samstagabend. Als Geschenk für die Gardisten unterstützt Obwalden deren Gegenbesuch Ende Juni im Flüeli finanziell und logistisch. Budget für alles zusammen: 100 000 Franken. 

Auch 30 Jodler sind dabei

Gleich drei Auftritte hat in Rom der Jodlerklub Flüeli-Ranft, der am Donnerstag um 6.30 Uhr in Sarnen die Zugreise nach Italien antritt: «Ich war zuvor noch nie in Rom», sagt Präsidentin Janine Omlin auf Anfrage. Die 29-Jährige verbindet mit dem speziellen Ausflug deshalb «vor allem Freude und Spannung». Auch weil sie gehört habe, dass zum Angelus-Gebet des Papstes am Sonntagmittag bis zu 20 000 Leute erwartet würden. 

«Ich werde nicht so schnell nervös, aber der Auftritt im Petersdom macht mich schon ein wenig chribelig», meint Omlin zum Hauptauftritt der 30 Jodler in der Frühmesse am Samstagmorgen – die Bruder-Klaus-Jodlermesse wurde von Dirigentin Silvia Windlin eigens für das 600-Jahr-Jubiläum geschrieben. Gespannt ist Janine Omlin auch auf die Akustik im Petersdom: «Wir werden am Freitag die Möglichkeit haben, uns umzusehen. Hoffentlich dürfen wir dann auch gleich ein paar Töne singen.»

Auch im Vorfeld der Vereidigungszeremonie der Gardisten am Samstagnachmittag auf dem Cortile San Damaso werden die Jodler aus Flüeli-Ranft zu hören sein sowie am Sonntag an einem kurzen Mittagskonzert im Quartier der Schweizergarde.