Obwalden verliert Übernachtungsgäste – Logiernächte in Nidwalden stagnieren

In Nidwalden stagnieren die Übernachtungszahlen. Potenzial sieht man ausserhalb des Sommers.

Matthias Piazza
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Wanderer rasten auf Melchsee-Frutt, hier am Tannalpsee.

Wanderer rasten auf Melchsee-Frutt, hier am Tannalpsee.

Bild: Obwaldner Zeitung (29. Juni 2019)

39,6 Millionen Logiernächte verzeichneten die Schweizer Hotels im vergangenen Jahr. Das sind 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie, wie das Bundesamt für Statistik diese Woche mitteilte. Die ausländische Nachfrage stieg um 1,1 Prozent auf einen Rekordwert von 21,6 Millionen Logiernächte. Auch die Zahl der Übernachtungen von Schweizern war mit 17,9 Millionen Franken so hoch wie noch nie. Die Region um den Vierwaldstättersee verzeichnete ein Plus von 1,3 Prozent.

Auch Nidwalden liegt im schweizweiten Trend, wenngleich die Zahl der Übernachtungen mit 33'0908 im vergangenen Jahr gegenüber 2018 nur um 0,7 Prozent anstieg. «Mit diesem Wert sind wir zufrieden, vor allem nach dem Zuwachs in den vergangenen Jahren», sagt dazu Josef Lussi-Waser, Präsident von Nidwalden Tourismus. Die Zunahme der Übernachtungen von rund einem Drittel zwischen 2017 und 2018 führt er unter anderem auf die Eröffnung des Bürgenstock-Resorts 2018 zurück.

Seminar und Meetings für bessere Auslastung

Trotzdem sieht er noch Wachstumspotenzial. «Ausserhalb des Sommers sind unsere Hotels nicht voll ausgelastet.» Eine bessere ganzjährige Auslastung sei denn auch eines der Ziele für die Zukunft. Die Stanser Musiktage im April oder die Beckenrieder Rockabilly-Night Ende März generierten jeweils zusätzliche Übernachtungen in der Nebensaison. «Mit Seminaren, Meetings und ähnlichen Anlässen können wir die Auslastung verbessern.» Dass das Corona-Virus den Tourismus in Nidwalden stark beeinträchtigt, glaubt Josef Lussi nicht, zumal viele Übernachtungsgäste aus der Schweiz kämen und chinesische Reisegruppen nur eine untergeordnete Rolle spielten.

Ein gegenteiliger Trend ist in Obwalden zu beobachten. Die Zahl der Übernachtungen ging gemäss Bundesamt für Statistik gegenüber 2018 um 5,2 Prozent zurück. Das Sarneraatal verzeichnete gemäss Daniel Scardino, Geschäftsführer von Obwalden Tourismus, einen Rückgang von 3,4 Prozent.

Weniger chinesische und indische Gäste

«Vor allem der Rückgang chinesischer und indischer Übernachtungsgäste von 11 Prozent schenkt ein, da dies eine wichtige Gruppe im Beherbergungssegment ist», erklärt Daniel Scardino. Über die Gründe könne er nur spekulieren. Sie seien mitunter saisonbedingt. Fakt sei, dass auf der Melchsee-Frutt die Wintersaison erstmals zwei Wochen vor Ostern zu Ende ging. Der Tourismus dürfe aber nicht nur anhand der Logiernächte gemessen werden. Campingplätze, Tagesgäste in Restaurants, Bäder und Bergbahnen müssten ebenfalls berücksichtig werden. Wie sich das Corona-Virus auf den Tourismus auswirken werde, sei schwer abschätzbar.

Von einem kleinen Rückgang bei den Übernachtungszahlen in Engelberg spricht Andres Lietha, der neue Direktor von Engelberg-Titlis-Tourismus AG. Dies sei aber nicht dramatisch nach dem überdurchschnittlichen Jahr 2018. Auch er kann keine Prognosen zu den Auswirken des Corona-Virus machen. «Bisher hatten wir vor allem Stornierungen chinesischer Gäste, diese Nation macht im Winter aber weniger als fünf Prozent aller Gäste aus.»