OBWALDEN: Verbände kritisieren das Hochwasserschutzprojekt

Umweltverbände kritisieren das Gesamtprojekt Hochwassersicherheit Sarneraatal. Es sei in der Form gesetzeswidrig und deshalb nicht zu bewilligen, monieren deren Vertreter.

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Skizze des Einlaufwerks des Kernmattbachs in Kerns. (Bild: Skizze: PD)

Skizze des Einlaufwerks des Kernmattbachs in Kerns. (Bild: Skizze: PD)

Verschiedene Umweltverbände haben gegen das Gesamtprojekt Hochwassersicherheit Sarneraatal Einsprache erhoben, namentlich die Verbände Aqua Viva, Bird Life Schweiz, Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee, Pro Natura und WWF. Verschiedene Einzelprojekte seien in der momentanen Form nicht bewilligungsfähig, schreiben die Verbände in ihrer gestern publizierten Medienmitteilung. «Sie entsprechen nicht den gesetzlichen Grundlagen.»

«Den Hochwasserentlastungsstollen, welcher vom Volk deutlich gutgeheissen wurde, stellen wir nicht in Frage und wollen ihn auch nicht verzögern», lässt sich Antonia Eisenhut, Geschäftsleitern von Aqua Viva, in der Mitteilung zitieren. «Die Umweltverbände haben aber Mängel festgestellt: Obwohl die Sarneraa gemäss der kantonalen Planung mit 1. Priorität revitalisiert werden muss, fallen die ökologischen Massnahmen zu gering aus.» Die laut Wasserbaugesetz vorgegebenen Minimalanforderungen zu Gunsten der Natur würden nicht eingehalten. «Damit bliebe die Situation auch für die stark bedrohten Fischarten Äsche, Nase und Seeforelle und andere Wasserlebewesen schwierig.»

Vor allem das Hilfswehr wird kritisiert

Gerade für sensible Fischarten sei es enorm wichtig, dass die Längsvernetzung der Sarneraa verbessert werde. Mit dem projektierten Hilfswehr Sarneraa würde aber noch ein weiteres Hindernis für Fische erstellt. «Auch für die Hochwassersicherheit bringt das Hilfswehr nichts», schreiben die Verbände. Bei einem Jahrhunderthochwasser würde damit gemäss Projektunterlagen künstlich ein Seespiegel generiert, der einen halben Meter über der Schadensgrenze liege – und eine Schadenssumme von rund 23 Millionen Franken verursachen würde. «Wenn ich in Sarnen Steuerzahlerin wäre, würde es mich sehr ärgern, viel Geld für ein solches Projekt auszugeben und trotzdem einen nassen Keller fürchten zu müssen», so Antonia Eisenhut. Berechnungen der Umweltverbände zeigten, dass der Hochwasserschutz ohne Hilfswehr funktioniere. «Wird auf das Hilfswehr sowie auf andere unnötige, teure Massnahmen verzichtet, könnten Gelder für Mensch und Natur besser eingesetzt werden – vor allem für eine gesetzeskonforme Renaturierung der Sarneraa.» (red)