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OBWALDEN: «Verfolge das Politgeschehen aktiv mit»

Seit dem Rücktritt als Regierungsrätin ist es ruhig geworden um Esther Gasser. Dies hat auch mit ihrer neuen Herausforderung zu tun.
Interview Oliver Mattmann
Packt eine Weiterbildung an: alt Regierungsrätin Esther Gasser. (Archivbild Corinne Glanzmann)

Packt eine Weiterbildung an: alt Regierungsrätin Esther Gasser. (Archivbild Corinne Glanzmann)

Sie war bei ihrem Amtsantritt 2006 das «Nesthäkchen» im Obwaldner Regierungsrat. Im vergangenen Sommer hängte Esther Gasser Pfulg ihren Job in der Exekutive im vergleichsweise tiefen Alter von 46 Jahren an den Nagel. Seither ist es um die FDP-Politikerin aus Lungern ruhig geworden. Sie selber hat nichts dagegen, wie sie im Interview mit unserer Zeitung verrät.

Wie geht es Ihnen?

Esther Gasser: Danke, mir geht es wunderbar.

Wo erreichen wir Sie denn gerade?

Gasser: Ich bin draussen und geniesse das wunderschöne Wetter in Lungern (Das Interview wurde am vergangenen Donnerstag geführt; Anm. d. Red.).

Das tönt nicht unbedingt nach einer neuen Herausforderung, die Sie als Grund für Ihren Rücktritt als Regierungsrätin angegeben hatten. War Ihre Suche noch nicht erfolgreich?

Gasser: Doch. Ich habe schon länger mit dem Executive MBA (führende Kaderweiterbildung; Anm. d. Red.) geliebäugelt, nun packe ich diese Weiterbildung an der Hochschule in Luzern an und freue mich sehr darauf. Vorher bin ich noch in England und in New York gewesen, um meine Sprachkenntnisse in Englisch zu vertiefen.

Obschon Sie beim Rücktritt erst 46-jährig waren, sagten Sie, es sei für Sie der richtige Zeitpunkt dazu. Jetzt, mit ein wenig Abstand: Hat sich an Ihrer Haltung etwas geändert?

Gasser: Nein, ich habe diesen Schritt nie bereut. Für mich ist es die letzte Möglichkeit gewesen, nochmals eine grössere Ausbildung anzugehen. In vier Jahren wäre es zu spät gewesen.

Ist der Rücktritt auch eine Art Befreiung für Sie gewesen?

Gasser: Nein, überhaupt nicht. Mir hat die Regierungstätigkeit sehr gut gefallen. Ich bin froh, habe ich damals kandidiert und das Amt angenommen. Ich habe mich gerne für unseren Kanton eingesetzt und will diese abwechslungsreiche Zeit nicht missen. Für mich war aber schon beim Amtsantritt klar, dass ich die Regierungstätigkeit nicht bis zur Pensionierung ausüben werde. Von daher war der Rücktritt bewusst zu Gunsten meiner beruflichen Weiterentwicklung. Zudem gibt es noch so viele interessante Sachen, die ich auch noch sehen oder machen möchte.

Als Regierungsrätin standen Sie im Rampenlicht, waren öffentlicher Kritik ausgesetzt. Das werden Sie wohl kaum missen?

Gasser: Das gehört dazu, wenn man eine Person der Öffentlichkeit ist. Es war weder ein grosser Vor- noch Nach-, sondern schlichtweg ein Bestandteil des Jobs. Dessen ist man sich bewusst, wenn man kandidiert. Und man muss sich auch darauf einstellen, dass einem nicht alle auf die Schulter klopfen, wenn man Regierungsrätin ist. Aber es hat schon etwas: Ich habe nichts dagegen, nicht mehr im Rampenlicht zu stehen.

Der Start in die Regierungstätigkeit ist kein Zuckerschlecken. Hat Sie Ihre Nachfolgerin und Parteikollegin Maya Büchi öfters um Ratschläge gebeten?

Gasser: Ich sehe sie ab und zu, aber Maya Büchi weiss schon, wie sie ihr Amt auszuführen hat, da braucht sie keine Ratschläge von mir. Natürlich würde ich ihr auf Anfrage meine Meinung zu einem Thema kundtun, die Verantwortung liegt letztlich aber bei ihr als Amtsträgerin.

Die Politik lässt Sie aber nach wie vor nicht kalt, sonst hätten Sie kaum für das Amt als Vizepräsidentin der FDP Obwalden zugesagt.

Gasser: Das ist so, ich verfolge das Politgeschehen immer noch aktiv mit.

Auf den Vizeposten folgt oft das Präsidium. Hegen Sie Ambitionen?

Gasser: Nein, mit diesem Hintergedanken habe ich nicht gespielt, als ich mich als FDP-Vizepräsidentin zur Verfügung gestellt habe. Ich ziele nicht auf das Präsidentenamt ab, auch später nicht.

Und Esther Gasser als Ständerätin? Mit Ihrem Erfahrungsschatz in der interkantonalen Zusammenarbeit wären Sie innerhalb der FDP doch prädestiniert für die Nachfolge des zurücktretenden Hans Hess.

Gasser: Das stimmt. Ich bin von der Partei darauf angesprochen worden und habe es mir auch gut überlegt. Für mich hat die gegenwärtige Weiterbildung aber Priorität. Ich weiss, wie viel Aufwand ein Engagement im Ständerat mit sich bringt, dies geht nicht einfach so nebenher. Deshalb kommt für mich eine Kandidatur zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Frage.

Und zu einem späteren Zeitpunkt?

Gasser: Man kann nie wissen, was einem das Leben bringt. Deshalb schliesse ich das nicht kategorisch aus. Aber ich nehme es Schritt für Schritt und konzentriere mich in erster Linie auf meine zweijährige Weiterbildung. Daher habe ich auch für nachher noch keine konkreten Berufspläne. Ich werde mich aber früh genug damit befassen.

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